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Cupra Tavascan: Steckt dein E-Auto im Zoll-Stau fest?

Constantin Hoffmann

Constantin Hoffmann

4. Februar 2026·2 Min. Lesezeit
Cupra Tavascan: Steckt dein E-Auto im Zoll-Stau fest?

Frust im Hafen von Bremerhaven: Hunderte frisch produzierte Cupra Tavascan stehen sich die Reifen platt, während Kunden seit Monaten auf ihre Fahrzeuge warten. Der Verdacht: Der Volkswagen-Konzern verzögert die Auslieferung des in China gefertigten E-Autos ganz bewusst, um im letzten Moment von neuen Zoll-Regelungen der EU zu profitieren.

Eigentlich sollte der Tavascan das sportliche Elektro-Aushängeschild von Cupra werden. Doch statt auf der Straße stehen zahlreiche Fahrzeuge seit November im Hafen von Bremerhaven fest. Während Cupra logistische Probleme vorschiebt, vermuten Experten ein kalkuliertes Manöver im Zollstreit mit China.

Bremerhaven: Der „Parkplatz der Geduld“

Für viele Cupra-Kunden ist das Tracking-System derzeit eine Quelle purer Frustration. Fahrzeuge, die längst als „in Deutschland angekommen“ markiert sind, werden nicht an die Händler weitergeleitet. Laut Berichten des Handelsblatts lagern hunderte Einheiten des Tavascan beim Hafenbetreiber BLG. Das Problem: Der Tavascan wird im chinesischen Werk Anhui produziert und fällt damit unter die seit Herbst 2024 geltenden EU-Ausgleichszölle auf chinesische Elektroimporte.

Taktik statt Logistik? Der Vorwurf gegen VW

In Brüssel wird derzeit intensiv über Mindestpreise und Ausnahmeregelungen für in China produzierte europäische Marken verhandelt. Der Vorwurf der Kunden und Branchenkenner wiegt schwer: Cupra halte die Autos absichtlich zurück, um die Zollanmeldung erst dann vorzunehmen, wenn eine günstigere Regelung in Kraft tritt.

Die Rechnung dahinter ist simpel: Würde Cupra die Fahrzeuge jetzt offiziell einführen, fielen hohe Zusatzzölle an. Wartet man auf eine Einigung, könnte der Konzern pro Fahrzeug mehrere Tausend Euro sparen und so die Gewinnmarge retten.

Status Quo Problemfaktor Auswirkung für Kunden
Produktion Anhui, China Lange Verschiffung (ca. 6-8 Wochen)
Zoll EU-Ausgleichszölle Mögliche Kostensteigerung pro PKW
Lieferzeit Logistik & Zoll-Warteschleife Wartezeiten von oft 9 Monaten oder mehr

Zusätzlicher Frust: Das Facelift 2026 klopft an die Tür

Was die Situation für Besteller besonders bitter macht: Während die „alten“ Neuwagen im Hafen feststecken, verdichten sich die Hinweise auf ein technisches Facelift des Tavascan noch im Jahr 2026. Kunden, die jetzt endlich ihr Fahrzeug erhalten, könnten also ein Auto bekommen, das technisch bereits kurz nach der Auslieferung vom Nachfolger überholt wird.

„Es fühlt sich für den Kunden einfach nicht gut an, wenn das Zeitfenster zwischen der Auslieferung und der Vorstellung der nächsten Generation immer kleiner wird.“

Was sagt Cupra?

Der Hersteller weist die Vorwürfe einer bewussten Verzögerung offiziell zurück. Man verweist auf Personalmangel in den Abwicklungshäfen und komplexe interne Abläufe. Man arbeite „mit Hochdruck“ an einer Lösung und gehe davon aus, dass die Fahrzeuge „in Kürze“ ihren Weg zu den Kunden finden werden. Für viele Käufer, die teilweise seit drei Monaten auf ein Fahrzeug warten, das bereits auf deutschem Boden steht, klingt das wenig tröstlich.

Fazit von Elektroquatsch

Der Tavascan ist ein großartiges Auto, leidet aber unter dem geopolitischen Tauziehen zwischen der EU und China. Wer aktuell auf seinen Cupra wartet, braucht starke Nerven. Ob die Verzögerung nun logistischer Natur ist oder finanzielle Taktik: Die Informationspolitik lässt viele treue Kunden im Regen stehen. Es bleibt zu hoffen, dass der „Zoll-Knoten“ bald platzt, bevor das Modell 2026 den jetzigen Tavascan endgültig zum „alten Eisen“ macht.

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