Kein Comeback des REx: BMW setzt auf Batteriestärke statt Benzin-Hilfe
In der Automobilbranche wird derzeit viel über Range-Extender (EREV) als Brückentechnologie diskutiert, doch BMW-Entwicklungsvorstand Joachim Post stellte auf der jüngsten Jahreskonferenz klar: Bei den Münchnern wird es auf absehbare Zeit keine neuen Modelle mit diesem Antriebsprinzip geben. Während Marken wie Chery oder auch Tesla (via Patenten für Anhänger) mit Zusatz-Lösungen experimentieren, sieht BMW die Lösung im Kern des Elektroautos selbst.
Laut Post ist die „Reichweitenangst“ im Jahr 2026 dank der technologischen Sprünge der Neuen Klasse nicht mehr berechtigt. Mit der sechsten Batteriezellgeneration erreiche BMW Energiedichten und Ladeleistungen, die den Einsatz eines zusätzlichen Verbrennungsmotors zur Stromerzeugung schlicht überflüssig machen.
Wasserstoff statt Range-Extender: Die X5-Strategie
Trotz der Absage an den Range-Extender bleibt BMW seinem Credo der Technologieoffenheit treu. Statt eines Benzinmotors zur Reichweitenverlängerung setzt BMW auf Wasserstoff. Ab 2028 wird der BMW X5 erstmals mit einem Brennstoffzellenantrieb in Serie gehen. BMW sieht darin die notwendige zweite Säule zur Dekarbonisierung, insbesondere für Kunden, die extrem lange Strecken ohne lange Ladestopps bewältigen müssen.
Der Fokus liegt somit klar auf zwei Pfaden:
- Batterie-Elektrisch (BEV): Reichweiten weit über 800 km (WLTP) und 400 kW Ladeleistung.
- Wasserstoff (FCEV): Als emissionsfreie Alternative für die Langstrecke und schwere Fahrzeuge.
| Merkmal | BMW i3 REx (Historisch) | BMW Neue Klasse (Ab 2026) |
|---|---|---|
| Reichweite (elekt.) | ca. 200 km | über 800 km |
| Ladeleistung | max. 50 kW | bis zu 400 kW |
| Zusatz-Antrieb | 2-Zylinder Benziner (REx) | Keiner (Fokus auf Effizienz) |
| Alternative | - | Wasserstoff-Brennstoffzelle (ab 2028) |
Rückblick: Die Lehren aus dem BMW i3 REx
BMW kann bei dieser Entscheidung auf eigene Erfahrungen zurückgreifen. Zwischen 2013 und 2018 bot man den Pionier-Stromer i3 mit einem optionalen Range-Extender an. Ein ADAC-Dauertest über 100.000 Kilometer zeigte jedoch die Grenzen: Der Benzinanteil lag bei nur 15 Prozent, bei einem vergleichsweise hohen Verbrauch von 7,5 Litern. In der heutigen Zeit, in der das Ladenetz massiv ausgebaut ist, wird dieser "Notstromer" nicht mehr als effizient erachtet.
"Wir sind mit der Neuen Klasse so gut aufgestellt, dass wir keinen Benzinmotor im Gepäck brauchen. 400 kW Ladeleistung und 800 Kilometer Reichweite sind das Ende der Reichweitenangst."
Real-World-Impact: Was bedeutet das für dich?
Wenn du auf ein Modell gehofft hast, das die Vorzüge des lautlosen E-Antriebs mit der "Sicherheit" eines Benzintanks für den Notfall kombiniert, wirst du bei BMW nicht fündig. Die Münchner fordern dich stattdessen heraus, der neuen Batterietechnik zu vertrauen. Für dich bedeutet das: Weniger komplexe Technik an Bord, kein Ölwechsel mehr und dennoch die Gewissheit, mit einem kurzen Ladestopp von 10 Minuten wieder hunderte Kilometer Reichweite zu gewinnen.



