Volkswagen steht unter massivem Zugzwang. Während der Konzern 2025 zwar einen überraschenden Netto-Cashflow von sechs Milliarden Euro meldete, fressen strukturelle Probleme in China und wachsende Handelshemmnisse in den USA die Margen auf. Die Antwort von CEO Oliver Blume: Ein radikales Sanierungsprogramm, das bis 2028 jede fünfte Kostenstelle streichen soll.
"Die Ambition": 20 Prozent Kostensenkung konzernweit
Bei einer internen Krisensitzung Mitte Januar 2026 wurde Blume deutlich: „Wir müssen die Gewinnschwelle senken.“ Die angestrebten 20 Prozent Einsparungen betreffen nicht nur die Kernmarke VW, sondern das gesamte Portfolio von Audi bis Porsche sowie alle Kostenarten – von der Entwicklung über den Einkauf bis hin zum Vertrieb und dem Overhead.
Besonders kritisch ist die Lage bei der Umsatzrendite. Lag diese 2021 noch bei über 6 Prozent, rutschte sie 2024 auf magere 3,8 Prozent ab. Zum Vergleich: Mercedes-Benz (7,1 %) und BMW (5,4 %) agieren deutlich profitabler. Der Preiskrieg in China und die technologische Aufholjagd lokaler Konkurrenten lassen Wolfsburg kaum Spielraum für Verzögerungen.
Werksschließungen: Das Tabu wackelt
In der aktuellen Debatte ist ein Thema zurück, das VW jahrzehntelang mied: Standortschließungen in Deutschland. Während die Betriebsratsvorsitzende Daniela Cavallo und die IG Metall auf bestehende Vereinbarungen pochen, die Werksschließungen und betriebsbedingte Kündigungen bis Ende 2030 ausschließen, wird hinter den Kulissen bereits über "alternative Gesamtkonzepte" für Standorte wie Dresden oder Emden nachgedacht.
Die Fronten sind verhärtet:
- Das Management: Sieht in Werksschließungen das letzte Mittel, um die Fixkostenbasis an das sinkende Absatzvolumen anzupassen.
- Der Betriebsrat: Verweist auf das Tarifergebnis vom Februar 2026, das Beschäftigungssicherung als rote Linie definiert.
VW Kennzahlen & Sparziele (Stand Feb. 2026)
| Kennzahl / Ziel | Wert / Status | Zielhorizont |
|---|---|---|
| Gesamtes Sparvolumen | ca. 60 Milliarden Euro | bis Ende 2028 |
| Personalabbau (geplant) | 35.000 Stellen (sozialverträglich) | bis 2030 |
| Umsatzrendite (Ziel) | 6,5 Prozent | verschoben auf 2029 |
| Aktuelle Rendite (2024) | 3,8 Prozent | Ist-Zustand |
Zentralisierung als Effizienz-Hebel
Um die Kosten zu drücken, bündelt VW zentrale Bereiche markenübergreifend. Produktion, Einkauf und die Technische Entwicklung werden künftig in einem gemeinsamen Markengruppenvorstand zusammengeführt. Diese tiefere Verzahnung soll Doppelstrukturen eliminieren und Entscheidungswege verkürzen – ein Schritt, der laut Analysten längst überfällig war.
"Dies wird ein echtes Sanierungsprogramm. Im Prinzip steht alles auf dem Prüfstand: Materialkosten, Projekte und der gesamte administrative Apparat." – Auszug aus Teilnehmerkreisen der Führungssitzung.
Fazit von Elektroquatsch: Volkswagen befindet sich im "Krisenmodus". Oliver Blume muss den Spagat schaffen, die massiven Investitionen in die Software-Tochter CARIAD und neue E-Plattformen zu finanzieren, während er gleichzeitig die Kostenstruktur eines klassischen Industriegiganten zusammenstreicht. Die Jahrespressekonferenz am 10. März 2026 wird zeigen, wie konkret die Pläne für die deutschen Standorte wirklich sind.



