Soziale Staffelung und Hybrid-Comeback: Bundestag besiegelt neue Kaufprämie
Es ist offiziell: Der Bundestag hat den Weg für die neue staatliche Förderung von elektrifizierten Fahrzeugen freigemacht. Wie die Bundesregierung unter Kanzler Friedrich Merz bereits angekündigt hatte, gilt die Prämie rückwirkend für alle Neuzulassungen seit dem 1. Januar 2026. Damit reagiert die Koalition auf den schwächelnden Absatz und versucht, insbesondere Haushalte mit mittleren Einkommen zum Umstieg zu bewegen.
Wichtig für alle Käufer: Die Auszahlung erfolgt nicht automatisch. Die entsprechende Antragsplattform soll laut aktuellen Informationen im Mai 2026 online gehen. Bis dahin müssen sich Fahrzeughalter gedulden, können aber bereits jetzt fest mit dem Zuschuss planen.
1. Das Fördermodell: Je geringer das Einkommen, desto höher der Scheck
Im Gegensatz zu früheren Pauschalförderungen setzt die aktuelle Regierung auf eine soziale Komponente. Die Höhe des Zuschusses richtet sich nach dem jährlichen Haushaltseinkommen und der Familiengröße:
- Basisförderung (BEV): 3.000 Euro für Haushalte bis 80.000 Euro Einkommen.
- Mittelstandsbonus: 4.000 Euro für Haushalte bis 60.000 Euro Einkommen.
- Sozialbonus: 5.000 Euro für Haushalte bis 45.000 Euro Einkommen.
- Kinder-Zuschlag: Pro Kind erhöht sich die Summe um 500 Euro (maximal 1.000 Euro zusätzlich).
- Einkommensgrenze: Über 80.000 Euro (bzw. 90.000 Euro mit zwei Kindern) entfällt der staatliche Anspruch komplett.
2. Rückkehr der Verbrenner-Unterstützung?
Ein kontroverser Punkt der neuen Regelung ist die Einbeziehung von Plug-in-Hybriden (PHEV) und Fahrzeugen mit Range Extender. Hierfür gewährt der Staat eine Basisförderung von 1.500 Euro. Kritiker, wie Till Steffen von den Grünen, bemängeln, dass damit "falsche Anreize" gesetzt würden, da diese Fahrzeuge im Alltag häufig primär mit fossilen Brennstoffen betrieben werden.
Zusammenfassung: Förderbeträge Elektroautos (BEV) 2026
| Haushaltseinkommen (brutto/Jahr) | Förderung ohne Kinder | Förderung mit 2 Kindern |
|---|---|---|
| bis 45.000 € | 5.000 € | 6.000 € (Maximum) |
| bis 60.000 € | 4.000 € | 5.000 € |
| bis 80.000 € | 3.000 € | 4.000 € |
| über 80.000 € / 90.000 € | 0 € | 0 € |
"Wir brauchen ein Angebot, bei dem sich auch die Krankenschwester auf dem Land ein E-Auto leisten kann. Die aktuelle Förderung lässt genau diese Menschen im Regen stehen, da die Fahrzeugpreise trotz Prämie zu hoch bleiben." – Till Steffen (Bündnis 90/Die Grünen).
Fazit: Ein Boost für den Markt, aber soziale Fragen bleiben
Die Bestätigung der Kaufprämie bringt endlich die erhoffte Planungssicherheit für Käufer und Händler. Dass auch Range Extender (wie sie etwa bei den neuen Scout-Modellen von VW geplant sind) gefördert werden, zeigt die neue "Technologieoffenheit" der Merz-Regierung. Ob die soziale Staffelung ausreicht, um Elektroautos auch in einkommensschwächere Schichten zu bringen, bleibt fraglich – zumal viele günstige Kleinwagenmodelle erst für Ende 2026 oder 2027 angekündigt sind. Für aktuelle Käufer eines XPeng G6 oder VW ID.3 Neo ist der Beschluss jedoch ein willkommenes Geldgeschenk.



