Sicherheitsrisiko beim G580: Wenn das Drehmoment die Hardware überfordert
Die elektrische G-Klasse, offiziell als Mercedes-Benz G580 mit EQ-Technologie bekannt, ist ein technologisches Kraftpaket. Doch genau diese Kraft wird dem Offroad-Giganten nun zum Verhängnis. Mercedes musste einräumen, dass die herkömmlichen Radbolzen der Verbrenner-Modelle den massiven Belastungen des Elektroantriebs auf Dauer nicht standhalten könnten.
Das Problem liegt in der Physik: Elektroautos sind durch ihre Batterien nicht nur schwerer, sondern liefern ihr maximales Drehmoment ohne Verzögerung an die Räder. Bei der elektrischen G-Klasse trifft ein Leergewicht von rund drei Tonnen auf brachiale 1.164 Nm Drehmoment. Eine Kombination, die herkömmliche Befestigungsteile an ihre Belastungsgrenzen bringt.
Details zum Rückruf: Über 3.500 Fahrzeuge betroffen
Laut internen Untersuchungen und Meldungen an die Sicherheitsbehörden betrifft der Rückruf Fahrzeuge aus dem Produktionszeitraum zwischen Februar 2024 und August 2025. Das Unternehmen stellte fest, dass sich die Radbolzen unter extremen Fahrbedingungen und nach mehrfachen Radwechseln lockern könnten. Ein loses Rad während der Fahrt stellt ein erhebliches Sicherheitsrisiko dar, auch wenn Mercedes betont, dass bisher keine Unfälle im realen Straßenverkehr bekannt sind.
"Das Unternehmen versäumte es offenbar, die Radbolzen rechtzeitig an das deutlich höhere Gewicht und die spezifische Drehmomentkurve des vollelektrischen Antriebsstrangs anzupassen."
Abhilfe durch neu konstruierte Bauteile
Mercedes reagiert mit einer Neukonstruktion. Die betroffenen Bolzen werden gegen eine verstärkte Version ausgetauscht, die speziell für die Anforderungen des G580 entwickelt wurde. Der Werkstattaufenthalt ist für Kunden kostenlos und umfasst den kompletten Austausch aller Radbolzen sowie ein exaktes Nachziehen nach neuen Herstellervorgaben.
Technische Daten: Mercedes-Benz G580 mit EQ-Technologie
| Parameter | Wert |
|---|---|
| Leistung | 432 kW (587 PS) |
| Drehmoment | 1.164 Nm |
| Leergewicht | ca. 3.085 kg |
| Batteriekapazität | 116 kWh (netto) |
| Antrieb | 4 Einzelmotoren (e-Lows) |
Was betroffene Besitzer jetzt tun sollten
Halter der entsprechenden Modelle werden in der Regel direkt vom Hersteller oder über das Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) informiert. Da es sich um eine sicherheitsrelevante Komponente handelt, sollte der Termin in der Vertragswerkstatt zeitnah wahrgenommen werden. Neuere Fahrzeuge, die ab Herbst 2025 vom Band laufen, sind bereits ab Werk mit den korrigierten Komponenten ausgestattet und somit nicht vom Rückruf betroffen.



