Kein Sicherheitsrisiko: US-Behörde gibt grünes Licht für Teslas Parkplatz-KI
Tesla kann einen wichtigen regulatorischen Erfolg verbuchen. Wie die US-Verkehrssicherheitsbehörde NHTSA am Montag mitteilte, wird die Untersuchung der Funktion „Actually Smart Summon“ (ASS) nach rund einem Jahr ohne weitere Auflagen geschlossen. Die Behörde kam zu dem Schluss, dass das System, welches Fahrzeuge fahrerlos über Parkplätze navigiert, keine unangemessene Gefahr für die öffentliche Sicherheit darstellt.
Die Untersuchung umfasste knapp 2,6 Millionen Fahrzeuge. Zwar registrierte die NHTSA etwa 100 Kollisionen im Zusammenhang mit der Nutzung von Smart Summon, betonte jedoch, dass es sich dabei ausschließlich um Sachschäden bei niedrigen Geschwindigkeiten handelte. „Es gab null Verletzungen und null Todesfälle“, heißt es in dem offiziellen Bericht. Damit sieht die Behörde keinen Anlass für einen erzwungenen Rückruf oder tiefgreifende Designänderungen.
Was ist „Actually Smart Summon“?
Die im September 2024 eingeführte Funktion ist die rein kamerabasierte Weiterentwicklung des klassischen „Summon“. Über die Tesla-App können Besitzer ihr Auto auffordern, eigenständig aus einer Parklücke zu ihnen zu fahren. Das System nutzt die Bordcomputer und Kameras, um Hindernissen wie Einkaufswagen, Bordsteinkanten oder anderen Fahrzeugen auszuweichen.
Anfang 2025 geriet das Feature in die Kritik, nachdem Berichte über kleinere Rempler gegen Garagentore oder parkende Autos zunahmen. Tesla reagierte bereits während der laufenden Untersuchung mit Software-Updates, die unter anderem die Erkennung von blockierten Kameras und beweglichen Objekten (wie sich öffnende Tore) verbesserten.
"Die NHTSA akzeptiert hier, dass Software-Fehler im Niedriggeschwindigkeitsbereich durch Over-the-Air-Updates gelöst werden können, anstatt langwierige Rückrufprozesse einzuleiten. Das ist ein wichtiges Signal für das autonome Fahren."
Tesla unter Dauerbeobachtung
Trotz dieses Etappensiegs bleibt Tesla der am schärfsten beobachtete Autohersteller in den USA. Die NHTSA führt weiterhin diverse Verfahren gegen das Unternehmen, die deutlich schwerwiegender sind:
- FSD bei schlechter Sicht: Eine Untersuchung prüft, wie das Full Self-Driving (Supervised) System bei extremem Wetter oder Blendung reagiert.
- Mad Max-Modus: Die Behörde kritisierte aggressive Spurwechsel-Profile in der Software.
- Engineering Analysis: Das gesamte FSD-System befindet sich in einer tiefergehenden Analyse-Phase, die – im Gegensatz zum Smart Summon – durchaus zu einem großflächigen Rückruf führen könnte.
Statistik der Untersuchung (2025-2026)
| Kennzahl | Wert / Ergebnis |
|---|---|
| Untersuchte Fahrzeuge | 2,6 Millionen |
| Gemeldete Vorfälle | ca. 100 |
| Verletzte / Todesfälle | 0 / 0 |
| Ergebnis | Verfahren eingestellt (kein Rückruf) |
Fazit: Rückenwind für das Cybercab
Für Tesla kommt das Ende der Untersuchung zum perfekten Zeitpunkt. Da das Unternehmen in der zweiten Jahreshälfte 2026 den offiziellen Launch des „Cybercabs“ vorbereitet, ist jedes positive Signal vonseiten der Regulierungsbehörden Gold wert. Es zeigt, dass die NHTSA bereit ist, kamerabasierte Vision-Systeme im Alltag zu akzeptieren, solange die Risiken kontrollierbar bleiben. Tesla kann „Actually Smart Summon“ nun ungehindert weiterentwickeln und die Technologie als Basis für künftige autonome Dienste nutzen.



