Hardware-Cut beim Tesla Model S und Model X: Das Ende der Gaming-Ära
Lange Zeit warb Tesla mit "PS5-Niveau" im Infotainment-System seiner Flaggschiffe. Doch die Realität im Jahr 2026 sieht nüchterner aus. Wie Analysen des bekannten Tesla-Hackers @greentheonly belegen, hat Tesla bei Modellen, die nach Juni 2025 produziert wurden, die Hardware massiv abgespeckt. Der Fokus verschiebt sich weg von Gimmicks hin zur reinen Effizienz.
Dieser Schritt markiert eine Zäsur für das Model S und das Model X. Da beide Baureihen laut Branchenberichten noch in diesem Jahr eingestellt werden sollen, um Platz für völlig neue Plattformen zu machen, optimiert Tesla die laufende Produktion auf Kosteneffizienz. Für Fans von AAA-Spielen im Auto ist das ein herber Schlag.
Grafikpower halbiert: Die dedizierte GPU ist Geschichte
Der wohl gravierendste Einschnitt ist die komplette Entfernung der dedizierten Grafikkarte (dGPU). Bisher verfügten die Premium-Modelle über einen separaten Grafikchip, der für rechenintensive Anwendungen wie die Steam-Integration und komplexe 3D-Spiele zuständig war. Dieser Chip fehlt in den aktuellen 2025er-Modellen nun vollständig.
Zusätzlich wurde der interne NVMe-Speicher von großzügigen 256 GB auf 128 GB reduziert. Damit liegen Model S und X nun auf dem Niveau des Model 3 und Model Y. Zwar bleiben die 16 GB RAM (doppelt so viel wie in der Mittelklasse) erhalten, doch ohne die Grafikkarte bleibt das System eine "Light-Variante" seiner selbst.
| Hardware-Komponente | Model S/X (bis Mitte 2025) | Model S/X (aktuell 2026) |
|---|---|---|
| Grafikprozessor | Dedizierte GPU (dGPU) | Integriert / Entfernt |
| NVMe-Speicher | 256 GB | 128 GB |
| Arbeitsspeicher (RAM) | 16 GB | 16 GB |
| Steam-Support | Ja (Legacy-Modelle) | Nein |
Steam-Integration: Das stille Ende eines Versprechens
Als Elon Musk 2022 verkündete, dass Titel wie Cyberpunk 2077 auf dem Fahrzeugbildschirm laufen würden, war der Hype groß. Doch die Nutzung der Gaming-Features blieb weit hinter den Erwartungen zurück. Die meisten Nutzer greifen während der Ladezeit lieber zum Smartphone, anstatt einen Controller mit dem Auto zu koppeln.
Bereits Mitte 2024 begann Tesla, den Steam-Support für Neuauslieferungen zu streichen. Der jetzige Hardware-Ausbau ist somit nur der letzte Nagel im Sarg der Gaming-Träume. Das System bleibt zwar potent genug, um die Benutzeroberfläche auf Basis der Unreal Engine flüssig darzustellen, für "Serious Gaming" reicht die Puste jedoch nicht mehr aus.
"Die Entscheidung zeigt deutlich: Tesla priorisiert jetzt den Nutzwert und die Marge gegenüber Marketing-Gimmicks, die in der täglichen Praxis kaum eine Rolle spielen."
Was Käufer jetzt wissen müssen
Wer plant, einen Neuwagen der aktuellen 2025er-Charge zu kaufen, erhält immer noch ein erstklassiges Infotainment-System, muss aber auf die ehemals beworbene Gaming-Leistung verzichten. Echte Gamer, die Wert auf die Hardware-Power legen, sollten sich auf dem Gebrauchtmarkt nach Modellen umsehen, die zwischen 2022 und Anfang 2025 produziert wurden.
Die aktuellen Kürzungen sind ein klares Signal dafür, dass die Lebenszyklen von Model S und Model X ihrem Ende entgegengehen. Tesla bereitet das Feld für die nächste Generation vor, die voraussichtlich auf einer völlig neuen Architektur basieren wird.



