Tesla setzt zum Jahresstart 2026 auf eine radikale Export-Strategie: Während die Neuzulassungen in China auf den niedrigsten Stand seit über drei Jahren gefallen sind, quellen die Schiffe in Richtung Europa und Asien-Pazifik über. Mit über 50.000 exportierten Fahrzeugen im Januar wird die Giga Shanghai endgültig zum globalen Logistik-Zentrum des Elektroauto-Pioniers.
Zwei Welten: Rekord-Exporte treffen auf Inlands-Tief
Die aktuellen Daten der China Passenger Car Association (CPCA) für den Januar 2026 zeichnen ein paradoxes Bild. Auf der einen Seite meldet Tesla für sein Werk in Shanghai eine solide Auslastung: Insgesamt liefen 69.129 Fahrzeuge (Großhandelsabsatz) vom Band – ein Plus von rund 9 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Doch der Teufel steckt im Detail der Verteilung.
Nur noch 18.485 Teslas wurden im Januar tatsächlich innerhalb Chinas verkauft. Das ist der schwächste Wert seit November 2022. Im krassen Gegensatz dazu steht die Exportquote: Satte 50.644 Einheiten wurden verschifft. Damit verlassen aktuell 73 Prozent der in China produzierten Model 3 und Model Y das Land – vor zwei Jahren lag dieser Anteil noch bei rund 44 Prozent.
Joe Ward: Ein Brite soll den weltweiten Absatz retten
Inmitten dieser volatilen Marktlage besetzt Tesla eine seiner wichtigsten Schlüsselpositionen neu. Joe Ward, der bisherige Vice President für die Region EMEA (Europa, Nahost und Afrika), steigt zum globalen Vertriebschef auf. Ward, der bereits seit 2010 im Unternehmen ist, gilt als erfahrener Krisenmanager.
Sein Auftrag ist gewaltig: Er muss nicht nur den massiven Absatzrückgang in Europa stoppen – wo die Zulassungen in Ländern wie Norwegen und den Niederlanden zuletzt um über 60 Prozent einbrachen –, sondern auch die globale Preisstrategie gegen die erstarkende Konkurrenz aus China verteidigen.
"Die Beförderung von Joe Ward signalisiert, dass Tesla den Fokus wieder stärker auf operative Exzellenz im Vertrieb legt, während Elon Musk sich verstärkt Projekten wie dem Optimus-Roboter und dem autonomen Fahren widmet."
Giga Shanghai Januar 2026: Die nackten Zahlen
| Kennzahl (Januar 2026) | Wert | Trend zum Vorjahr |
|---|---|---|
| Gesamtproduktion (Wholesale) | 69.129 Einheiten | + 9,3 % |
| Export aus Shanghai | 50.644 Einheiten | + 71,4 % |
| Verkäufe in China (Retail) | 18.485 Einheiten | - 45,0 % |
| Export-Anteil | ~ 73 % | Starker Anstieg |
Ursachenforschung: Warum schwächelt China?
Der Rückgang in China ist kein reines Tesla-Problem, sondern ein Effekt der gesamten Branche. Die Änderung der staatlichen Förderpolitik zum Jahreswechsel hat den Inlandsabsatz von New Energy Vehicles (NEV) um fast 20 Prozent einbrechen lassen. Dennoch trifft es Tesla besonders hart: Das Model Y, jahrelang der unangefochtene Spitzenreiter, verlor laut CPCA deutlich an Boden und rutschte in der Verkaufsstatistik zeitweise aus den Top 10.
Gleichzeitig nutzen chinesische Hersteller wie BYD oder Geely die Flaute, um ihre eigenen Exporte massiv hochzufahren. Tesla ist jedoch weiterhin der größte Einzel-Exporteur: Jedes sechste Elektroauto, das China im Januar verließ, trug das Tesla-Logo.
Fazit von Elektroquatsch: Tesla stellt sich globaler auf. Die Giga Shanghai dient nicht mehr primär der Eroberung Chinas, sondern fungiert als kosteneffizientes Backup für schwächelnde Märkte in Übersee. Mit Joe Ward an der Vertriebsspitze versucht Tesla nun, die weltweite Nachfrage wieder mit der hohen Produktionskapazität in Einklang zu bringen.




