1.500 km Reichweite & frostresistent? Chery bringt 2026 die erste Feststoff-Batterie in Serie

Constantin Hoffmann

Constantin Hoffmann

1.500 km Reichweite & frostresistent? Chery bringt 2026 die erste Feststoff-Batterie in Serie

Während Toyota und VW noch forschen, schaffen die Chinesen Fakten: Chery hat für 2026 das erste Serienauto mit Feststoffbatterie angekündigt. Unter der Premium-Marke Exeed soll ein Shooting Brake erscheinen, der dank "Rhino-S"-Zellen selbst bei minus 30 Grad noch performt und bis zu 1.500 km Reichweite bietet. Doch wie immer bei China-News lohnt ein Blick auf das Kleingedruckte.

Es ist das ewige Rennen um den "Heiligen Gral" der Elektromobilität: Die Feststoffbatterie (Solid State Battery). Sie verspricht mehr Sicherheit, extrem schnelles Laden und Energiedichten, von denen heutige Lithium-Ionen-Akkus nur träumen können. Jetzt prescht der chinesische Gigant Chery (hier bekannt durch die Marken Omoda und Jaecoo) vor und nennt konkrete Daten.

Das Versprechen: 1.500 km Reichweite

Unter der internen Bezeichnung "Liefeng" plant Cherys Premium-Tochter Exeed einen sportlichen Shooting Brake. Die technischen Eckdaten klingen fast zu gut, um wahr zu sein:

  • Energiedichte: Bis zu 600 Wh/kg (das ist fast doppelt so viel wie aktuelle Top-Akkus).
  • Reichweite: 1.500 Kilometer nach chinesischem CLTC-Standard.
  • Performance: 0-100 km/h in unter 3 Sekunden, dank 800-Volt-System und Motoren mit 30.000 U/min.

Einordnung von Elektroquatsch: Vorsicht mit den Zahlen. Der CLTC-Zyklus ist bekanntlich sehr optimistisch. Selbst wenn wir 30-40% abziehen, landen wir aber immer noch bei realen 900 bis 1.000 Kilometern. Das wäre eine Ansage.

Der Kälte-Killer

Noch spannender als die reine Reichweite ist aber eine andere Behauptung: Die von Chery entwickelte "Rhino-S"-Batterie (basierend auf oxidischen Elektrolyten) soll selbst bei minus 30 Grad Celsius zuverlässig arbeiten. Das wäre der Durchbruch für Märkte mit harten Wintern und würde das Problem des Reichweitenverlusts bei Kälte massiv entschärfen.

Der Zeitplan: Erst Taxi, dann Serie

Chery will 2026 starten, aber clever: Die ersten Fahrzeuge gehen nicht an Privatkunden, sondern in Flotten für Ride-Hailing und Mietwagen. Das dient quasi als öffentlicher Beta-Test, um Daten zu Alterung und Ladeverhalten unter Dauerbelastung zu sammeln.

Die wirkliche Massenproduktion für Privatkunden ist dann für 2027 angesetzt. Damit wären die Chinesen aber immer noch Jahre vor vielen westlichen Herstellern, die den Serienstart der Feststoffzelle oft erst gegen Ende des Jahrzehnts sehen.

Unser Fazit: Ob Chery die 1.500 km wirklich liefert, bleibt abzuwarten. Aber dass die Technologie 2026 auf die Straße kommt, erhöht den Druck auf VW, Toyota und Co. enorm.

Artikel teilen