BMW Neue Klasse: Basis für den High-Performance-Sportler?
Die Gerüchteküche brodelte schon lange, jetzt gibt es offizielle Signale aus München. BMW zieht einen reinrassigen Elektro-Sportwagen ernsthaft in Erwägung. Bernd Körber, Leiter BMW Markenmanagement, bestätigte in einer Medienrunde, dass E-Autos definitiv ihren Platz im Sportwagensegment haben.
Ganz oben auf der Agenda steht das Projekt zwar nicht, aber die Absage an einen elektrischen Nachfolger von Ikonen wie dem Z4 oder gar dem i8 klingt definitiv anders. "Es ist nicht unwahrscheinlich", so Körber, grenzte aber zeitgleich ein, dass man ein solches Modell nicht schon im nächsten Jahr erwarten dürfe. Die Priorität liegt zunächst auf dem Rollout der Volumenmodelle der "Neue Klasse".
Vier E-Motoren und "Heart of Joy" für brachiale Leistung
Die technische Basis für einen potenziellen Elektro-Superportler steht jedoch bereits Gewehr bei Fuß. Die kommende "Neue Klasse"-Architektur ist extrem flexibel und auf maximale Dynamik ausgelegt. Das Herzstück der Performance-Varianten bildet das neue zentrale Steuergerät, intern martialisch "Heart of Joy" genannt.
Dieses System bündelt die Antriebs- und Fahrdynamikregelung auf einem völlig neuen Niveau. Wie leistungsfähig diese Plattform ist, wird der für 2027 erwartete, rein elektrische BMW M3 (G84 BEV) demonstrieren. Dieser soll Gerüchten zufolge auf ein Quad-Motor-Setup setzen – also einen Elektromotor pro Rad.
| Feature | Spezifikation / Potenzial |
|---|---|
| Antriebslayout | Bis zu 4 Elektromotoren (Allrad mit Torque Vectoring) |
| Systemleistung | Über 1.000 PS (ca. 750 kW) möglich |
| Zentralsteuergerät | "Heart of Joy" (integrierte Dynamikregelung) |
| Spannungslage | 800-Volt-Architektur (für extrem schnelles Laden) |
Für einen dedizierten Sportwagen, der flacher und leichter als eine M3-Limousine ausfallen würde, hieße das: Fahrleistungen auf Hypercar-Niveau wären rein technisch kein Problem mehr. Die Herausforderung liegt eher in der Abstimmung des emotionalen Fahrerlebnisses und dem Packaging der Batterie-Zellen für eine flache Silhouette.
Die schwierige Historie der BMW-Supersportler
Es ist kein Geheimnis, dass BMW mit dem Thema Supersportwagen fremdelt, seit der legendäre M1 Ende der 70er Jahre eingestellt wurde. Der BMW i8 (2014-2020) war zwar optisch futuristisch und seiner Zeit voraus, Performance-Enthusiasten störten sich jedoch am Dreizylinder-Plug-in-Hybrid-Konzept.
Ein reiner E-Antrieb könnte das Dilemma lösen: Sofortiges Drehmoment und brachiale Leistung ohne Turboloch, gesteuert durch modernste Software.
Dass BMW bereits in der Vergangenheit an einem vollelektrischen Supersportwagen arbeitete, gilt in Branchenkreisen als gesichert. Ein Prototyp soll existiert haben, wurde aber aufgrund von Zweifeln an der Marktnachfrage und der strategischen Ausrichtung gestoppt. Auch die spektakuläre Studie Vision M Next (2019) schaffte es nicht in die Serie.
Mit der "Neue Klasse" und der Akzeptanz von E-Performance durch Modelle wie den i4 M50 stehen die Chancen für einen echten, emotionalen Elektro-Leuchtturm von BMW so gut wie lange nicht mehr.



