Modelloffensive bei Mercedes: Der elektrische GLC wird bezahlbarer
Mercedes-Benz bläst zum Angriff in der elektrischen Premium-Mittelklasse. Nachdem das neue Elektro-SUV auf der topmodernen MB.EA-M-Plattform Ende letzten Jahres ausschließlich als hochpreisiges Flaggschiff GLC 400 4Matic EQ startete, bringen die Stuttgarter nun deutlich günstigere Versionen in den Handel. Ab dem 9. Juni 2026 öffnet der Hersteller die Bestellbücher für zwei neue Leistungsstufen, die den Einstiegspreis für das gefragte High-Tech-SUV schlagartig in Richtung der 64.000-Euro-Marke drücken.
Die Strategie hinter dem schnellen Portfolio-Ausbau ist logisch: Mercedes reagiert damit direkt auf den harten Konkurrenzdruck durch den BMW iX3 und den Porsche Macan Electric. Bisher mussten Kunden für den 489 PS starken GLC 400 mindestens 71.281 Euro auf den Tisch legen. Die neuen Ableger specken zwar beim Akku minimal ab, behalten aber das wegweisende 800-Volt-Bordsystem und die extrem kurzen Ladestopps bei, was sie im Alltag zu echten Preis-Leistungs-Krachern im Premium-Segment macht.
800-Volt-Power und kürzere Ladezeiten
Das technische Fundament der neuen Varianten bildet ein flacheres Akkupaket mit einem nutzbaren Energiegehalt von 85 kWh. Dank der fortschrittlichen Architektur zieht der GLC EQ an einer entsprechenden High-Power-Charging-Säule (HPC) Strom mit einer Spitzenleistung von bis zu 320 kW. Der klassische Ladehub von 10 auf 80 Prozent State of Charge (SoC) ist damit in exakt 22 Minuten erledigt – ein Spitzenwert in dieser Fahrzeugklasse. Wer zu Hause an der Wallbox lädt, muss sich beim serienmäßigen AC-Lader allerdings mit 11 kW begnügen, was die Ladezeit für einen vollen Zyklus auf rund 9 Stunden streckt.
| Modellvariante | Antrieb / Leistung | Akku (netto) | Reichweite (WLTP) | Preis (voraussichtlich) |
|---|---|---|---|---|
| GLC 250 EQ | Heckantrieb / 260 kW (354 PS) | 85 kWh | ca. 665 km | ca. 64.000 Euro |
| GLC 300 4Matic EQ | Allrad / 310 kW (422 PS) | 85 kWh | ca. 645 km | ca. 68.300 Euro |
| GLC 400 4Matic EQ | Allrad / 360 kW (489 PS) | 94 kWh | 713 km | 71.281 Euro |
Hecktriebler für Effizienz, Allrad für die Dynamik
Den neuen Einstieg markiert der GLC 250 EQ. Als reiner Hecktriebler mobilisiert er sportliche 354 PS (260 kW) und sprintet in rund 6,2 Sekunden aus dem Stand auf Tempo 100. Durch den Verzicht auf den vorderen Elektromotor sinkt der Verbrauch drastisch, was trotz der kleineren Batterie zu einer beachtlichen WLTP-Reichweite von rund 665 Kilometern führt. Wer auf den bewährten Allradantrieb nicht verzichten will, greift zum GLC 300 4Matic EQ: Mit zwei E-Maschinen leistet diese Version 422 PS (310 kW), schießt in 4,9 Sekunden auf Landstraßentempo und schafft immer noch starke 645 Kilometer mit einer Ladung.
"Mit den neuen 85-kWh-Derivaten beweist Mercedes, dass hocheffiziente Antriebe und ultraschnelles 800-Volt-Laden im SUV-Segment keine Privilegien der 70.000-Euro-Klasse bleiben müssen."
Im Innenraum profitieren auch die neuen Modellbrüder von den jüngsten Upgrades des Infotainment-Systems. Neben dem optionalen, fast einen Meter breiten MBUX-Hyperscreen entfällt pünktlich zum Sommer der Paketzwang für beliebte Komfortfeatures. So lässt sich die lang ersehnte Sitzklimatisierung ab sofort auch ohne das teure Premium-Plus-Paket konfigurieren. Zudem spendieren die Stuttgarter dem GLC EQ noch im Laufe des Jahres via Over-the-Air-Update (OTA) den neuen "Drive Assist Plus", der das teilautomatisierte Fahren inklusive proaktivem Bremsen an roten Ampeln und Stoppschildern beherrscht.
Ausblick: Reichweiten-König und LFP-Sparmodell folgen
Die Reise der elektrischen GLC-Familie ist damit aber noch nicht zu Ende. Für das späte Modelljahr plant Mercedes bereits zwei weitere Optionen. Der GLC 300+ EQ wird den großen 94-kWh-Akku des Topmodells mit dem hocheffizienten 362-PS-Heckantrieb kombinieren und soll mit einer theoretischen WLTP-Reichweite von rund 735 Kilometern zum absoluten Dauerläufer mutieren. Am anderen Ende der Tabelle wird eine echte Basisversion mit rund 309 PS und einem günstigeren, extrem langlebigen Lithium-Eisenphosphat-Akku (LFP) mit 64 kWh Kapazität das Portfolio nach unten abrunden. Die Auslieferungen der im Juni bestellbaren 85-kWh-Modelle starten planmäßig Ende 2026.



