Logistik-Clou: Tesla liefert Supercharger jetzt zum Aufklappen
Tesla setzt bei seiner Ladeinfrastruktur erneut Maßstäbe in Sachen Effizienz. Mit der Einführung der sogenannten „Folding Units“ (FU) optimiert das Unternehmen den Aufbau neuer Standorte radikal. Wie Teslas Charging-Direktor Max de Zegher bestätigte, handelt es sich um vormontierte Einheiten, die auf dem Lkw Platz sparen und vor Ort lediglich „ausgeklappt“ und angeschlossen werden müssen. Statt bisher 12 passen nun 16 Ladesäulen auf einen einzigen Truck.
Die Vorteile liegen auf der Hand: Die Kosten pro Standort sinken um mehr als 20 Prozent, während die Qualität durch die werkseitige Montage steigt. Besonders beeindruckend ist die Zeitersparnis: Ein neuer Supercharger-Park kann nun doppelt so schnell in Betrieb gehen wie bisher, da aufwendige Verkabelungsarbeiten vor Ort entfallen.
V4-Standard: 500 kW für die 800-Volt-Ära
Die neuen Falt-Einheiten sind technisch perfekt auf die vierte Supercharger-Generation (V4) abgestimmt. Tesla hat die Produktion der alten V3-Cabinets im Werk New York offiziell eingestellt und setzt nun voll auf V4-Hardware. Während ein V3-Gleichrichter nur vier Säulen versorgte, bedient ein V4-Cabinet nun acht Ladepunkte – was exakt der Konfiguration einer „Folding Unit“ entspricht.
Für Fahrer von 800-Volt-Fahrzeugen wie dem Cybertruck bedeutet das: Ladeleistungen von bis zu 500 kW in der Spitze sind möglich. Besitzer von Model S, 3, X und Y (S3XY) profitieren weiterhin von stabilen 250 kW, während die längeren Kabel der V4-Säulen das Laden von Fremdfabrikaten deutlich erleichtern.
| Merkmal | Standard-Installation (V3) | Folding Unit System (V4) |
|---|---|---|
| Einheiten pro Lkw | 12 Säulen | 16 Säulen (faltbar) |
| Installationszeit | Basiswert | 2x schneller (Plug & Play) |
| Kostenersparnis | - | Über 20 % pro Standort |
| Max. Ladeleistung | 250 kW | Bis zu 500 kW (für 800V-Systeme) |
| Wartung vor Ort | Techniker erforderlich | Remote-Inbetriebnahme möglich |
Dominanz durch Skalierung
Mit Kosten von unter 40.000 US-Dollar pro Ladesäule ist Tesla bereits jetzt der günstigste Anbieter am Markt. Die „Folding Units“ zementieren diesen Vorsprung weiter. Da Tesla sein Netzwerk zunehmend für Fremdmarken öffnet – zuletzt kamen Dodge, Jeep und Fiat hinzu –, ist ein rasanter Ausbau essenziell, um Wartezeiten zu vermeiden.
"Es geht nicht mehr nur darum, Ladepunkte zu bauen, sondern sie industriell zu fertigen. Die FU-Hardware ist der Schlüssel, um die globale Mobilitätswende in Teslas Tempo voranzutreiben."
Erste Standorte mit der neuen Falt-Technik wurden bereits in den USA (Columbia, South Carolina) gesichtet. Tesla plant, die Hardware kontinuierlich zu verbessern: Während aktuell "Revision 1" ausgerollt wird, soll bereits im nächsten Quartal "Rev3" mit weiteren Optimierungen folgen. Für europäische Standorte wird die Einführung der Falt-Systeme noch vor dem Sommer 2026 erwartet.



