Batterie-Krimi abgewendet: BMW startet US-Produktion der "Neuen Klasse" pünktlich Ende 2026

Constantin Hoffmann

Constantin Hoffmann

Batterie-Krimi abgewendet: BMW startet US-Produktion der "Neuen Klasse" pünktlich Ende 2026

s sah kurz düster aus für den US-Start von BMWs "Neuer Klasse". Ein überraschender Baustopp beim wichtigsten Batterielieferanten AESC in South Carolina drohte im letzten Sommer den gesamten Zeitplan zu sprengen. Doch jetzt gibt es Entwarnung aus München: Ein Plan B steht, die Bänder in Spartanburg sollen Ende des Jahres anlaufen. Wir erklären, wie BMW das Problem gelöst hat und welches E-SUV vermutlich den Anfang macht.

Puh, durchatmen in München – und in South Carolina. Es sah im letzten Sommer kurzzeitig so aus, als würde der enorm wichtige US-Start von BMWs großer Elektro-Hoffnung, der "Neuen Klasse", ins Wanken geraten. Aber jetzt gibt es offizielle Entwarnung: Der Zeitplan hält.

Was war passiert? Der AESC-Schock

Um sich gegen die unbeständige Industriepolitik in den USA – Stichwort Donald Trump – abzusichern, setzt BMW eigentlich auf eine starke lokale Fertigung. Dazu gehört neben dem Fahrzeugwerk in Spartanburg auch ein eigenes Batteriemontagewerk im nahegelegenen Woodruff.

Doch das Herzstück, die Batteriezellen selbst, sollten vom Partner Automotive Energy Supply Corporation (AESC) kommen. Für BMW war es daher eine böse Überraschung, als AESC im Juni 2025 plötzlich einen Baustopp für seine Batteriefabrik in South Carolina verkündete. Von dort sollten eigentlich die extra entwickelten Lithium-Ionen-Zellen der sechsten Generation für die US-X-Modelle kommen.

Der Grund für den Rückzieher von AESC: Die unsichere Marktlage in den USA, verursacht durch Trumps Zollpolitik und die Streichung von Förderungen für die E-Mobilität.

Plan B: Das globale Netzwerk muss ran

Ein Produktionsstart ohne lokale Akkus drohte zu scheitern. Doch BMW-Einkaufsvorstand Nicolai Martin gab gegenüber der Automobilwoche nun Entwarnung: „Uns droht bei Batteriezellen für das Werk in Spartanburg kein Ausfall.“.

Die Lösung für die Übergangszeit ist global: Der Lieferant AESC wird das BMW-Werk in South Carolina nun erst einmal mit Batteriezellen aus seinem globalen Netzwerk versorgen, statt aus der noch nicht fertigen lokalen Fabrik. Damit ist die Kuh vom Eis und die Vorserienfertigung kann wie geplant beginnen.

Zeitplan und erstes Modell

Der "Batterie-Krimi" hat das Gesamtprojekt also nicht aus der Bahn geworfen. Der Zeitplan sieht nun wie folgt aus:

  • Das neue BMW-Werk in Woodruff beginnt planmäßig ab 2026 mit der Montage der Hochvoltbatterien.
  • Bis Ende 2026 startet dann in Spartanburg die Fertigung der vollelektrischen Fahrzeuge der Neuen Klasse.

Bleibt die Frage, was als Erstes vom Band rollt. Offiziell ist es noch nicht, aber Berichten zufolge könnte es sich um den neuen X5 handeln. Dieser soll im Sommer vorgestellt werden und unter anderem als vollelektrische Variante auf den Markt kommen. Während in Europa die Neue Klasse schon früher startet (in Ungarn und München), müssen sich die US-Kunden also noch bis Ende des Jahres gedulden – aber immerhin nicht länger als geplant.

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