Die Ära des "einmal zahlen, immer autonom fahren" neigt sich bei Tesla dem Ende zu. Wer sein Fahrzeug heute im nordamerikanischen Konfigurator zusammenstellt, findet das FSD-Abo (Full Self-Driving) erstmals als primäre Auswahlmöglichkeit. Die Botschaft von Elon Musk ist unmissverständlich: Wer sich die lebenslange Lizenz noch für 8.000 US-Dollar sichern will, hat nur noch bis zum Valentinstag 2026 Zeit. Danach regiert das Abo-Modell – und das wird teurer.
Der Strategiewechsel: Software-as-a-Service (SaaS) auf Rädern
Tesla stellt seine Monetarisierung radikal um. Das Ziel ist klar: Wiederkehrende Einnahmen statt Einmalzahlungen. Ab dem 15. Februar 2026 wird das FSD-Abo die einzige Einstiegshürde für Neukunden sein. Gleichzeitig hat Tesla den "Basic Autopilot" (Spurhalteassistent) als Serienausstattung gestrichen, was den Druck auf Käufer erhöht, direkt in das 99-Dollar-Abo einzusteigen.
Elon Musk stellte auf X (ehemals Twitter) klar, dass der aktuelle Preis von 99 US-Dollar pro Monat lediglich den aktuellen Stand der "überwachten" Autonomie widerspiegelt. Sobald das System in der Lage ist, den Fahrer schlafen oder am Handy spielen zu lassen – das sogenannte unüberwachte FSD –, werde der Preis massiv steigen. Musk sieht den Wert des Systems dann eher im Bereich von mehreren hundert Dollar pro Monat, da es dem Nutzer wertvolle Lebenszeit zurückgibt.
FSD-Preisentwicklung & Strategie 2026
| Option | Status bis 14. Feb 2026 | Status ab 15. Feb 2026 |
|---|---|---|
| Einmalkauf (Lifetime) | 8.000 $ (begrenztes Angebot) | Nicht mehr verfügbar |
| Monats-Abo (Supervised) | 99 $ / Monat | 99 $ / Monat (Preisanstieg angekündigt) |
| FSD Unsupervised | In Erprobung (Austin/Texas) | Zukünftiges High-End-Abo (Preis tbd) |
Hardware-Upgrades: Die Basis für "Unsupervised"
Ein Grund für den Preisdruck könnten notwendige Hardware-Anpassungen sein. Während Tesla-Besitzer hoffen, dass ihr aktuelles System (Hardware 3 oder 4) für das unüberwachte Fahren ausreicht, zeigen die neuen Model Y Robotaxis und das Cybercab in Austin wichtige Unterschiede:
- Kamerawascher: Alle Kameras an den Robotaxis sind nun mit Reinigungseinheiten ausgestattet – ein Muss für den Betrieb ohne menschliche Intervention bei Regen oder Schmutz.
- Hardware 4.5: Erste 2026er Modelle werden bereits mit dem neuen "AI 4.5"-Computer gesichtet, der deutlich mehr Rechenleistung für komplexe Stadtmanöver bietet.
"Es ist unrealistisch zu erwarten, dass der Preis bei 99 Dollar bleibt, wenn das Auto dich buchstäblich schlafend zur Arbeit bringt. Wir bepreisen den Nutzwert, nicht nur die Software." – Elon Musk.
Fazit: Lohnt sich der Last-Minute-Kauf?
Die Rechnung ist einfach: Bei einem Preis von 99 Dollar pro Monat rechnet sich der 8.000-Dollar-Kauf nach etwa 81 Monaten (knapp 7 Jahre). Sollte Tesla den Abo-Preis jedoch auf 200 oder 300 Dollar anheben, sobald FSD Unsupervised marktreif ist, wird der Einmalkauf zum absoluten Schnäppchen. Wer plant, seinen Tesla langfristig zu behalten, sollte die Valentine-Deadline am 14. Februar ernst nehmen.



