Die Bild und der seltsame Mercedes-Tesla-Vergleich
Constantin nimmt einen Artikel der Bild-Zeitung kritisch unter die Lupe, in dem der Mercedes Drive Assist Pro auf einer Pekinger Stadtfahrt mit dem CLA EQ in höchsten Tönen gelobt wird. Im Artikel wird Tesla FSD nur am Rande erwähnt und als unberechenbar beschrieben, während Mercedes als ruhig und souverän dargestellt wird. Bemerkenswert ist, dass derselbe Verlag in einem anderen Artikel vom April das Tesla FSD in den Niederlanden als beeindruckenden Riesensprung in Richtung autonomes Fahren bezeichnete. Die widersprüchliche Berichterstattung wirft Fragen zur journalistischen Konsistenz auf.
Reuters zweifelt, US-Behörde lobt
Reuters veröffentlichte einen Bericht, der Zweifel an der Zuverlässigkeit von FSD im realen Verkehr äußert. Es wird auf angebliche Sicherheitslücken hingewiesen, etwa beim Erkennen von Schulkinder-Dummies. Konkrete Datengrundlagen werden allerdings nicht genannt, was die Glaubwürdigkeit relativiert. Im Kontrast dazu hat die US-Verkehrssicherheitsbehörde NHTSA das Tesla Model Y getestet und als erstes Fahrzeug die strengeren neuen Prüfverfahren bestanden. Getestet wurden unter anderem der automatische Notbremsassistent, der Spurhalteassistent für Fußgänger sowie die Toter-Winkel-Überwachung.
FSD-Diskussion in der EU
In Brüssel wurde über eine EU-weite Zulassung des FSD-Systems diskutiert. Der ursprünglich auf 20 Minuten angesetzte Termin wurde auf 60 Minuten verlängert. Während die Niederlande als Vorreiter agieren, äußerten Schweden, Finnland, Dänemark und Norwegen Bedenken, insbesondere zum irreführenden Namen Full Self-Driving. Belgien plant indes eine Turbozulassung. In den ersten 19 Tagen seit Freigabe in den Niederlanden wurden über 10 Millionen Kilometer mit FSD zurückgelegt, was einem Tagesdurchschnitt von rund 500.000 Kilometern entspricht, ohne nennenswerte Zwischenfälle. Weltweit sind mittlerweile 16,1 Milliarden Kilometer unter FSD gefahren worden.
Änderungen bei FSD-Kauf und Klage in Europa
Tesla streicht in den Niederlanden die Einmalzahlungsoption für FSD zum 15. Mai. Danach kann das System nur noch im Abo abonniert werden. Zudem formiert sich eine Klage europäischer Model 3 Kunden, die sich hintergangen fühlen, weil sie kein FSD bekommen. Bislang haben sich rund 6.000 Personen der Petition angeschlossen.
Tesla Semi geht in Serie
Die Serienproduktion des Tesla Semi ist in Nevada angelaufen. Die neue 1,7 Millionen Quadratmeter große Fabrik soll eine Jahreskapazität von bis zu 50.000 Einheiten erreichen. Bekannt wurden auch die beeindruckenden Batteriekapazitäten: Die Long Range Variante verfügt über 822 Kilowattstunden mit 4680er NMC-Zellen und einer Reichweite von 500 Meilen, der Standard Range über 548 Kilowattstunden. Die Spitzenladeleistung liegt bei 1,2 Megawatt.
Tesla stellte zudem den neuen Base Charger vor, der mit bis zu 125 Kilowatt lädt und für die nächtliche Aufladung des Semi gedacht ist. Mit etwa 40.000 US-Dollar für zwei Einheiten ist er deutlich günstiger als der Mega Charger, der ab 188.000 US-Dollar startet. Der Base Charger sieht aus wie ein V4 Supercharger, hat aber alle Komponenten in einem Gehäuse integriert.
Robotaxi-Service erweitert Betriebszeiten
In Austin, Texas wurden die Betriebszeiten des Robotaxi-Service erweitert. Bislang fuhren die Robotaxis nur bis 16 Uhr, da die Kameras bei Dunkelheit Probleme hatten. Nun ist der Dienst auch abends und nachts verfügbar.
Cybertruck-Rückruf entlarvt geringe Verkaufszahlen
Ein Rückruf in den USA wegen möglicher Risse in den Bremsscheiben bei der Long Range Variante des Cybertrucks offenbarte eine ernüchternde Zahl: Insgesamt wurden nur 173 Einheiten dieser bereits eingestellten Variante verkauft. Auf dem US-Gebrauchtwagenmarkt ist hingegen das Tesla Model X aktueller Spitzenreiter, da die Nachfrage nach dem nicht mehr neu erhältlichen Modell stark gestiegen ist. Ein gebrauchtes Model X bleibt durchschnittlich nur 25,6 Tage auf dem Markt, während andere Fahrzeuge im Schnitt 60 Tage brauchen.
Tesla führt bei Markentreue
Eine Erhebung von S&P Global Mobility vom Februar 2025 zeigt, dass Tesla mit 61,1 Prozent die markentreueste Kundschaft hat. Die Kunden kaufen sich also wieder einen Tesla. Auf den weiteren Plätzen folgen Subaru, Toyota und Ferrari. Tesla konnte sich gegenüber dem Vorjahr um 6,4 Prozentpunkte verbessern. Auch die Zulassungszahlen in europäischen Ländern entwickeln sich positiv: Frankreich plus 112 Prozent, Schweden plus 111 Prozent, Dänemark plus 102 Prozent.
VW: Keine chinesischen Modelle für Europa
VW hat klargestellt, dass weder Pläne für den Export chinesischer Modelle nach Europa existieren noch Gespräche über die Nutzung europäischer Werke geführt werden. Damit dürfen Interessenten an den in China verfügbaren Modellen wie dem ID Unyx 09 ihre Hoffnungen begraben. Stattdessen liegt der Fokus auf asiatischen Märkten und potenziell auf Schwellenländern wie Vietnam, Indien, Südamerika und dem Nahen Osten.
Vier deutsche VW-Standorte vor dem Aus
Gerüchten zufolge stehen vier deutsche VW-Standorte vor der Schließung: Emden, Zwickau, Hannover und die Audi-Produktion in Neckarsulm. Hintergrund ist die geplante Reduzierung des Modellportfolios von 150 auf unter 100 Modelle. Sollten die in Neckarsulm gebauten Modelle Audi A7 und Q7 E-Tron ihren Lebenszyklus beenden, könnte der Standort dichtmachen. Zudem will Porsche seine IT-Division schließen.
Gerüchte um die Gläserne Manufaktur
Es kursierten Gerüchte, dass BYD die Gläserne Manufaktur in Dresden ganz oder teilweise übernehmen könnte. VW dementierte dies jedoch und hält am Plan fest, den Standort zusammen mit dem Freistaat Sachsen und der TU Dresden zu einem Innovationscampus umzubauen. Die Software-Tochter Cariad erhielt eine Bestandsgarantie bis in die 2030er Jahre.
VW-Manager auf PR-Tour
VW-Beschaffungsvorstand Carsten Schnake erklärte, Krise sei das neue Normal, betonte aber, dass VW bei der Rohstoffbeschaffung gut aufgestellt sei. VW-Vertriebsvorstand Martin Sander äußerte sich zur Elektrostrategie und kritisierte den Tonfall der E-Mobilitätsdiskussion. Er kündigte erneut die Rückbesinnung auf alte Markennamen wie ID Polo sowie eine echte True-Volkswagen-Bedienphilosophie mit physischen Knöpfen an. Sander betonte, Kunden überzeuge man nicht mit Verboten von Gewohntem.
Rivian erweitert Werkskapazität
Rivian baut sein neues Werk in Georgia 50 Prozent größer als ursprünglich geplant. Die Kapazität soll von 200.000 auf 300.000 Fahrzeuge pro Jahr steigen. Das US-Energieministerium hat dafür einen Kredit von 4,5 Milliarden US-Dollar gewährt. Der Produktionsstart ist für Ende 2028 angesetzt. In Kooperation mit Uber sollen jährlich bis zu 50.000 Robotaxis vom Band laufen.
BMW erreicht Elektro-Meilenstein
Die BMW Group hat 2 Millionen Elektroautos produziert. Das zwei millionste Fahrzeug war ein i5 M60 xDrive aus dem Werk Dingolfing, wo seit 2021 mehr als 320.000 elektrische Fahrzeuge gefertigt wurden. Ab August soll dort auch der i3 produziert werden.
Elektrischer M3 mit 1.000 PS
BMW hat sich zum elektrischen M3 geäußert, der auf der Neuen Klasse basiert und mit vier Motoren rund 1.000 PS leisten soll. Sowohl der Verbrenner-M3 als auch der elektrische i M3 sollen optisch und preislich nahe beieinander liegen. Der M3 Verbrenner soll sich designtechnisch sogar am Elektroauto orientieren. Der Kunde soll sich frei zwischen den Antrieben entscheiden können, ohne dass der Preis ein entscheidendes Argument darstellt.
Mercedes C-Klasse mit EQ Technologie bestellbar
Die elektrische C-Klasse ist nun bestellbar und startet bei 67.711 Euro für den C 400 4Matic mit 800 Volt Architektur, Allradantrieb, 360 Kilowatt Leistung und einer Reichweite von bis zu 762 Kilometern. Die Ladeleistung erreicht 330 Kilowatt. Bereits mit dem Premium Plus Paket und Night Paket steigt der Preis schnell auf rund 80.000 Euro.
Mercedes eActros 600 als E-Autotransporter
Der Mercedes eActros 600 hatte seinen ersten Einsatz als vollelektrischer Autotransporter. Die Strecke führt zwischen Vamdrup in Dänemark und Bremerhaven, wobei bis zu sechs Pkw transportiert werden können. Die Batteriekapazität liegt bei über 600 Kilowattstunden, die Reichweite ohne Zuladung bei knapp 500 Kilometern.
Neue Förderung für Lade-Infrastruktur bei Nutzfahrzeugen
Die Bundesregierung stellt bis zu eine Milliarde Euro für den Ausbau der Ladeinfrastruktur für batterieelektrische Nutzfahrzeuge bereit. Die Förderquote liegt bei bis zu 40 Prozent der Investitionskosten. Gefördert werden Ladepunkte, Netzanschlüsse, Transformatoren sowie Bau- und Installationsmaßnahmen. Für kleine und mittlere Unternehmen gibt es ein vereinfachtes First-Come-First-Serve-Verfahren.
Chinesische Marken drängen nach Europa
Deepal, Omoda und Changan preschen mit aller Macht auf den europäischen Markt vor. Changan ist bereits in 118 Ländern aktiv, betreibt 77 Werke weltweit und hat 22 Produktionsstandorte mit einer jährlichen Auslandskapazität von 350.000 Einheiten. Bis 2030 sollen 1,5 bis 1,8 Millionen Fahrzeuge außerhalb Chinas verkauft werden. Auch Kanada hat seine 100-prozentigen Zölle auf chinesische Autos für die ersten 49.000 Fahrzeuge gelockert.
Nissan N7 als neues Elektromodell
Auf der Auto China in Peking präsentierte Nissan den N7, ein 4,87 Meter langes Oberklasse-SUV mit LED-Lichtband und 20 Zoll Felgen. Es verfügt über eine 81 Kilowattstunden Batterie, 800 Volt Technik und lädt von 10 auf 80 Prozent in 12 Minuten. Die Leistung beträgt 340 PS, eine Range Extender Variante ist geplant. Der Innenraum bietet klimatisierte Massagesitze, zwei 15,6 Zoll Bildschirme, 25 Lautsprecher und einen 773 Liter Kofferraum. In China kostet das Auto umgerechnet 20.000 bis 26.000 Euro.
Peugeot Concept 6 und Concept 8
Peugeot stellte auf der Auto China zwei neue Konzeptfahrzeuge vor. Das Concept 6 als Limousine im Shooting Brake Stil und das Concept 8 als sportliches Performance SUV oberhalb des aktuellen 5008. Die Modelle markieren einen Neuanfang in der Designsprache mit auffälligen dreigeteilten Scheinwerfern und beleuchtetem Logo zwischen den Lichtbändern. Die Produktion erfolgt in Zusammenarbeit mit Dongfeng im Werk Wuhan, zunächst für China und später für Europa.
Citroën plant Elektroauto unter 15.000 Euro
CEO Xavier Chardon kündigte ein Stadtelektroauto unter 15.000 Euro an. Das Konzeptfahrzeug soll im Oktober 2026 auf dem Pariser Autosalon präsentiert werden, der Marktstart ist für 2027 geplant. Das Auto wird preislich deutlich unter dem ëC3 liegen und gilt als indirekter Nachfolger des Citroën C1 im A-Segment. Mit staatlicher Förderung könnte es ein attraktives Einstiegsmodell für Käufer mit kleinerem Budget werden.


