BYD Atto 3 Evo überrascht mit Techniksprung
In der neuen Folge von Elektroquatsch sitzen wir direkt im BYD Atto 3 Evo und genau das passt perfekt zum Anlass. Wir waren bei BYD in Hamburg vor Ort und konnten uns den überarbeiteten Atto 3 Evo direkt ansehen. Schon nach den ersten Eindrücken war klar, dass es hier nicht um ein kleines Facelift geht, sondern um einen echten Technologiesprung innerhalb eines laufenden Modellzyklus.
Besonders auffällig ist der Wechsel auf 800 Volt Technik. Das allein hebt das Auto in eine ganz andere Liga, weil damit deutlich höhere Ladeleistungen möglich werden. Laut den präsentierten Daten lädt der Atto 3 Evo nun von 10 auf 80 Prozent in 25 Minuten. Der Vorgänger brauchte dafür noch knapp 35 Minuten. Damit wird das Auto auf Langstrecke wesentlich alltagstauglicher.
Hinzu kommt eine Leistungsdaten, die in dieser Klasse fast absurd wirken. In der Allradversion beschleunigt der Atto 3 Evo in 3,9 Sekunden von 0 auf 100 km/h. Das ist ein Wert, den man eher bei sportlichen Performance Modellen erwartet als bei einem kompakten SUV im C Segment. Gerade weil das Auto optisch eher zurückhaltend auftritt, entsteht hier ein sehr ungewöhnliches Gesamtbild. Die Leistung steckt im Verborgenen.
Mehr Reichweite, mehr Platz, mehr Alltagstauglichkeit
BYD hat nicht nur beim Antrieb nachgelegt, sondern auch viele praktische Details verbessert. Beide Varianten nutzen eine 74,8 kWh große Batterie. Die Version mit Hinterradantrieb kommt auf bis zu 510 Kilometer Reichweite, die stärkere Excellence Variante auf 470 Kilometer. Damit bewegt sich das Auto in einem Bereich, der im Alltag für viele Nutzer vollkommen ausreichen dürfte.
Der Kofferraum wächst um 50 Liter und erstmals gibt es vorne auch einen Frunk. Genau solche Details machen aus einem technischen Update ein spürbar besseres Auto im Alltag. Auch im Innenraum merkt man, dass BYD den europäischen Markt inzwischen besser versteht. Größere Kopfstützen, ein reduzierteres Farbkonzept und einige überarbeitete Bedienlösungen sorgen dafür, dass der Wagen stimmiger wirkt als zuvor.
Im Innenraum bleibt die typische BYD Gestaltung mit den weichen Formen und den auffälligen Türdetails zwar erkennbar, aber vieles wirkt nun erwachsener. Das drehbare Display wurde in seiner Funktionalität reduziert, was wir in diesem Fall sogar als sinnvolle Entscheidung empfinden. Nicht jede Spielerei ist ein echter Mehrwert. Dafür sind andere Bereiche deutlich besser geworden.
Infotainment, Komfort und Assistenzsysteme auf hohem Niveau
Ein echter Pluspunkt ist das Infotainment. Das zentrale 15,6 Zoll Display reagiert sehr schnell, Navigation und App Start funktionieren flüssig und dank integrierter Google Dienste ist das System sofort vertraut. Auch der Zugriff auf den Google Play Store eröffnet viele Möglichkeiten, ohne dass sich das System träge oder unfertig anfühlt.
Dazu kommen zahlreiche Komfortfeatures. Es gibt Head up Display, belüftete Vordersitze, in der Excellence Version sogar beheizbare Rücksitze, Vehicle to Load mit bis zu 3,3 kW sowie ein umfangreiches Assistenzpaket serienmäßig. Die 360 Grad Kamera überzeugte bei der ersten Fahrt ebenfalls mit einer sehr guten Auflösung. Gerade in dieser Fahrzeugklasse ist das nicht selbstverständlich.
Auch die Verarbeitung machte auf uns einen soliden Eindruck. Kein störender Klavierlack, keine auffälligen Knarzgeräusche und ein klassischer Lenkstockhebel für die Fahrstufenwahl sorgen für eine angenehm unkomplizierte Bedienung. BYD scheint hier sehr gezielt auf Kritikpunkte der Vergangenheit reagiert zu haben.
BMW i3 offiziell vorgestellt
Ein weiteres zentrales Thema der Folge ist die offizielle Vorstellung des neuen BMW i3. Gemeint ist nicht der frühere Kleinwagen, sondern die neue elektrische Sportlimousine auf Basis der Neuen Klasse. Optisch erinnert das Fahrzeug stark an den neuen iX3, wirkt aber flacher, gestreckter und in unseren Augen auch attraktiver.
Technisch fährt BMW beim i3 groß auf. Das Topmodell i3 50 xDrive soll 469 PS leisten, auf einer 800 Volt Plattform basieren und mit einer 109 kWh großen Batterie ausgerüstet sein. Die maximale Reichweite wird mit knapp 900 Kilometern angegeben. Dazu kommt eine Ladeleistung von bis zu 400 kW. Das ist auf dem Papier absoluter Spitzenwert.
Im Innenraum übernimmt BMW die neue Designsprache mit dem breiten Panoramadisplay und einem markant geformten Zentraldisplay. Preislich soll der neue i3 bei etwa 65.000 Euro starten. Das ist viel Geld, aber BMW positioniert das Auto auch klar als technologische Speerspitze im eigenen Elektroportfolio.
Tesla mit Roadster Verzögerung, Cybercab Updates und neuen Technikplänen
Natürlich durfte Tesla in der Folge ebenfalls nicht fehlen. Eine der auffälligsten Meldungen betrifft den Roadster. Die Vorstellung verschiebt sich erneut. Statt Anfang April wird nun über Ende April spekuliert. Damit bleibt das Projekt weiter ein Symbol für Teslas chronische Verzögerungen bei besonders ambitionierten Fahrzeugen.
Beim Cybercab gibt es dagegen neue Hinweise auf die Serienreife. Neue, größere Frontkameras in der Windschutzscheibe deuten auf neue Hardware hin. Zusätzlich wurden weitere Details wie Ambientebeleuchtung, eine Kofferraumkamera und eine spezielle Mischbereifung bekannt. Auch Hochdruckreinigungen für einzelne Kameras sollen verbaut sein. Das zeigt, wie stark Tesla weiter am Robotaxi Konzept feilt.
Spannend ist auch ein neues Patent zum kabellosen Laden. Tesla will die Luftfederung nutzen, um das Fahrzeug millimetergenau über einer Ladeplatte auszurichten. Das soll Effizienzverluste verringern und die Nutzung einfacher machen. Noch ist das Zukunftsmusik, aber die Richtung ist klar.
Außerdem soll der Robotaxi Rollout nicht nur in Austin, sondern auch in Las Vegas und Dallas an Fahrt aufnehmen. Dort wurden bereits entsprechend ausgerüstete Model Y Fahrzeuge gesichtet. Parallel endet in New York die Produktion der letzten V3 Supercharger. Künftig setzt Tesla dort nur noch auf V4 Supercharger, was den nächsten Technologieschritt im Ladenetz markiert.
Tesla Software und neue Fabrikpläne
Beim Software Update 2026.8 gibt es mehrere Neuerungen. Für das neue Model Y Juniper kommt eine Komfortbremsfunktion, der Cybertruck erhält zusätzliche Warnsysteme und Spotify wird im Fahrzeug besser integriert. Gerade die neue Möglichkeit, innerhalb langer Playlists direkt ans Ende zu springen und die Sortierung besser zu steuern, wirkt klein, ist im Alltag aber tatsächlich sehr nützlich.
Auch bei der Chipproduktion denkt Tesla größer. Mit dem Projekt Terrafab will das Unternehmen die vertikale Integration weiter ausbauen und künftig stärker eigene Siliziumchips fertigen. Ziel ist es, enorme Produktionsmengen zu erreichen und damit langfristig unabhängiger von externen Zulieferern zu werden. In einer Zeit geopolitischer Unsicherheit passt dieses Projekt exakt in den aktuellen Trend der Industrie.
Dazu kommt der Optimus Roboter. Für die dritte Generation ist die Massenproduktion ab Sommer 2027 vorgesehen. Tesla schafft dafür große Produktionsflächen. Noch ist das Thema für viele abstrakt, aber es zeigt, wie breit Tesla inzwischen denkt. Das Unternehmen entwickelt längst nicht mehr nur Autos.
Polestar, Volvo, Kia und andere Hersteller im Überblick
Auch andere Marken hatten ihren Platz in der Folge. Polestar arbeitet am Nachfolger des Polestar 2. Das neue Modell soll länger werden, sich stärker in Richtung Sportlimousine entwickeln und wieder mehr physische Schalter im Cockpit bieten. Gerade der bisher knappe Platz im Fond war beim aktuellen Polestar 2 ein häufiger Kritikpunkt.
Beim Volvo EX30 gibt es dagegen schlechte Nachrichten aus den USA. Das Modell wird dort wegen Zöllen und anhaltender Schwierigkeiten eingestellt. Gleichzeitig zeigt sich aber, dass nicht jeder Besitzer diese Probleme bestätigt. Aus der Community kam direkt der Hinweis, dass manche Fahrer mit ihrem EX30 seit Monaten völlig problemlos unterwegs sind. Genau solche Einordnungen sind wichtig, weil sich Realität und Schlagzeilen oft unterscheiden.
Kia startet den EV2 mit einem Preis von 26.600 Euro. Das Auto ist kompakt, vergleichsweise günstig und dürfte für viele Käufer ein realistischer Einstieg in die Elektromobilität sein. Reichweite und Ladeleistung sind solide, auch wenn sie keine Rekorde brechen.
Chinesische Hersteller bleiben beim Tempo vorne
Ein großer Block der Folge drehte sich um den Vorsprung chinesischer Hersteller bei Entwicklung und Markteinführung. Eine Studie von Roland Berger zeigt, dass chinesische Autobauer Elektroautos im Schnitt deutlich schneller und günstiger entwickeln als europäische Konkurrenten. 33 Monate statt 49 Monate Entwicklungszeit und spürbar geringere Kosten sind ein klares Signal.
Dazu kommt, dass ein Großteil der Tests in China bereits virtuell und in Simulationen abläuft. Das spart Zeit, reduziert Prototypen und beschleunigt die Serienreife. Wenn man sich anschaut, wie schnell Marken wie BYD neue Modelle und Updates auf den Markt bringen, dann überrascht dieses Ergebnis nicht wirklich. Es liefert aber harte Zahlen für ein Gefühl, das in der Branche längst angekommen ist.
Volkswagen mit China Erfolg und neuem ID.3 Neo
Volkswagen war ebenfalls Thema. Einerseits wurde eingeordnet, dass VW in China in den ersten beiden Monaten 2026 tatsächlich die Marktführerschaft zurückerobert hat. Andererseits bleibt die Kritik bestehen, dass dieser Erfolg stark auf Verbrennern basiert, während die Zukunft des chinesischen Marktes klar elektrisch ist. Kurzfristig ist das ein Erfolg, langfristig bleibt die Frage offen.
Neu vorgestellt wurde außerdem der VW ID.3 Neo. Dabei handelt es sich um ein Facelift des bisherigen ID.3 mit überarbeitetem Infotainment, echten physischen Tasten am Lenkrad, One Pedal Driving, App Store im Fahrzeug, Vehicle to Load und digitalen Schlüsselfunktionen per Smartphone oder Smartwatch. Auch hier zeigt sich, dass Volkswagen auf Nutzerfeedback reagiert und frühere Fehlentscheidungen in der Bedienung korrigiert.
Spannend ist zudem der ID. Unyx 08 für China. Das Modell entstand in Zusammenarbeit mit Xpeng und wurde in nur 24 Monaten zur Serienreife gebracht. Genau solche Kooperationen könnten für europäische Hersteller künftig entscheidend werden, wenn sie beim Entwicklungstempo wieder aufschließen wollen.
Mehr Kooperationen, neue Modelle und eine klare Tendenz
Darüber hinaus ging es in der Folge noch um mehrere weitere Hersteller. Skoda hat 2025 wieder mehr als eine Million Fahrzeuge ausgeliefert. Mercedes und Geely prüfen zusätzliche gemeinsame Projekte über Smart hinaus. Lucid kündigt neue Modelle unterhalb des bisherigen Preisniveaus an und will mit Robotaxi Konzepten ebenfalls den Zukunftsmarkt besetzen. Hyundai startet in Las Vegas mit autonomen Ioniq 5 Robotaxis im kommerziellen Betrieb. Rivian bringt den R2 näher an die Serie und Dacia plant bis 2030 gleich mehrere neue Modelle, darunter einen besonders günstigen Elektro Kleinwagen.
All diese Meldungen zeigen, wie dynamisch sich der Markt gerade verändert. Während manche Hersteller noch sortieren und priorisieren, drücken andere bereits aufs Tempo. Die Elektromobilität entwickelt sich nicht mehr nur über einzelne Leuchtturmprojekte, sondern in immer mehr Segmenten gleichzeitig.
Fazit der Folge
Die 61. Episode von Elektroquatsch war vor allem deshalb spannend, weil sie zwei Dinge gleichzeitig sichtbar gemacht hat. Zum einen, wie stark sich ein Modell wie der BYD Atto 3 Evo innerhalb kurzer Zeit verbessern kann. Zum anderen, wie groß der technologische und strategische Druck in der gesamten Branche inzwischen geworden ist.
BMW liefert mit dem neuen i3 ein starkes Signal in Richtung Premium Elektromobilität. Tesla arbeitet weiter an Robotaxis, Chipfertigung und Automatisierung. Volkswagen korrigiert bei Bedienung und Software. Und chinesische Hersteller setzen mit Tempo, Pragmatismus und Entwicklungsstärke die Standards, an denen sich inzwischen fast alle messen lassen müssen.
Genau das macht diese Folge so interessant. Sie zeigt nicht nur einzelne Autos, sondern vor allem die Kräfteverhältnisse in einer Branche, die sich gerade schneller verändert als je zuvor.


