Elektro-M als neuer Maßstab: BMW M sieht Stromer an der Spitze
Die BMW-Performance-Tochter M steht vor ihrer größten Transformation, bleibt dabei aber ihrer Motorsport-DNA treu. Auf dem Automobilwoche Women’s Leadership Day im April 2026 räumte Sylvia Neubauer, Vice President Kunde, Marke und Vertrieb, mit Vorurteilen auf: Die Elektrifizierung sei kein „Endgegner“, sondern ein Werkzeug für noch mehr Performance. Ein vollelektrischer BMW M könne heute schon „Kreise um den Verbrenner fahren“.
Innovation wird bei BMW M nicht nur in kW und Newtonmetern gemessen, sondern vor allem in Emotionen. Neubauer betonte, dass der Wechsel zum E-Antrieb kein Bruch mit der Tradition sei, sondern eine Weiterentwicklung des „Mindsets“, das seit den Anfängen auf der Rennstrecke („Born on the racetrack“) besteht.
1. Die Doppelstrategie: Der neue M3 kommt zweigleisig
BMW M plant für die kommenden Jahre einen diplomatischen Weg, um sowohl Traditionalisten als auch Tech-Enthusiasten abzuholen. Das Aushängeschild der Marke, der BMW M3, wird künftig in zwei Welten leben:
- Der Klassiker: Weiterhin mit dem legendären Reihensechszylinder-Verbrenner für Puristen.
- Der Gamechanger: Eine vollelektrische Variante (oft als iM3 gehandelt), die mit vier Einzelmotoren und extremem Torque Vectoring eine neue Dimension der Beherrschbarkeit im Grenzbereich eröffnen soll.
2. Rettung des Schaltgetriebes: Leistung als Hürde
Obwohl die Verkaufszahlen (2025 mit über 213.000 Einheiten das 14. Rekordjahr in Folge) für den Erfolg sprechen, gibt es technische Herausforderungen. Besonders das manuelle Schaltgetriebe, das vor allem in den USA extrem beliebt ist, stößt bei den immer höheren Drehmomenten moderner Motoren an seine physischen Grenzen.
- Die Lösung: BMW arbeitet an einem Konzept, das Schaltgetriebe auch künftig anzubieten.
- Der Kompromiss: Es wird spekuliert, dass eine spezielle M3-Variante mit leicht reduzierter Leistung („Detuned“) kommen könnte, um die Haltbarkeit der manuellen Box zu gewährleisten.
"Unsere Kunden spüren, ob Performance echt ist oder nur behauptet wird. Ein elektrifizierter M muss sich anfühlen wie ein echter M – und technologisch wird er den Verbrenner in vielen Belangen übertreffen." – Sylvia Neubauer, BMW M.
BMW M Kennzahlen & Ausblick 2026
| Kategorie | Status / Ziel |
|---|---|
| Absatzrekord 2025 | 213.457 Fahrzeuge (14. Rekordjahr in Folge) |
| Modelloffensive | Parallelangebot von Elektro und Verbrenner für Kernmodelle |
| Zukunft Schaltgetriebe | Erhalt geplant, ggf. durch softwareseitige Drehmomentbegrenzung |
| E-Performance | Einsatz von Quad-Motor-Systemen für präzises Handling |
Fazit: Kein "Entweder-oder"
BMW M verweigert sich dem Dogma, dass man sich zwischen Tradition und Zukunft entscheiden muss. Indem man den Verbrenner (und das Schaltgetriebe) so lange wie möglich erhält und gleichzeitig Elektro-Modelle baut, die fahrdynamisch alles bisher Dagewesene in den Schatten stellen, sichert sich die Marke ihre loyale Community. Die Botschaft ist klar: Ein M bleibt ein M – egal, woher die Kraft kommt.
