BYD unter Druck: Wenn Marktmacht auf Margenschwund trifft
Die goldenen Zeiten des ungebremsten Wachstums scheinen für den chinesischen Giganten BYD vorerst vorbei zu sein. Für das Geschäftsjahr 2025 musste das Unternehmen erstmals seit vier Jahren einen rückläufigen Jahresgewinn vermelden. Der Nettogewinn sank um 19 Prozent auf rund 4,1 Milliarden Euro – ein Wert, der deutlich unter den Erwartungen der Analysten lag. Auch das Umsatzplus von 3,5 Prozent ist das schwächste Ergebnis seit sechs Jahren.
Konzernchef Wang Chuanfu fand in der Börsenmitteilung ungewöhnlich drastische Worte für die aktuelle Lage. Er sprach von einer „brutalen K.o.-Phase“ im Automobilsektor. Der beispiellose Preiskampf auf dem chinesischen Heimatmarkt zwingt die Hersteller dazu, ihre Margen zu opfern, um Marktanteile zu verteidigen. BYDs Bruttomarge schrumpfte infolgedessen von 19,4 auf 17,7 Prozent zusammen.
Export als Rettungsanker: Die Millionen-Marke geknackt
Während es in China knirscht, liefert das internationale Geschäft die nötigen Lichtblicke. 2025 konnte BYD erstmals mehr als eine Million Fahrzeuge exportieren – ein massiver Anstieg um den Faktor 1,4 gegenüber dem Vorjahr. Für 2026 legt der Konzern die Messlatte noch höher: 1,3 Millionen Einheiten sollen in Überseemärkten wie Europa, Lateinamerika und Südostasien abgesetzt werden.
"Wir befinden uns in einer Phase, in der nur die Stärksten überleben. Wer jetzt nicht massiv in Technologie investiert und gleichzeitig die Kosten im Griff hat, wird diese K.o.-Runde nicht überstehen."
Trotz des Gewinneinbruchs kürzt BYD nicht bei der Innovation. Im Gegenteil: Die Ausgaben für Forschung und Entwicklung stiegen um 17 Prozent auf 7,7 Milliarden Euro. Im Fokus steht die zweite Generation der berühmten Blade-Batterie sowie eine neue Flash-Charging-Technologie, die das Laden von 10 auf 70 Prozent in nur fünf Minuten ermöglichen soll. Bis Ende 2026 plant der Konzern den Aufbau von 20.000 eigenen Schnellladestationen in China.
BYD Kennzahlen 2025 im Überblick
| Kennzahl | Ergebnis 2025 | Veränderung zum Vorjahr |
|---|---|---|
| Nettogewinn | ~ 4,1 Mrd. € | - 19 % |
| Umsatz | ~ 97,3 Mrd. € | + 3,5 % |
| Fahrzeugabsatz (Gesamt) | 4,6 Mio. Einheiten | + 8 % |
| Exporte (NEV) | 1,05 Mio. Einheiten | + 140 % |
| F&E Ausgaben | ~ 7,7 Mrd. € | + 17 % |
In China ist BYD im Ranking der Neuzulassungen Anfang 2026 auf den vierten Platz zurückgefallen – hinter Volkswagen, Geely und Toyota. Um den Thron zurückzuerobern, setzt BYD auf eine Doppelstrategie: Extreme Rabattaktionen (wie der aktuelle E-Bonus in Deutschland) zur Volumenstützung und technologische Führerschaft durch neue Batterie-Chemien. Ob diese Strategie aufgeht oder die "K.o.-Phase" weitere Opfer fordert, wird das laufende Geschäftsjahr zeigen.



