Mogelpackung Zulassungszahlen? Die Wahrheit über den E-Auto-Markt 2025

Constantin Hoffmann

Constantin Hoffmann

Wer kaufte 2025 wirklich Elektroautos? Eine tiefere Analyse der KBA-Daten zeigt eine gewaltige Kluft: Während Luxus-Stromer wie der VW ID.7 fast ausschließlich als Dienstwagen rollen, bleibt Tesla der Liebling der Privatkäufer. Wir decken die Tricks der Hersteller bei den Zulassungsstatistiken auf.

Analyse der Zulassungszahlen 2025: Gewerbe-Boom gegen Privatmarkt

Das Jahr 2025 liefert spannende Einblicke in die deutsche Elektromobilität. Insgesamt wurden im vergangenen Jahr 539.541 rein elektrische Fahrzeuge (BEV) zugelassen. Ein genauer Blick auf die Statistik zeigt jedoch eine enorme Diskrepanz zwischen den Käufergruppen. Von der Gesamtzahl entfielen rund 344.000 Zulassungen auf den gewerblichen Bereich. Das entspricht einem Anteil von weit über 60 Prozent am Gesamtmarkt. Dabei stechen besonders einige deutsche Hersteller durch extrem hohe Gewerbequoten hervor.

Spitzenreiter und Mogelpackungen

Der VW ID.7 sicherte sich mit 34.563 Einheiten den ersten Platz in der Zulassungsstatistik. Doch die Detailanalyse offenbart eine Besonderheit. Über 90 Prozent dieser Fahrzeuge wurden gewerblich angemeldet. Weniger als zehn Prozent der Käufer eines ID.7 waren Privatpersonen. Ähnlich verhält es sich beim Audi Q4 e-tron, der mit einer Gewerbequote von 91 Prozent aufwartet. Solche Zahlen lassen vermuten, dass diese Modelle primär durch Leasingangebote für Firmenflotten und steuerliche Vorteile wie die 0,25 Prozent Regelung für Dienstwagen in den Markt gedrückt werden.

Im Gegensatz dazu gibt es Modelle, die bei Privatkunden deutlich beliebter sind. Der Cupra Born etwa verzeichnete eine gewerbliche Quote von nur 25,5 Prozent. Hier ist es dem Hersteller offensichtlich gelungen, die Endverbraucher direkt anzusprechen. Auch bei kleinen Fahrzeugen wie dem Fiat 500 Elektro mit etwa 30 Prozent Gewerbeanteil liegt der Fokus klar auf der privaten Nutzung.

Statistiken durch Tageszulassungen

Ein wichtiges Instrument der Branche bleiben die sogenannten Tageszulassungen. Händler melden Fahrzeuge für einen einzigen Tag an, um herstellerseitige Verkaufsziele zu erreichen. Diese Autos tauchen als Neuzulassung in der Statistik auf, werden aber unmittelbar danach als Gebrauchtwagen mit minimalem Kilometerstand weiterverkauft. Auf Verkaufsplattformen lassen sich viele ID.7 Modelle finden, die lediglich 10 bis 20 Kilometer auf dem Tacho haben und somit klassische Beispiele für diese Strategie sind. Für den Käufer bedeutet das den Nachteil, dass er rechtlich als zweiter Halter fungiert, was den Wiederverkaufswert beeinflussen kann.

Gewerbeanteile ausgewählter Modelle im Überblick

Modell Gewerblicher Anteil Charakteristik
VW ID.7 über 90 % Reines Flottenfahrzeug
Audi Q4 e-tron 91 % Starker Fokus auf Gewerbe
Porsche Taycan 82,2 % Hoher Dienstwagenanteil
VW ID.3 55 % Ausgewogener Mix
Tesla Model Y 39,9 % Stark im Privatmarkt
Tesla Model 3 31,5 % Beliebt bei Privatkäufern
Cupra Born 25,5 % Privatkunden-Favorit

Tesla und die Konkurrenz im Vergleich

Interessant ist die Position von Tesla. Während das Model 3 und das Model Y bei Privatkunden sehr erfolgreich sind, bleiben sie im gewerblichen Bereich hinter den deutschen Herstellern zurück. Dies liegt unter anderem an historisch gewachsenen Strukturen, da Tesla lange Zeit kaum Rabatte für große Flottenkunden anbot. Ein direkter Leistungsvergleich zeigt jedoch die Stärken der Amerikaner. Das Model 3 bietet oft mehr Reichweite, ein geringeres Gewicht und ein größeres Kofferraumvolumen als vergleichbare Modelle wie der VW ID.7 oder der Mercedes CLA, während der Preis oft deutlich niedriger angesetzt ist.

Die aktuellen Daten belegen, dass der deutsche Elektroautomarkt 2025 massiv von gewerblichen Entscheidungen und strategischen Zulassungen der Händler geprägt wurde. Während Marken wie VW und Audi ihre Zahlen über das Flottengeschäft sichern, behauptet sich Tesla weiterhin als starke Kraft im privaten Segment.

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