Rückschlag für die Geely-Premiumtochter: Zeekr muss in China über 38.000 Fahrzeuge des Modells 001 WE Edition in die Werkstätten rufen. Betroffen sind Fahrzeuge aus dem Produktionszeitraum 2021 bis 2024. Der Grund ist ein kritisches Sicherheitsproblem bei den verbauten 86-kWh-Batteriepaketen des Herstellers Sunwoda, bei denen die Gefahr eines thermischen Durchgehens besteht.
Das Sunwoda-Debakel: Wenn der Widerstand zur Gefahr wird
Laut der chinesischen Marktregulierungsbehörde SAMR kann es bei den betroffenen Fahrzeugen nach längerer Nutzung zu einem unzulässigen Anstieg des internen Widerstands in der Hochvoltbatterie kommen. Die Folge: Die Batterie überhitzt unkontrolliert. In der Fachsprache wird dies als "thermisches Durchgehen" bezeichnet – eine exotherme Kettenreaktion, die im schlimmsten Fall zu einer Explosion oder einem Fahrzeugbrand führen kann.
Der Rückruf ist der vorläufige Höhepunkt eines monatelangen Rechtsstreits zwischen Geely und Sunwoda. Erst am 6. Februar 2026 einigten sich beide Parteien auf einen Vergleich, nachdem Geelys Batterie-Sparte VREMT den Zulieferer auf Schadenersatz in Milliardenhöhe verklagt hatte. Sunwoda wird nun einen Großteil der Kosten für den Austausch der Akkus übernehmen müssen.
"Wir leiten diesen Rückruf proaktiv ein, um die Sicherheit unserer Kunden zu gewährleisten. Fahrzeuge, die Abweichungen in der Zellchemie zeigen, erhalten ein komplett neues Batteriepaket – kostenlos." – Statement von Zeekr.
Warum Deutschland nicht betroffen ist
Für Besitzer eines Zeekr 001 in Europa gibt es Entwarnung. Die hierzulande ausgelieferten Modelle nutzen eine grundlegend andere Hardware-Konfiguration. Während in China bei der "WE Edition" zeitweise auf die nun bemängelten 86-kWh-Zellen von Sunwoda zurückgegriffen wurde, rollen die europäischen Varianten standardmäßig mit der 100-kWh-NMC-Batterie von CATL vom Band.
Die CATL-Akkus (bekannt als Qilin-Batterie) gelten als technisch ausgereift und sind von den Fertigungsmängeln bei Sunwoda nicht betroffen. Deutsche Kunden fahren also weiterhin mit der gewohnt hohen Sicherheit der Geely-Plattform (SEA).
Fakten zum Zeekr 001 Rückruf (China)
| Detail | Information |
|---|---|
| Betroffene Modelle | Zeekr 001 WE Edition (86 kWh) |
| Stückzahl | 38.277 Fahrzeuge |
| Bauzeitraum | 08. Juli 2021 bis 18. März 2024 |
| Ursache | Fertigungsfehler bei Sunwoda-Zellen |
| Lösung | Kostenloser Austausch des Batteriepakets (ab 06. März 2026) |
Konsequenzen für Zeekr: Weg von externen Zulieferern
Dieser massive Rückruf beschleunigt Zeekrs Strategie, sich von externen Zell-Lieferanten unabhängiger zu machen. Das Unternehmen forciert nun den Einsatz der selbst entwickelten "Golden Brick Battery" (Goldene Batterie). Diese LFP-Zellen werden inhouse produziert und sollen durch eine extrem robuste Bauweise und optimiertes Thermomanagement solche Vorfälle künftig verhindern.
Besitzer der betroffenen Fahrzeuge in China werden über das cloudbasierte Überwachungssystem direkt informiert. Zeekr nutzt hierbei die Telemetriedaten der Fahrzeuge, um auffällige Kapazitätsminderungen oder Temperaturanstiege bereits im Vorfeld zu identifizieren, bevor es zu einem kritischen Vorfall kommt.
Fazit: Ein blaues Auge für Zeekr
Zwar ist der Rückruf kostspielig und kratzt am Image, doch die proaktive Kommunikation und der Fokus auf die "Goldene Batterie" zeigen, dass Zeekr aus den Fehlern der Vergangenheit lernt. Für den deutschen Markt bleibt der Vorfall eine Randnotiz – bestätigt aber die Entscheidung, hierzulande ausschließlich auf Premium-Komponenten von CATL zu setzen.




