Produktions-Reset in Ingolstadt: Platz machen für die elektrische Zukunft
Im Audi-Stammwerk Ingolstadt bricht eine neue Ära an. Um die Kapazitäten für die steigende Nachfrage nach Elektrofahrzeugen und insbesondere für den kommenden Audi A2 e-tron zu bündeln, hat Audi die Produktion des kompakten Verbrenners Q2 im April 2026 offiziell beendet. Fast 890.000 Einheiten des Typs liefen seit 2016 vom Band, doch nun muss das Einstiegs-SUV weichen, um den Weg für die Elektrifizierung des Standorts freizumachen.
Parallel dazu endet auch die Ära des Audi A1 im spanischen Martorell. Audi bereinigt sein Portfolio am unteren Ende, um sich auf margenstarke Elektromodelle und die neue Generation kompakter Stromer zu konzentrieren. Ingolstadt fungiert dabei als Speerspitze: Nach dem Q6 e-tron und dem A6 e-tron markiert der Start des A2 e-tron im Herbst 2026 den nächsten Meilenstein in der Werksgeschichte.
Verbundfertigung: Die Logistik-Brücke zwischen Ingolstadt und Győr
Um die Auslastung der Werke zu optimieren und gleichzeitig die hohe Nachfrage nach dem Audi Q3 zu bedienen, setzt Audi auf ein intelligentes Verbundsystem mit dem ungarischen Standort Győr. Ab Mitte 2026 werden Karosserien für den Q3 in Ungarn gefertigt und anschließend per Bahn nach Ingolstadt transportiert. Dort erfolgen die Lackierung und die Endmontage.
Dieser logistische Kraftakt wurde innerhalb von weniger als einem Jahr realisiert. Die enge Verzahnung ermöglicht es Audi, die Produktion flexibel zwischen Verbrennern wie dem A3 oder Q3 und den neuen E-Modellen zu steuern. Dies sichert nicht nur Arbeitsplätze am Heimatstandort, sondern erlaubt auch eine schnellere Reaktion auf schwankende Markttrends im SUV-Segment.
Technische Daten & Ausblick: Von der City-Klasse zum Elektro-Sportwagen
Der Audi A2 e-tron wird als urbaner Premium-Stromer positioniert, der das Erbe des legendären Aluspardose-A2 antritt – diesmal jedoch auf einer modernen Elektro-Plattform mit Fokus auf Aerodynamik und Effizienz. Doch Ingolstadt ist nicht der einzige Standort im Wandel: In Neckarsulm laufen bereits die Vorbereitungen für das Projekt „Concept C“, einen elektrischen Sportwagen, der ab 2027 in den exklusiven Böllinger Höfen gefertigt werden soll.
| Modell | Produktionsstatus | Standort |
|---|---|---|
| Audi Q2 | Produktion beendet (April 2026) | Ingolstadt |
| Audi A2 e-tron | Produktionsstart Herbst 2026 | Ingolstadt |
| Audi Q3 (Verbund) | Start Mitte 2026 | Győr / Ingolstadt |
| Audi Concept C | Start 2027 | Böllinger Höfe (Neckarsulm) |
Real-World-Impact: KI und Digitalisierung im Fokus
Die Umstellung der Hardware ist nur die halbe Miete. Audi entwickelt Neckarsulm parallel zum Kompetenzzentrum für Künstliche Intelligenz (KI) weiter. Durch die Kooperation mit dem Innovationspark für Künstliche Intelligenz (IPAI) in Heilbronn fließen KI-gestützte Lösungen direkt in die Fertigungsprozesse ein. Das Ziel ist eine „Smart Factory“, in der Fehlerquoten durch maschinelles Lernen minimiert und Ressourcen effizienter genutzt werden.
"Der Audi A2 e-tron ist für Ingolstadt der nächste Meilenstein auf dem Weg in das elektrische Zeitalter. Ich bin stolz, dass dieses Auto an unserem Heimatstandort produziert wird." – Siegfried Schmidtner, Werkleiter Ingolstadt.
Für Kunden bedeutet dieser Umbau vor allem eine höhere Verfügbarkeit der neuen E-Modelle und eine modernere Ausstattung durch die digitalisierte Produktion. Der A2 e-tron soll dabei beweisen, dass Premium-Qualität und kompakte Abmessungen im Elektro-Zeitalter perfekt zusammenpassen. Mit der konsequenten Streichung kleiner Verbrennermodelle macht Audi unmissverständlich klar: Die Zukunft der Ringe ist elektrisch, digital und hochgradig vernetzt.



