Der "Baby"-Defender kommt: Elektrischer Kompakt-Offroader für 2027
Die Ikone wird kleiner und grüner: Jaguar Land Rover (JLR) hat die Entwicklung eines kompakten Ablegers der Defender-Serie bestätigt. Das neue Modell, das in Branchenkreisen bereits als "Defender Sport" oder "Defender 80" gehandelt wird, soll 2027 auf den Markt kommen und markiert einen Wendepunkt in der Markenhistorie – es wird das erste Modell der Reihe sein, das von Grund auf nur für den Elektroantrieb konzipiert wurde.
Mark Manager Mark Cameron betonte gegenüber Autocar, dass die Arbeiten am neuen Familienmitglied weit fortgeschritten sind. Das Ziel ist ambitioniert: Der Defender soll als eigenständige Luxus-Lifestyle-Marke etabliert werden, ohne dabei seine legendäre Robustheit zu verlieren. Erste Erlkönig-Sichtungen unterstreichen, dass JLR hier kein weichgespültes City-SUV plant, sondern einen echten Charakterkopf.
Technische Basis: EMA-Plattform statt alter Mechanik
Während die aktuellen "großen" Defender auf der D7x-Architektur thronen, wechselt der kompakte Bruder auf die Electric Modular Architecture (EMA). Diese reine Elektro-Plattform wird künftig auch die Basis für die elektrischen Varianten des Range Rover Evoque und Velar bilden. Der Vorteil: Mehr Platz im Innenraum bei kompakteren Außenmaßen und eine perfekte Integration der Batterie im Fahrzeugboden.
| Modellvariante | Länge (ca.) | Plattform |
|---|---|---|
| Defender 130 | 5,36 m | D7x (Verbrenner/PHEV) |
| Defender 110 | 5,02 m | D7x (Verbrenner/PHEV) |
| Defender 90 | 4,58 m | D7x (Verbrenner/PHEV) |
| Neuer Kompakt-Defender | ~4,50 m | EMA (Rein Elektrisch) |
Geländegängigkeit 2.0: Drehmoment per Mausklick
Puristen stellen sich oft die Frage: Kann ein Elektroauto echtes Gelände? Cameron gibt Entwarnung. Zwar dürften Federwege und Achsverschränkung etwas geringer ausfallen als beim "großen" Bruder, doch der elektrische Allradantrieb mit zwei Motoren bietet entscheidende Vorteile. Das massive Drehmoment lässt sich an jedem Rad präziser steuern als bei jeder mechanischen Sperre, was den kompakten Defender zu einem ernstzunehmenden Offroader machen soll.
"Wir kombinieren die kantige, ikonische Silhouette des Defender mit den aerodynamischen Notwendigkeiten der Elektromobilität. Das Ergebnis wird kein gewöhnliches SUV sein." – Mark Cameron, JLR Brand Manager.
Design-Spagat: Kante trifft Windkanal
Die größte Herausforderung für die Ingenieure liegt im Design. Ein Defender muss kantig sein, doch Kanten sind der Feind der elektrischen Reichweite. JLR arbeitet daher an einem Look, der die vertikalen Linien der Tradition bewahrt, aber durch clevere Details den Luftwiderstand minimiert. Im Innenraum wird zudem ein Fokus auf Luxus und "Lifestyle" erwartet, um neue Käuferschichten im urbanen Raum zu erschließen.
Obwohl der neue Elektro-Ableger das Aushängeschild der Transformation wird, hält JLR bei den größeren Modellen vorerst an der Wahlfreiheit fest. Solange die Nachfrage besteht, werden parallel zum Elektro-Kurs weiterhin Verbrenner- und Hybrid-Varianten angeboten. Wer jedoch die Zukunft der Marke fahren will, muss sich den Termin 2027 rot im Kalender markieren.



