Während andere deutsche Städte wie Köln oder Düsseldorf bereits auf innovative Ladebordsteine setzen, bremst die Bremer Verwaltung ein vielversprechendes Bürgerprojekt aus. Ein Hausbesitzer in Arsten wollte eine solche Ladelösung vor seinem Grundstück installieren – doch das Amt für Straßen und Verkehr schob dem Vorhaben einen Riegel vor.
Die smarte Idee: Solarstrom direkt in den Bordstein
Alexander Bruns aus Arsten ist überzeugt vom Elektroauto und wollte aktiv zur Ladeinfrastruktur beitragen. Da eine Wallbox am Haus aufgrund der Gegebenheiten nicht infrage kam, fasste er eine geniale Idee ins Auge: Ein sogenannter Ladebordstein. Das ist ein wetterfester Metallkasten in Form eines Bordsteins, der die Ladetechnik für E-Autos beherbergt.
Bruns‘ Plan war es, seine hauseigene Solaranlage an den Ladebordstein anzuschließen. Der Clou: Er hätte seinen überschüssigen, umweltfreundlichen Solarstrom direkt an E-Autofahrer verkaufen und so die Investitionskosten für den Bordstein refinanzieren können. Ein Gewinn für die Umwelt, die E-Mobilität und den Bürger.
Bürokratie schlägt Innovation: Warum Bremen "Nein" sagt
Das Amt für Straßen und Verkehr begründet die Ablehnung mit einem kürzlich gestarteten Bewerberverfahren. Die Stadt wurde in 70 Gebiete aufgeteilt, für die sich private Betreiber von Ladepunkten bewerben können. Diese Gebiete werden anschließend verlost. Das Konzept sieht vor, dass nur die "Gewinner" dieser Verlosung Ladepunkte (egal ob Säule oder Bordstein) errichten dürfen.
Die Befürchtung der Behörde: Würde man einem Privatmann wie Bruns die Installation erlauben, könnten andere Anbieter, die im Losverfahren leer ausgegangen sind, klagen. Dieses Argument blockiert jedoch jegliches bürgerschaftliches Engagement und bremst die dringend benötigte Expansion der Ladeinfrastruktur.
| Ladebordstein: Pro & Contra | Vorteile | Nachteile (Bremen) |
|---|---|---|
| Technologie | Platzsparend, unauffällig, wetterfest, beheizbar | Keine |
| Anwohner-Nutzen | Eigener Solarstrom für E-Autos nutzbar, Einnahmen möglich | Ablehnung durch Behörde |
| Stadt-Nutzen | Schneller Ausbau der Ladeinfrastruktur, Förderung E-Mobilität | Rechtliche Bedenken, starres Verfahren |
Petition für mehr Lade-Freiheit
Alexander Bruns gibt nicht auf. Er hat eine Online-Petition gestartet, um Unterstützung für seine Idee zu sammeln. Sein Ziel: Mindestens 500 Stimmen, um die Politik zum Umdenken zu bewegen. In Bremen und Bremerhaven gibt es aktuell lediglich etwas mehr als 1.400 öffentliche Ladepunkte – viel zu wenig für die wachsende Zahl an Elektroautos.
„Es ist frustrierend, wenn eine gute, nachhaltige Idee an bürokratischen Hürden scheitert. Wir wollen eine Lösung, von der alle profitieren.“ – Alexander Bruns.
Fazit von Elektroquatsch
Der Fall Bruns in Bremen ist ein Lehrbeispiel dafür, wie gut gemeinte Verwaltungskonzepte Innovation abwürgen können. Anstatt das Engagement von Bürgern zu fördern, die eigene Lösungen für die Energiewende anbieten, versteckt sich die Behörde hinter einer bequemen (und womöglich kontraproduktiven) Ausschreibung. Wir hoffen, dass die Petition Erfolg hat und Bremen endlich den Stecker für mehr Flexibilität im Ladeinfrastruktur-Ausbau zieht. Bremen, bitte brems Elektroquatsch!




