Ein Meilenstein für den Norden: Der Ladeinfrastruktur-Spezialist EWE Go hat in Neu Wulmstorf bei Hamburg seinen 2.000. Schnellladepunkt offiziell ans Netz gebracht. Was 2009 mit einem Elektro-Prototyp als Forschungsprojekt begann, hat sich bis 2026 zu einem der dichtesten HPC-Netze (High Power Charging) in Deutschland entwickelt.
Strategischer Ausbau: Laden, wo das Leben spielt
Der Jubiläums-Standort ist kein Zufall. In Kooperation mit dem langjährigen Partner McDonald’s hat EWE Go in Neu Wulmstorf (Landkreis Harburg) einen Ladepark mit insgesamt sechs Schnellladepunkten errichtet. Die Strategie ist klar: Laden soll dort stattfinden, wo Autofahrer ohnehin Pause machen. Mittlerweile sind über 500 Filialen der Fast-Food-Kette mit EWE-Hardware ausgestattet.
Besonders interessant ist die Historie: EWE Go entstand aus der EWE AG, die bereits vor 17 Jahren mit dem Elektro-Prototyp „E3“ wertvolle Daten über das Nutzerverhalten sammelte. Heute setzt das Unternehmen konsequent auf Hochleistungslader des Marktführers Alpitronic.
Technik-Check: Power für die Langstrecke
An den neuen Standorten kommen überwiegend die „Hypercharger HYC400“ zum Einsatz. Diese bieten eine beeindruckende Ladeleistung von bis zu 400 kW pro Station. Je nach Fahrzeugmodell bedeutet das: In nur 15 bis 20 Minuten ist der Akku zu 80 Prozent gefüllt.
| Eckdaten | EWE Go Ladenetz (Stand Feb. 2026) |
|---|---|
| Schnellladepunkte (DC) | 2.000 |
| Ladepunkte gesamt | ca. 3.000 |
| Partner-Standorte (McDonald's) | > 500 Filialen |
| Ladestrom | 100 % Ökostrom |
Die Kehrseite der Medaille: Wenn es eng wird
Trotz des Erfolgs gibt es auch Kritikpunkte, die E-Autofahrer im Alltag beschäftigen. Die Integration in bestehende Parkplatz-Konzepte von McDonald’s führt oft zu engen Platzverhältnissen. Besonders an Standorten mit schrägen Parklücken oder Einbahnstraßen-Regelungen kann das Anfahren der Säulen zum Stressfaktor werden – vor allem, wenn sich der Ladeanschluss des Fahrzeugs am Heck befindet und komplizierte Rückwärts-Manöver bei Hochbetrieb nötig sind.
„Laden muss unkompliziert, zuverlässig und schnell möglich sein. An dieses Motto haben wir uns über die letzten Jahre konsequent gehalten.“ – Ilker Akkaya, Geschäftsführer EWE Go.
Tarif-Update 2026: Was kostet das Laden?
Für Nutzer der EWE Go App bleibt die Preisstruktur auch im Jahr 2026 stabil. An eigenen Stationen zahlen Kunden derzeit 52 Cent pro kWh. Im Roaming-Netz, das mittlerweile Zugriff auf über 500.000 Ladepunkte in ganz Europa bietet, liegt der Preis bei 62 Cent pro kWh. Besonders attraktiv für Gelegenheitslader: EWE Go verzichtet an den eigenen Säulen weiterhin auf eine Blockiergebühr, was den Stressfaktor beim schnellen Snack zwischendurch reduziert.
Fazit: Ein starkes Signal für die Infrastruktur
Mit dem 2.000. Schnellladepunkt festigt EWE Go seine Position als einer der Top-Player im deutschen Markt. Die Kombination aus High-End-Hardware von Alpitronic und strategisch klugen Standorten im Einzelhandel und der Gastronomie scheint aufzugehen – auch wenn die bauliche Integration vor Ort manchmal noch Optimierungspotenzial bietet.




