BYD Atto 3 Evo bringt 800 Volt, mehr Leistung und deutlich schnellere Ladezeiten
Ich habe mir den neuen BYD Atto 3 Evo genauer angeschaut und bei diesem Update geht es nicht nur um ein leicht verändertes Design. Im Gegenteil: BYD verändert hier vor allem die Technik und genau das macht dieses Modell so spannend. Während viele Facelifts vor allem optisch nachschärfen, legt der Atto 3 Evo technisch spürbar nach. Besonders auffällig sind die neue 800 Volt Architektur, die höhere Ladegeschwindigkeit, mehr Leistung und erstmals eine Allradvariante.
Im Vergleich zum Vorgänger verkürzt sich die Ladezeit laut BYD deutlich. Statt wie bisher länger an der Ladesäule zu stehen, soll der Atto 3 Evo nun in rund 25 Minuten laden und damit fast 10 Minuten schneller sein als zuvor. Dazu kommt, dass BYD dem Modell nicht nur mehr Reichweite, sondern auch deutlich mehr Performance spendiert hat.
Excellence Edition mit 449 PS und 3,9 Sekunden von 0 auf 100
Besonders beeindruckend finde ich die neue Excellence Edition. Hier reden wir nicht über ein Auto, das mit einem besonders aggressiven Performance Namen vermarktet wird, sondern über eine Ausstattungsvariante, die einfach ganz selbstverständlich 449 PS liefert und in 3,9 Sekunden von 0 auf 100 km/h sprintet. Dazu gibt es Allradantrieb. Das ist eine Ansage, gerade in diesem Segment.
Schon die Design Edition ist alles andere als schwach. Sie bringt bereits 313 PS mit und wirkt damit fast wie ein Wolf im Schafspelz. Von außen sieht der Atto 3 Evo nämlich weiterhin eher zurückhaltend aus. Wer nicht genau hinschaut, würde vermutlich kaum erkennen, dass hier technisch so viel passiert ist.
| Variante | Leistung | Antrieb | 0 bis 100 km/h | Akku | Reichweite |
| Design Edition | 313 PS | Heckantrieb | nicht im Detail genannt | 74,8 kWh | ca. 520 km |
| Excellence Edition | 449 PS | Allrad | 3,9 s | 74,8 kWh | ca. 480 km |
Beim Design bleibt vieles vertraut, im Detail wird es sportlicher
Optisch bleibt der Atto 3 Evo seinem Vorgänger treu. Es gibt eine leicht veränderte Lichtsignatur und vorne eine aktive Steuerung für die Kühlung mit Klappen, die sich öffnen und schließen können. Der markante Aluminiumstreifen an der Front bleibt erhalten und sorgt weiterhin für den bekannten Wiedererkennungswert.
Spannender wird es am Heck. Dort wirkt der Evo sichtbar sportlicher. Die Rückleuchten sind nun oben in den Heckspoiler integriert, der weit heraussteht. Dazu kommt eine durchgehende rote Lichtleiste mit modernen Details in der Signatur. Auch der angedeutete Diffusor unterstreicht den sportlicheren Auftritt. Insgesamt bleibt der Wagen zwar klar als Atto 3 erkennbar, wirkt aber in einigen Bereichen dynamischer und moderner.
Mehr Assistenzsysteme und praktische Details im Alltag
Vorne sitzt jetzt zusätzlich eine Kamera, die auch neue Assistenzfunktionen unterstützt. So warnt der Wagen nun beispielsweise, wenn beim Vorwärtsherausfahren von links oder rechts andere Fahrzeuge kommen. Gerade im Alltag kann das sehr hilfreich sein.
Dazu kommt jetzt serienmäßig ein Frunk. Der vordere Stauraum wird zwar mechanisch geöffnet, bietet aber ordentlich Platz und ist im Alltag ein echter Vorteil. Hinten gibt es ebenfalls viel Raum. Der Kofferraum ist großzügig, unter dem Ladeboden gibt es zusätzliche Ablagen für Dinge wie Verbandskasten oder Warndreieck, und die elektrische Heckklappe gehört ebenfalls dazu.
Innenraum deutlich aufgeräumter und hochwertiger als zuvor
Im Innenraum hat BYD aus meiner Sicht einen spürbaren Schritt nach vorne gemacht. Der alte Atto 3 wirkte stellenweise etwas verspielt und farblich überladen. Beim Evo ist das deutlich besser gelöst. Alles wirkt aufgeräumter, schlichter und hochwertiger. Statt vieler auffälliger Farbakzente dominiert nun eine reduzierte Kombination aus Schwarz, hellen Grautönen und wenigen farblichen Details an den Nähten.
Auch die Verarbeitung macht einen sehr guten Eindruck. Beim Drücken und Testen knarzt praktisch nichts. Es gibt kein störendes Klavierlack Konzept, der Innenraum wirkt sauber gestaltet und insgesamt deutlich erwachsener als bisher. Einige besondere Elemente des alten Modells bleiben erhalten, zum Beispiel die bekannten Design Details an den Türen mit den Gitarrensaiten.
Starke Ausstattung schon in der Basis
Schon die günstigere Design Edition bringt viel Ausstattung mit. Dazu zählen unter anderem Sitzbelüftung vorne, die großen Displays, schnelle Anschlüsse und eine insgesamt hochwertige Anmutung. Wer mehr Leistung und zusätzliche Extras möchte, kann zur Excellence Edition greifen. Dort gibt es unter anderem ein Head up Display sowie ein Panorama Schiebedach.
Auch im Fond ist das Platzangebot für diese Klasse gut. Man sitzt nicht beengt, es gibt eine Armlehne mit Getränkehaltern, USB C Anschlüsse und praktische Details wie ein Brillenfach. Für ein kompaktes C SUV ist das alles absolut ordentlich gelöst.
Infotainment macht den größten Sprung
Besonders stark verbessert hat sich das Infotainment. BYD setzt jetzt sichtbar stärker auf eine moderne und schnelle Softwarebasis. Google Maps läuft flüssig, die Routenführung reagiert schnell, und auch die Bedienung insgesamt fühlt sich deutlich reifer an als früher. Zoomen, Navigation starten oder Menüs wechseln funktioniert so schnell, wie man es heute erwartet.
Interessant ist, dass BYD laut eigener Aussage erkannt hat, dass Software bislang nicht die größte Stärke war. Genau deshalb arbeitet man hier offenbar enger mit Google zusammen. Das merkt man dem System an. Es erinnert an ein modernes Android Tablet, ist logisch aufgebaut und reagiert ohne spürbare Verzögerungen.
Besonders praktisch ist die Integration von Google Play. Fehlt eine App, kann sie einfach nachinstalliert werden. Das erweitert die Möglichkeiten im Alltag enorm. Gleichzeitig sind die Fahrzeugeinstellungen, Energieanzeigen, ADAS Menüs und Klimafunktionen übersichtlich strukturiert. So sollte ein modernes Infotainment heute aussehen.
Induktives Laden mit 50 Watt als echtes Highlight
Ein kleines, aber im Alltag extrem starkes Detail ist die induktive Ladefläche. BYD bietet hier 50 Watt Ladeleistung und aktive Kühlung. Das hat in meinem Test sehr gut funktioniert. Selbst nach längerer Nutzung lag das Smartphone auf der Fläche und war tatsächlich komplett geladen. Das kennt man aus vielen anderen Autos so nicht. Gerade weil induktives Laden oft eher langsam und unzuverlässig ist, sticht diese Lösung positiv heraus.
Ruhiges Fahrgefühl und überraschend kleiner Wendekreis
Beim Fahren macht der Atto 3 Evo ebenfalls einen sehr guten Eindruck. Selbst auf Hamburger Kopfsteinpflaster bleibt es im Innenraum angenehm ruhig. Das Fahrgefühl ist komfortabel und gleichzeitig wirkt das Auto reaktionsschnell. Schon die Version ohne Allrad fühlt sich kräftig an. Die stärkere Excellence Edition dürfte entsprechend noch einmal deutlich mehr Druck bieten.
Überrascht hat mich vor allem der Wendekreis. Der Wagen lässt sich in engen Situationen erstaunlich leicht manövrieren und wirkt fast wie gemacht für die Stadt. Zusammen mit der 360 Grad Kamera ergibt das im Alltag ein sehr entspanntes Paket. Beim Einparken oder Rangieren sieht man genau, wo man steht und wie nah man etwa am Bordstein ist.
Roadtrip tauglich trotz kompakter Größe
Der Atto 3 Evo spielt in einem Segment, in dem auch Modelle wie der Skoda Elroq unterwegs sind. Fahrzeuge wie ID.4, ID.5 oder Tesla Model Y sind zwar noch einmal etwas größer, trotzdem bietet der BYD ausreichend Platz und vor allem eine Technik, die ihn klar roadtrip tauglich macht. Die Kombination aus ordentlicher Reichweite, 800 Volt System und schneller Ladefähigkeit ist ein starkes Argument.
Einen echten Ladetest konnte ich in diesem Fall zwar nicht machen, weil das Fahrzeug mit nahezu vollem Akku übergeben wurde. Trotzdem ist klar zu erkennen, wohin BYD mit diesem Modell will: mehr Langstreckentauglichkeit, mehr Performance und eine deutlich modernere Nutzererfahrung.
Fazit: Der Atto 3 Evo ist mehr als nur ein Facelift
Der neue BYD Atto 3 Evo ist aus meiner Sicht kein gewöhnliches Facelift, sondern eher ein tiefgreifendes technisches Upgrade. Äußerlich bleibt vieles vertraut, unter der Oberfläche hat sich aber enorm viel verändert. 800 Volt Architektur, schnelleres Laden, höhere Reichweite, neue Assistenzsysteme, verbesserte Software und erstmals eine extrem starke Allradvariante machen den Wagen deutlich interessanter als zuvor.
Klar ist auch: Der Atto 3 Evo ist teurer geworden. Gleichzeitig liefert BYD aber auch wesentlich mehr. Gerade die Kombination aus Alltagstauglichkeit, ruhigem Fahrverhalten, kompakten Abmessungen, starkem Wendekreis und sehr modernem Infotainment macht das Auto zu einem spannenden Gesamtpaket. Wer einen kompakten Elektro Crossover sucht, sollte sich dieses Modell auf jeden Fall genauer ansehen.


