Wer kennt es nicht? Ein milchiger Film auf der Innenseite der Frontscheibe, genau dort, wo die Kameras für den Autopiloten sitzen. Tesla-Besitzer kämpfen seit Jahren mit dem sogenannten "Off-Gassing" – Ausdünstungen der Kunststoff-Armaturen, die sich als öliger Schleier auf das Glas legen. Doch aktuelle Bilder von neu ausgelieferten Model Y Fahrzeugen (Januar 2026) zeigen: Tesla hat endlich eine Hardware-Lösung parat.
Das Ende des "Kamera-Nebels": Was ist neu?
Die bisherige Konstruktion der Kamera-Einheit am Rückspiegel war zum Innenraum hin teilweise offen. Dadurch konnte die mit Weichmachern angereicherte Kabinenluft ungehindert an die Innenseite der Windschutzscheibe gelangen. Die Folge: Blendeffekte bei direktem Sonnenlicht und Fehlermeldungen der FSD-Software ("Kamera verdeckt oder geblendet").
Das neue Design, das erstmals an Fahrzeugen der Baureihe 2026 gesichtet wurde, setzt auf eine vollständige Versiegelung. Das Kameragehäuse schließt nun luftdicht mit der Scheibe ab. Ein Luftaustausch mit dem restlichen Innenraum findet nicht mehr statt, wodurch die gefürchteten Ablagerungen effektiv verhindert werden.
Technische Analyse: Synergien mit dem Cybercab
Interessanterweise ähnelt das neue Bauteil frappierend dem Design, das Tesla für seine kommenden Robotaxis (Cybercab) vorgestellt hat. Tesla scheint hier seine Hardware-Architektur zu vereinheitlichen. Für den autonomen Betrieb ist eine absolut klare Sicht ohne manuelle Reinigungsintervalle essenziell.
| Feature | Altes Gehäuse (bis 2025) | Neues Gehäuse (ab 2026) |
|---|---|---|
| Bauweise | Semi-offen (Lufteintritt möglich) | Vollständig versiegelt |
| Wartung | Jährliche Reinigung empfohlen (~60 €) | Wartungsfrei konzipiert |
| FSD-Stabilität | Anfällig für Blendung durch Schleier | Optimiert für Unsupervised FSD |
Elon Musk hält sein Versprechen
Bereits im letzten Jahr hatte CEO Elon Musk die Reinigungsprozedur der Frontkameras als "zu kompliziert" kritisiert. Bisher mussten Besitzer oft das gesamte Gehäuse demontieren oder teure Werkstattbesuche in Kauf nehmen, um den Film zu entfernen. Zwar bietet Tesla teilweise kostenlose Reinigungen an, doch eine konstruktive Lösung war längst überfällig.
"Die Vereinfachung der Kamera-Wartung ist ein zentraler Fokus für unser Engineering-Team. Wir wollen, dass die Hardware sich selbst schützt." – Elon Musk (2025).
Gibt es ein Retrofit für ältere Modelle?
Die brennende Frage für Bestandskunden: Kann das neue Gehäuse nachgerüstet werden? Bisher gibt es dazu seitens Tesla kein offizielles Statement. Da die Montagepunkte und die Scheibengeometrie des Model Y weitgehend identisch geblieben sind, hofft die Community auf ein Upgrade-Kit. Bis dahin bleibt für Besitzer älterer Modelle nur der Griff zum Mikrofasertuch und Glasreiniger – oder der Weg ins Service Center.
Fazit: Kleines Teil, große Wirkung
Auch wenn es nur wie eine kleine Plastikabdeckung aussieht, ist das neue Kamera-Housing ein entscheidender Schritt für die Zuverlässigkeit von Teslas "Vision-Only"-Ansatz. Wer heute ein neues Model Y bestellt, darf sich über ein System freuen, das auch bei tiefstehender Sonne deutlich seltener den Dienst quittiert.



