Die Zeiten, in denen man für schnelles Laden gezielt Autobahnen ansteuern musste, neigen sich dem Ende zu. Electra macht Deutschland zu seinem Kernmarkt und setzt auf „Charging while Shopping“ – eine Strategie, die Schnellladen dort ermöglicht, wo das Auto ohnehin steht.
Expansion im Rekordtempo: 90 Standorte bis Jahresende
Der französische Schnelllade-Spezialist Electra hat ehrgeizige Ziele: Nachdem im vergangenen Jahr der Markteintritt erfolgte, sind aktuell bereits 15 Parks in Betrieb. Doch das ist nur der Auftakt. Bis Ende 2026 soll das Netz auf über 90 Standorte anwachsen. Langfristig plant das Unternehmen sogar mehrere Hundert Ladeparks in ganz Deutschland.
Besonders spannend für E-Autofahrer: Electra setzt auf Standorte im Umfeld von Einzelhandel und Dienstleistern. Durch Partnerschaften mit Edeka (CEV), REWE und Penny entstehen Schnellladepunkte direkt auf Supermarkt-Parkplätzen. So lässt sich die Ladezeit von rund 20 bis 30 Minuten perfekt mit dem Wocheneinkauf kombinieren.
Innovation in Berlin: Der Puffer gegen schwache Netze
Ein technisches Highlight markiert der neue Ladepark in Berlin-Wedding. Es ist der erste deutsche Electra-Standort mit einem stationären Batteriespeicher. Diese Lösung ist ein echter Gamechanger für urbane Räume:
- Lastspitzen abfedern: Der Speicher puffert Energie in lastarmen Zeiten und gibt sie beim Schnellladen gebündelt ab.
- Hohe Leistung trotz schwachem Netz: Auch an Orten mit begrenzter Netzanschlussleistung können so HPC-Lader (High-Power-Charger) betrieben werden.
- Kapazitätsziel 2026: Electra plant, bundesweit Batteriespeicher mit einer Gesamtkapazität von rund 20 Megawattstunden zu installieren.
Technik und Tarife im Überblick
Electra setzt vor allem auf Zuverlässigkeit (Verfügbarkeit > 98,5 %) und eine intuitive Nutzerführung über die eigene App.
| Merkmal | Details |
|---|---|
| Ladeleistung | Bis zu 300 kW (Alpitronic Hardware) |
| Anzahl Ladepunkte | Meist 6 Punkte pro Standort |
| Preis (App) | Ab ca. 0,49 €/kWh (modellabhängig/Abo) |
| Besonderheit | Reservierung per App möglich |
Fokus auf Unternehmensflotten und Profitabilität
Neben Privatkunden rücken Unternehmensflotten stärker in den Fokus. Durch spezielle B2B-Angebote und die Integration in Logistikkonzepte will Electra bis Ende 2026 die operative Profitabilität erreichen. Laden soll kein separater Stopp mehr sein, sondern ein organischer Teil der Flottenmobilität.
„Wir investieren nicht nur in Ladepunkte, sondern in ein intelligentes Gesamtsystem aus Speichern, PV und smarter App-Steuerung.“
Fazit von Elektroquatsch
Electra bringt frischen Wind in den deutschen Lademarkt. Die Kombination aus Reservierbarkeit, attraktiven Standorten beim Einzelhandel und der cleveren Nutzung von Batteriespeichern könnte genau das Puzzleteil sein, das dem städtischen Lade-Dschungel bisher gefehlt hat. Wer in Berlin-Wedding lädt, bekommt schon heute einen Vorgeschmack auf die Infrastruktur von morgen.



