Mercedes „Baby G“ bekommt Verbrenner: Strategiewechsel für 2027

Constantin Hoffmann

Constantin Hoffmann

Mercedes „Baby G“ bekommt Verbrenner: Strategiewechsel für 2027

Mercedes-Benz rückt von seinem ursprünglichen Plan ab, die kompakte Version der G-Klasse ausschließlich elektrisch anzubieten. Einem neuen Bericht zufolge wird der für 2027 erwartete Offroader nun doch mit Verbrennungsmotoren (Hybrid) ausgestattet, um auf die schwankende Nachfrage nach Elektroautos zu reagieren.

Eigentlich sollte die geschrumpfte Ikone das elektrische Einstiegsmodell in die G-Welt werden. Doch Mercedes-Benz passt seine Strategie an die Realität des Marktes an. Wie nun bekannt wurde, wird die „Baby G-Klasse“ ab 2027 sowohl rein elektrisch als auch mit effizienten Hybrid-Verbrennern vorfahren.

Plattform-Mix: Leiterrahmen trifft auf Moderne

Ursprünglich war geplant, den kleinen Offroader auf der Elektro-Plattform des kommenden GLC aufzubauen. Mercedes-Entwicklungschef Markus Schäfer enthüllte jedoch gegenüber Autocar, dass man sich für eine eigenständige Architektur entschieden hat, um die Authentizität der G-Klasse zu bewahren.

Das technische Fundament:

  • Miniatur-Leiterrahmen: Sorgt für echte Geländegängigkeit und die typische G-DNA.
  • MMA-Komponenten: Teile der Elektronik und des Antriebs werden von der neuen CLA-Klasse übernommen.
  • Hybrid-Power: Als Verbrenner ist ein 1,5-Liter-Vierzylinder-Turbo mit Hybrid-Unterstützung im Gespräch.

Elektro-Version mit beachtlicher Reichweite

Trotz des Strategiewechsels bleibt die Elektro-Variante ein Kernbestandteil. Mit einer erwarteten 85-kWh-Batterie (NMC) peilt Mercedes eine WLTP-Reichweite von bis zu 724 Kilometern (ca. 450 Meilen) an. Das wäre deutlich mehr als die Reichweite des „großen“ elektrischen G 580.

Feature Details „Little G“ (2027)
Länge ca. 4,40 Meter (GLB-Klasse Niveau)
Antrieb (ICE) 1,5L Turbo-Vierzylinder Hybrid (Horse Powertrain)
Antrieb (EV) Dual-Motor Allrad (eATS 2.0)
Marktstart 2027 (Elektro-Version vermutlich zuerst)

Warum der Schwenk zum Verbrenner?

Branchenexperten sehen zwei Hauptgründe für diese Entscheidung: Zum einen die derzeit verhaltenen Verkaufszahlen des vollelektrischen G 580. Zum anderen möchte Mercedes-Chef Ola Källenius dem Unternehmen maximale „taktische Flexibilität“ bewahren. In Märkten, in denen der E-Auto-Hochlauf langsamer vorangeht, kann der Hybrid-G somit wichtige Marktanteile sichern.

„Die G-Klasse ist eine Ikone. Damit der ‚Mini-G‘ funktioniert, muss er absolut authentisch sein. Deshalb haben wir eine komplett eigene Architektur entwickelt, die keine Kompromisse im Gelände macht.“ — Markus Schäfer, Mercedes-Entwicklungschef

Fazit: Ein echter Offroader für eine neue Zielgruppe

Mit der Entscheidung für einen Hybrid-Antrieb öffnet Mercedes die „Baby G-Klasse“ für einen deutlich größeren Kundenkreis. Das Design bleibt dabei radikal kantig und orientiert sich eng am großen Bruder – inklusive der markanten runden Scheinwerfer und dem außenliegenden Reserverad.

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