Eigentlich sollte die geschrumpfte Ikone das elektrische Einstiegsmodell in die G-Welt werden. Doch Mercedes-Benz passt seine Strategie an die Realität des Marktes an. Wie nun bekannt wurde, wird die „Baby G-Klasse“ ab 2027 sowohl rein elektrisch als auch mit effizienten Hybrid-Verbrennern vorfahren.
Plattform-Mix: Leiterrahmen trifft auf Moderne
Ursprünglich war geplant, den kleinen Offroader auf der Elektro-Plattform des kommenden GLC aufzubauen. Mercedes-Entwicklungschef Markus Schäfer enthüllte jedoch gegenüber Autocar, dass man sich für eine eigenständige Architektur entschieden hat, um die Authentizität der G-Klasse zu bewahren.
Das technische Fundament:
- Miniatur-Leiterrahmen: Sorgt für echte Geländegängigkeit und die typische G-DNA.
- MMA-Komponenten: Teile der Elektronik und des Antriebs werden von der neuen CLA-Klasse übernommen.
- Hybrid-Power: Als Verbrenner ist ein 1,5-Liter-Vierzylinder-Turbo mit Hybrid-Unterstützung im Gespräch.
Elektro-Version mit beachtlicher Reichweite
Trotz des Strategiewechsels bleibt die Elektro-Variante ein Kernbestandteil. Mit einer erwarteten 85-kWh-Batterie (NMC) peilt Mercedes eine WLTP-Reichweite von bis zu 724 Kilometern (ca. 450 Meilen) an. Das wäre deutlich mehr als die Reichweite des „großen“ elektrischen G 580.
| Feature | Details „Little G“ (2027) |
|---|---|
| Länge | ca. 4,40 Meter (GLB-Klasse Niveau) |
| Antrieb (ICE) | 1,5L Turbo-Vierzylinder Hybrid (Horse Powertrain) |
| Antrieb (EV) | Dual-Motor Allrad (eATS 2.0) |
| Marktstart | 2027 (Elektro-Version vermutlich zuerst) |
Warum der Schwenk zum Verbrenner?
Branchenexperten sehen zwei Hauptgründe für diese Entscheidung: Zum einen die derzeit verhaltenen Verkaufszahlen des vollelektrischen G 580. Zum anderen möchte Mercedes-Chef Ola Källenius dem Unternehmen maximale „taktische Flexibilität“ bewahren. In Märkten, in denen der E-Auto-Hochlauf langsamer vorangeht, kann der Hybrid-G somit wichtige Marktanteile sichern.
„Die G-Klasse ist eine Ikone. Damit der ‚Mini-G‘ funktioniert, muss er absolut authentisch sein. Deshalb haben wir eine komplett eigene Architektur entwickelt, die keine Kompromisse im Gelände macht.“ — Markus Schäfer, Mercedes-Entwicklungschef
Fazit: Ein echter Offroader für eine neue Zielgruppe
Mit der Entscheidung für einen Hybrid-Antrieb öffnet Mercedes die „Baby G-Klasse“ für einen deutlich größeren Kundenkreis. Das Design bleibt dabei radikal kantig und orientiert sich eng am großen Bruder – inklusive der markanten runden Scheinwerfer und dem außenliegenden Reserverad.



