Uber investiert 100 Mio.$ in eigenes Robotaxi-Ladenetz

Constantin Hoffmann

Constantin Hoffmann

Uber investiert 100 Mio.$ in eigenes Robotaxi-Ladenetz

Uber verlässt den rein „Asset-light“-Pfad und investiert 100 Millionen US-Dollar in den Aufbau einer eigenen Schnelllade-Infrastruktur. Die neuen Stationen entstehen direkt in Robotaxi-Depots und an strategischen „Pit-Stops“, um die wachsende Flotte von autonomen Partner-Fahrzeugen (wie von Waymo, WeRide oder Lucid) effizient am Rollen zu halten.

Infrastruktur-Offensive: Uber baut das Rückgrat für die Robotaxi-Ära

Uber macht ernst mit seiner Vision der fahrerlosen Zukunft: Der Mobilitäts-Riese hat eine Investition von über 100 Millionen US-Dollar angekündigt, um ein globales Netzwerk aus DC-Schnellladestationen aufzubauen. Damit adressiert das Unternehmen einen der größten Flaschenhälse für autonome Flotten: die zuverlässige und schnelle Energieversorgung in hochfrequentierten urbanen Zentren.

Die Strategie markiert einen signifikanten Wandel für Uber. Während das Unternehmen bisher darauf setzte, keine eigenen Fahrzeuge oder Infrastruktur zu besitzen, erfordert die Skalierung von über 20 bestehenden Partnerschaften im Bereich autonomes Fahren (AV) nun physische Präsenz. Die neuen Ladepunkte werden primär in sogenannten AV-Depots installiert, in denen die Fahrzeuge nicht nur laden, sondern auch gereinigt, gewartet und inspiziert werden.

Fokus auf USA und Europa: Die ersten Standorte

Die erste Phase des Rollouts konzentriert sich auf strategische Märkte, in denen die Robotaxi-Dichte bereits zunimmt. In den USA startet der Ausbau in der San Francisco Bay Area, Los Angeles und Dallas. In Europa arbeitet Uber mit regionalen Partnern zusammen, um hunderte neue Schnelllader zu realisieren.

  • USA: Partnerschaft mit EVgo in New York, Los Angeles, Boston und San Francisco.
  • Großbritannien: Installationen durch Hubber und Ionity in London.
  • Spanien & Frankreich: Electra übernimmt den Aufbau in Paris und Madrid.

Ein Anreizsystem für Ladesäulen-Betreiber

Um den Ausbau zu beschleunigen, nutzt Uber ein innovatives Finanzmodell: sogenannte Utilization Guarantees. Dabei garantiert Uber den Betreibern eine Mindestauslastung der Stationen. Sollten die Robotaxis oder die menschlichen Uber-Fahrer weniger laden als prognostiziert, gleicht Uber die Differenz finanziell aus. Das senkt das Risiko für Investoren und sorgt dafür, dass auch in weniger lukrativen Stadtteilen Ladesäulen entstehen.

"Städte können das volle Versprechen von Autonomie und Elektrifizierung nur einlösen, wenn die richtige Infrastruktur für große Skalierung gebaut wird." – Pradeep Parameswaran, Global Head of Mobility bei Uber

Wachsendes AV-Ökosystem im Jahr 2026

Bis Ende 2026 will Uber in mindestens 10 Städten weltweit autonome Fahrten anbieten. Erst kürzlich wurde bekannt gegeben, dass ab sofort auch in München Robotaxis von Momenta über die Uber-App gebucht werden können. Im Nahen Osten expandiert das Unternehmen gemeinsam mit WeRide und plant dort eine Flotte von über 1.200 Fahrzeugen.

Partner-Kategorie Wichtige Unternehmen (Auszug)
AV-Technologie & Robotaxis Waymo, WeRide, Momenta, Waabi, Wayve
Fahrzeughersteller (OEM) Lucid (Gravity SUV), Volkswagen (Vans), Nuro
Ladeinfrastruktur EVgo, Ionity, Electra, Hubber, Revel

Für Tech-Enthusiasten besonders spannend: Auf der CES 2026 präsentierte Uber zusammen mit Lucid den "luxuriösesten Robotaxi der Branche" auf Basis des Gravity SUV, der noch dieses Jahr in San Francisco an den Start gehen soll.

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