Die Ikone kehrt elektrisch zurück: Erster Blick auf den VW Golf 9
Es ist das wohl wichtigste Modell für die Zukunft des Wolfsburger Stammwerks: Auf einer Betriebsversammlung hat Volkswagen am 6. März 2026 erstmals ein Teaserbild der neunten Golf-Generation präsentiert. Das Bild markiert den offiziellen Startschuss für die Ära des ID. Golf, der ab 2028 die Erfolgsgeschichte des Kompaktwagens in das Zeitalter der Scalable Systems Platform (SSP) überführen soll.
Design: Kantiger, breiter, elektrischer
Obwohl das Teaserbild nur eine Silhouette zeigt, lassen sich markante Änderungen zum aktuellen Golf 8.5 ausmachen. Das Heck wirkt deutlich kantiger, betont durch einen markanten Dachspoiler. Besonders auffällig ist der weite Radstand, der auf die Vorteile der neuen SSP-Architektur hindeutet. Designchef Andreas Mindt kündigte an, dass der neue Golf eine Brücke schlagen wird: Er übernimmt Anleihen der ikonischen Ur-Gölfe, nutzt aber die cleane Formsprache der neuen Einstiegs-Stromer wie dem ID. Every1.
| Kategorie | Details zum VW Golf 9 (ab 2028) |
|---|---|
| Name (Elektro) | ID. Golf |
| Plattform (BEV) | SSP (Scalable Systems Platform) |
| Produktionsort | Wolfsburg (Stammwerk) |
| Antriebsvarianten | Vollelektrisch (SSP) & Hybrid/Verbrenner (MQB-Update) |
Zweigleisige Strategie: Verbrenner ziehen nach Mexiko
Trotz des Fokus auf die Elektromobilität hält VW am „Power of Choice“-Prinzip fest. Der Golf 9 wird weiterhin mit Verbrennungsmotoren angeboten, allerdings in Form von stark überarbeiteten Hybrid-Varianten. Um in Wolfsburg Platz für die hochmoderne Elektro-Produktion zu schaffen, wird die Fertigung des aktuellen Verbrenner-Modells ab der zweiten Jahreshälfte 2027 nach Mexiko verlagert. Der vollelektrische Golf-Nachfolger bleibt hingegen „Made in Germany“.
- Mehr Innenraum: Dank der SSP-Plattform bietet der ID. Golf bei kompakten Außenmaßen den Platz eines Passat.
- Technologie-Sprung: 800-Volt-Systeme und autonomes Fahren nach Level 3 sollen zum Standard im Kompaktsegment werden.
- Verbindlichkeit: Betriebsratschefin Daniela Cavallo betonte, dass die Entscheidung für den E-Golf aus Wolfsburg „ohne Wenn und Aber“ steht.
„Der neue Golf muss ein echter Golf bleiben – sowohl im Design als auch in der Zugänglichkeit. Mit der SSP-Plattform haben wir die technische Basis, um die Ikone wieder zum Maßstab ihrer Klasse zu machen.“ — Andreas Mindt, Designchef Volkswagen
Rückkehr zur Tradition
Nachdem der ID.3 als eigenständiges Modell die elektrische Vorreiterrolle einnahm, besinnt sich VW nun wieder auf seine stärksten Markennamen. Der Name „Golf“ hat eine globale Strahlkraft, die künftig wieder das Zentrum der Modellpalette bilden soll. Damit korrigiert VW den Kurs der letzten Jahre und setzt voll auf die emotionale Bindung der Kunden an die traditionsreichen Modellbezeichnungen.
Fazit: Wolfsburgs Herz schlägt weiter
Das Teaserbild ist mehr als nur ein Ausblick auf ein neues Auto; es ist ein Versprechen an den Standort Wolfsburg. Mit dem ID. Golf auf SSP-Basis ab 2028 will VW beweisen, dass die Transformation zur E-Marke ohne den Verlust der eigenen Identität gelingen kann. Für Fans der Marke bedeutet das: Der Golf lebt weiter – leiser, geräumiger und digitaler als je zuvor.



