Baden-Württemberg: 48 Millionen Euro Rekordförderung für E-Busse

Constantin Hoffmann

Constantin Hoffmann

Baden-Württemberg: 48 Millionen Euro Rekordförderung für E-Busse

Baden-Württemberg setzt ein klares Zeichen für die Verkehrswende: Das Busförderprogramm 2026 wird auf 48 Millionen Euro aufgestockt. Gefördert werden ausschließlich emissionsfreie Fahrzeuge – Dieselbusse gehen erstmals komplett leer aus. Insgesamt sollen so 213 neue Linienbusse (BEV und Brennstoffzelle) auf die Straße kommen.

Aus für den Diesel: Baden-Württemberg investiert Rekordsumme in E-Busse

Das Land Baden-Württemberg macht ernst mit der Dekarbonisierung des öffentlichen Nahverkehrs. Verkehrsminister Winfried Hermann verkündete am 3. März 2026 die Fortsetzung des landeseigenen Busförderprogramms mit einem Rekordbudget von 48 Millionen Euro. Damit reagiert die Landesregierung auf die massiv gestiegene Nachfrage der Verkehrsunternehmen nach klimafreundlichen Antriebstechnologien.

Zeitenwende: Null-Förderung für Verbrenner

Die wichtigste Neuerung im Jahr 2026 betrifft die Statuten: Erstmals in der Geschichte des Programms werden keine Dieselbusse mehr bezuschusst. Während im Vorjahr noch ein kleiner Restanteil von vier Prozent für moderne Dieselmotoren reserviert war, fließen die Mittel nun zu 100 Prozent in emissionsfreie Antriebe. Auch synthetische Kraftstoffe (HVO 100) finden in der Neuausrichtung keine Berücksichtigung mehr.

Förderjahr Gesamtbudget Geförderte Linienbusse (Einheiten)
2023 15,5 Mio. € -
2024 36,0 Mio. € -
2025 36,0 Mio. € 179
2026 48,0 Mio. € 213

Technologie-Mix: Batterie dominiert vor Wasserstoff

Von den insgesamt 213 zur Förderung qualifizierten Linienbussen entfällt der Löwenanteil auf batterieelektrische Fahrzeuge (206 Einheiten). Die Brennstoffzelle bleibt mit sieben geförderten Bussen eine Nischentechnologie für spezielle Einsatzgebiete. Zusätzlich werden fünf Bürgerbusse für das ehrenamtliche Engagement im Land mit insgesamt 200.000 Euro unterstützt.

  • Effizienz-Steigerung: Trotz sinkender Beihilfeintensität (jährliche Abschmelzung um 5 %) können durch das erhöhte Budget mehr Fahrzeuge als im Vorjahr gefördert werden.
  • Flächendeckung: Alle beantragten emissionsfreien Fahrzeuge für den ländlichen Raum wurden bewilligt, auch wenn die absolute Zahl dort (31 Einheiten) im Vergleich zum urbanen Raum geringer ausfällt.
„Die Elektromobilität bei Bussen nimmt Fahrt auf. Um der stark wachsenden Nachfrage zu begegnen, haben wir das Fördervolumen auf die Rekordsumme von 48 Millionen Euro aufgestockt.“ — Winfried Hermann, Verkehrsminister Baden-Württemberg

Kritik vom Busverband: "Diesel im ländlichen Raum alternativlos"

Nicht alle Akteure teilen die Euphorie des Ministeriums. Der Verband Baden-Württembergischer Omnibusunternehmen (WBO) beklagt das vollständige Ende der Diesel-Förderung. Insbesondere in topografisch anspruchsvollen ländlichen Gebieten sei der Dieselbus oft noch alternativlos. Der Verband warnt davor, dass durch den Wegfall der Zuschüsse für modernste Abgastechnologie und HVO-Kraftstoffe wichtige Potenziale zur schnellen CO2-Einsparung im Bestand verloren gehen könnten.

Ausblick: Transformation der Betriebshöfe

Mit der Beschaffung der Fahrzeuge ist es jedoch nicht getan. Die Verkehrsbetriebe stehen nun vor der Herausforderung, die entsprechende Ladeinfrastruktur in den Depots aufzubauen. Da die staatlichen Zuschüsse pro Fahrzeug sinken, steigt der Druck auf die Wirtschaftlichkeit der Betriebe. Dennoch ist das Signal aus Stuttgart eindeutig: Die Zukunft des ÖPNV im Südwesten ist elektrisch.

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