Prestige und Pixel-Power: Mercedes kämpft für die elektrische G-Klasse
Die elektrische G-Klasse (G 580 mit EQ Technologie) hat es aktuell nicht leicht. Während die Verbrenner-Modelle (G 500 und G 63) weiterhin Rekordabsätze feiern, zögern Kunden in Schlüsselmärkten wie den USA noch beim Umstieg auf den Stromer. Doch Mercedes-Vorstand und Technikchef Jörg Burzer bleibt im Interview mit Auto Motor und Sport gelassen: Die elektrische G-Klasse werde sich durchsetzen, da sie die Grenzen des Geländewagens technisch sogar verschiebe.
1. Prestige-Faktor: Wenn sich der Panzer im Kreis dreht
Burzer räumt ein, dass G-Klasse-Kunden traditionell an großen Verbrennungsmotoren hängen. Um das Thema Prestige in das Elektrozeitalter zu retten, setzt Mercedes auf Funktionen, die kein V8 bieten kann:
- G-Turn: Dank der vier Einzelmotoren kann sich das Fahrzeug auf der Stelle um die eigene Achse drehen – laut Burzer ein "ziemlich cooles" Feature, das den technologischen Vorsprung demonstriert.
- Offroad-Überlegenheit: Durch die präzise Ansteuerung jedes Rades ist die elektrische Variante im harten Gelände in vielen Situationen feinfühliger und leistungsfähiger als der Verbrenner.
- Marktdynamik: Während die USA noch zögern, gibt es laut Burzer bereits Märkte, in denen die elektrische G-Klasse die Verbrenner-Varianten beim Absatz überholt.
2. Das Technik-Update für das Modelljahr 2026
Um die Akzeptanz weiter zu steigern, hat Mercedes im März 2026 ein technisches Update für den G 580 EQ ausgerollt:
- Mehr Energie: Die Nettokapazität der Batterie steigt minimal auf 117 kWh (vorher 116 kWh), was die WLTP-Reichweite auf 479 Kilometer hebt.
- Schnelleres Laden: Die DC-Ladeleistung klettert von 200 auf 210 kW. Damit verkürzt sich der Ladevorgang von 10 auf 80 % auf 29 Minuten.
- AC-Upgrade: Gegen einen Aufpreis von 655 Euro ist nun ein 22-kW-Bordlader für schnelleres Wechselstromladen verfügbar.
- Optik-Korrektur: Das umstrittene „Black-Panel“ an der Front weicht einem klassischen Kühlergrill, um den Look des Elektro-G stärker an das ikonische Verbrenner-Design anzugleichen.
3. Preise: Zwischen Liste und Rabatt
Die Preisgestaltung spiegelt die aktuelle Marktsituation wider. Obwohl der Listenpreis des G 580 EQ leicht auf 143.669 Euro gestiegen ist, versucht Mercedes den Absatz mit deutlichen Kaufanreizen anzukurbeln. Aktuell wird ein Herstellerrabatt gewährt, der den effektiven Einstiegspreis auf 129.302 Euro drückt.
"Das Auto ist unglaublich gut – offroad verschiebt es an einigen Stellen die Grenzen sogar. Wir sind überzeugt, dass sich das Gesamtpaket durchsetzen wird, sobald die Ladeinfrastruktur in den Kernmärkten nachzieht." – Jörg Burzer, Technikchef Mercedes-Benz.
Daten-Check: Mercedes G 580 EQ (Update 2026)
| Merkmal | Spezifikation |
|---|---|
| Leistung | 432 kW (587 PS) |
| Antrieb | 4 Einzelmotoren (Allrad) |
| Batterie (Netto) | 117 kWh |
| Ladezeit (10-80 %) | 29 Minuten (DC) |
| Basispreis (effektiv) | 129.302 € (inkl. Rabatt) |
Fazit: Ein Marathon, kein Sprint
Mercedes hält eisern an der elektrischen G-Klasse fest. Dass die Frontoptik wieder "klassischer" wird und die Ladezeiten sinken, zeigt, dass man auf die Wünsche der traditionellen Kundschaft hört. Mit einem Rabatt von über 14.000 Euro wird der G 580 EQ zudem preislich attraktiver positioniert, um gegen den hauseigenen V8-Kult zu bestehen. Der "G-Turn" bleibt dabei das ultimative Argument für die Überlegenheit der E-Motoren – ob das reicht, um die US-Kunden umzustimmen, wird das restliche Jahr 2026 zeigen.



