VDA-Warnung 2026: Massive Standortkrise bedroht Jobs in Deutschland

Constantin Hoffmann

Constantin Hoffmann

VDA-Warnung 2026: Massive Standortkrise bedroht Jobs in Deutschland

VDA-Präsidentin Hildegard Müller schlägt Alarm: Deutschland und Europa stecken in einer „massiven Standortkrise“. Während die USA und China mit marktbasierten Anreizen boomen, ersticken deutsche Unternehmen an Bürokratie und hohen Energiekosten. Das Ergebnis ist schmerzhaft: Jedes zweite Unternehmen baut aktuell Stellen in Deutschland ab – oft, um sie gleichzeitig im Ausland neu zu schaffen. Müller fordert ein radikales Umsteuern in Berlin und Brüssel, um den schleichenden Verlust von Wohlstand und Arbeitsplätzen zu stoppen.

Die Zahlen lügen nicht: Auf der Jahrespressekonferenz des Verbandes der Automobilindustrie (VDA) am 9. Februar 2026 zeichnete Präsidentin Hildegard Müller ein düsteres Bild des Industriestandorts Deutschland. Trotz einer Rekordproduktion von E-Autos im Januar wandern Investitionen und Arbeitsplätze in besorgniserregendem Tempo ins Ausland ab.

Die nackten Zahlen: Flucht aus Deutschland

Eine aktuelle VDA-Umfrage unter Zulieferern und mittelständischen Herstellern offenbart das Ausmaß der Krise. Die Bereitschaft, im eigenen Land zu investieren, ist auf einem Tiefpunkt angelangt:

  • Investitionsstopp: 72 % der Unternehmen haben geplante Investitionen in Deutschland verschoben, gestrichen oder ins Ausland verlagert.
  • USA & China locken: Während 33 % der Firmen ihr Engagement in der EU zurückfahren wollen, planen 28 % einen Ausbau in den USA und 22 % in China.
  • Stellenabbau: Im Jahr 2025 fielen bereits rund 47.000 Stellen in der Branche weg. Aktuell gibt jedes zweite Unternehmen an, weiteres Personal in Deutschland abzubauen.

Besonders brisant: Rund 49 % der Firmen, die hierzulande Stellen streichen, bauen diese gleichzeitig im Ausland wieder auf. Ein direkter Transfer von Know-how und Wertschöpfung weg von Europa.

Das "Automotive Package": Technologieoffenheit oder Mogelpackung?

In Brüssel wird derzeit über das sogenannte "Automotive Package" verhandelt. Es sieht vor, das strikte Verbrenner-Verbot ab 2035 aufzuweichen – allerdings unter extrem hohen Hürden. Laut EU-Vorschlag vom Dezember 2025 dürften Verbrenner weiter zugelassen werden, wenn sie ihren CO2-Ausstoß kompensieren (z. B. durch 70 % "grünen Stahl" und 30 % E-Fuels).

Standortfaktor Status Deutschland / EU (2026) Forderung des VDA
Regulierung Planwirtschaftlich, strafbasierend Marktbasierte Anreize
Bürokratie Höchststand der Belastung (86 %) Echter Abbau, nicht nur Aufschub
Energiepreise International nicht wettbewerbsfähig Drastische Senkung für Industrie
Antriebswende Fokus auf Verpflichtungen Echte Technologieoffenheit

Müllers Abrechnung mit Brüssel

Hildegard Müller warf der EU-Kommission eine Kombination aus „Realitätsverweigerung und Relevanzillusion“ vor. Die Strategie, Transformation durch Verbote und Strafen zu erzwingen, sei krachend gescheitert. Stattdessen müsse Europa wieder lernen, durch attraktive Rahmenbedingungen zu führen.

„Es geht hier nicht um eine Krise der Industrie, sondern um eine massive Standortkrise. Wir entscheiden uns täglich gegen Deutschland und Europa – nicht weil wir wollen, sondern weil wir aus wirtschaftlichen Gründen dazu gezwungen werden.“ – Hildegard Müller, VDA-Präsidentin.

Hoffnungsschimmer: Die Innovationskraft bleibt

Trotz der Warnungen betonte Müller, dass das Potenzial Deutschlands nach wie vor riesig sei. Hochqualifizierte Fachkräfte und eine weltweit einzigartige Forschungslandschaft seien Pfunde, mit denen man wuchern könne. Doch diese Stärken müssten „wieder entfesselt“ werden. Ein erster Schritt wäre laut VDA die konsequente Umsetzung des „Automobil-Omnibus“, eines Entbürokratisierungspakets, das den Verwaltungsaufwand für Hersteller drastisch senken soll.

Fazit: Die Zeit der Lippenbekenntnisse ist vorbei

Der VDA-Bericht 2026 ist ein letzter Weckruf. Wenn Deutschland und die EU nicht augenblicklich von ihrem Kurs der Überregulierung abweichen, droht der Automobilindustrie eine dauerhafte Deindustrialisierung. Die Entscheidungsschlachten um die Mobilität der Zukunft werden derzeit in Washington und Peking gewonnen – während Berlin und Brüssel noch über Paragrafen streiten.

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