Audi-Bilanz 2025: Elektro-Sparte glänzt, Geopolitik drückt aufs Ergebnis
Audi hat die Zahlen für das abgelaufene Geschäftsjahr 2025 präsentiert und zeichnet ein Bild von Licht und Schatten. Während der Umsatz leicht auf 65,5 Milliarden Euro kletterte (Vorjahr: 64,5 Mrd. Euro), sackte das operative Ergebnis auf 3,4 Milliarden Euro ab. Hauptverantwortlich dafür sind laut Finanzvorstand Jürgen Rittersberger vor allem die US-Zölle, die das Ergebnis mit satten 1,2 Milliarden Euro belasteten.
Trotz der globalen Gegenwinde konnte die Markengruppe ihren Netto-Cashflow auf 3,4 Milliarden Euro steigern. Dennoch sank die operative Umsatzrendite von 6,0 auf 5,1 Prozent. Audi reagiert auf diesen Margendruck mit einem strikten Performance-Programm und einer Verjüngung des gesamten Portfolios, um im harten Wettbewerb – besonders in China – bestehen zu können.
E-Mobilität als Wachstumstreiber: Q6 und A6 e-tron liefern ab
Der eigentliche Lichtblick der Bilanz ist die Performance der vollelektrischen Modelle. Mit über 223.000 ausgelieferten E-Autos konnte Audi ein Plus von 36 Prozent im Vergleich zum Vorjahr verbuchen. Damit ist mittlerweile fast jeder siebte ausgelieferte Audi ein Stromer. Besonders die neuen Hoffnungsträger auf der PPE-Plattform schlugen voll ein.
Der Audi Q6 e-tron entwickelte sich mit rund 84.000 Einheiten zum absoluten Bestseller im Elektro-Segment, dicht gefolgt vom A6 e-tron mit 37.000 Auslieferungen. Für das laufende Jahr 2026 plant Audi, diesen Schwung mit dem neuen Einstiegsmodell A2 e-tron und einem Facelift des populären Q4 e-tron weiter auszubauen.
| Kennzahl | Geschäftsjahr 2024 | Geschäftsjahr 2025 |
|---|---|---|
| Umsatzerlöse | 64,5 Mrd. Euro | 65,5 Mrd. Euro |
| Operatives Ergebnis | 3,9 Mrd. Euro | 3,4 Mrd. Euro |
| E-Auto Auslieferungen | < 165.000 | 223.000 (+36 %) |
| Netto-Cashflow | 3,1 Mrd. Euro | 3,4 Mrd. Euro |
Fokus auf China und USA: Regionalstrategien im Check
Um die Abhängigkeit von einzelnen Märkten zu verringern und dem Wettbewerbsdruck standzuhalten, forciert Audi seine Präsenz in den USA und China. In Fernost setzt man auf die Doppelspitze aus den Partnern FAW und SAIC. Erst kürzlich wurde dort der Audi E5 Sportback als exklusives Modell für den chinesischen Markt eingeführt, um gegen die erstarkte lokale Konkurrenz zu punkten.
Gleichzeitig sichert die "Zukunftsvereinbarung 2025" die deutschen Standorte bis 2033 ab. Der geplante Stellenabbau verläuft laut Konzernangaben planmäßig – 65 Prozent des Ziels für 2027 sind bereits erreicht. Für die Mitarbeiter gab es trotz des schwierigen Umfelds eine Erfolgsbeteiligung von 2.840 Euro pro Facharbeiter.
"Geopolitische Unsicherheiten haben uns 2025 in Atem gehalten. Mit dem Start in der Formel 1 und einer massiven Modelloffensive nehmen wir 2026 wieder Tempo auf, um Audi dauerhaft profitabler aufzustellen."
Ausblick 2026: Zwischen Formel 1 und neuen Absatzrekorden
Für das laufende Jahr gibt sich Audi kämpferisch. Die Umsatzprognose liegt zwischen 63 und 68 Milliarden Euro bei einer angestrebten Rendite von 6 bis 8 Prozent. Neben der technologischen Erneuerung soll vor allem der prestigeträchtige Einstieg in die Königsklasse des Motorsport, die Formel 1, das Markenimage global schärfen und technische Synergien für die Serie liefern.



