Honda Prologue: Totgesagte leben länger – oder doch nicht?
Die Elektromobilität in Nordamerika gleicht derzeit einer Berg-und-Tal-Fahrt. Nachdem Honda bereits die Entwicklung von drei kommenden E-Modellen (darunter der Acura RSX) gestoppt hat, rückt nun das aktuelle Zugpferd ins Rampenlicht: Der Honda Prologue. Laut einem Bericht von AutoForecast Solutions soll die Produktion des Elektro-SUVs bereits im Dezember 2026 eingestellt werden. Honda reagierte jedoch prompt und bezeichnete den Bericht gegenüber Fachmedien als „reine Spekulation“ – der Prologue bleibe fester Bestandteil des Line-ups.
Hintergrund der Gerüchte ist die schwierige Marktlage. Der Prologue basiert auf der Ultium-Plattform von General Motors und wird gemeinsam mit dem Chevrolet Blazer EV in Mexiko gefertigt. Da Honda erst kürzlich den eng verwandten Acura ZDX aufgrund mangelnder Nachfrage eingestellt hat, wirkt ein ähnliches Schicksal für den Prologue für viele Branchenbeobachter plausibel.
Absatzzahlen im freien Fall
Die Zahlen sprechen eine deutliche Sprache. Seit im September 2025 die staatlichen E-Auto-Prämien in den USA gestrichen wurden, ist der Markt für reine Stromer regelrecht eingebrochen. Auch Honda bekommt dies schmerzhaft zu spüren:
| Zeitraum / Kennzahl | Details zum Honda Prologue |
|---|---|
| Absatz 2025 (Gesamtjahr) | 39.194 Einheiten |
| Absatz Jan-Feb 2026 | 1.731 Einheiten |
| Veränderung zum Vorjahr | - 74,6 % |
| Basis | GM Ultium-Plattform |
| Status | Offiziell im Programm (Produktionsstopp-Gerücht dementiert) |
Kurskorrektur Richtung Hybrid?
Honda steht mit seinen Problemen nicht allein da. Auch US-Riesen wie Ford und General Motors melden Milliardenverluste in ihren Elektro-Sparten. Honda selbst rechnet für das aktuelle Geschäftsjahr mit Verlusten von bis zu 16 Milliarden US-Dollar im EV-Bereich. Dies hat bereits dazu geführt, dass radikale Schnitte vorgenommen wurden: Die futuristischen Modelle der „0 Series“ (Limousine und SUV) wurden bereits vor ihrem Marktstart gestoppt.
Branchenexperten vermuten, dass Honda seine Ressourcen nun massiv in Richtung Hybrid-Antriebe umschichtet, die bei nordamerikanischen Käufern derzeit deutlich höher im Kurs stehen als reine Elektrofahrzeuge ohne staatliche Kaufanreize.
„Der Bericht basiert rein auf Spekulation. Der Prologue bleibt Teil unseres Angebots.“ – Honda-Sprecher.
Ob Honda den Prologue über das Jahr 2026 hinaus retten kann, wird maßgeblich davon abhängen, ob sich die Verkaufszahlen stabilisieren oder ob die Kooperation mit General Motors unter dem Kostendruck weiter bröckelt. Für Käufer bedeutet die aktuelle Unsicherheit vor allem eines: Wer einen Prologue will, könnte bald von hohen Rabatten profitieren, während Honda versucht, die Lagerbestände abzuverkaufen.



