Godzilla unter Strom: Nissan bestätigt Hybrid-Antrieb für den GT-R R36
Die Gerüchteküche brodelte seit der Vorstellung des radikalen Hyper Force Concepts (2023), doch nun herrscht Klarheit: Der nächste Nissan GT-R – intern als R36 geführt – wird kein reines Elektroauto. Nissan-Chef Ivan Espinosa und Produktstratege Richard Candler stellten im April 2026 klar, dass die aktuelle Batterietechnologie noch nicht bereit sei, die extremen Anforderungen eines GT-R an Dauerleistung und Fahrspaß zu erfüllen.
Dennoch markiert der R36 eine historische Zäsur: Nach fast 60 Jahren reiner Verbrenner-Tradition wird Godzilla zum Hybrid. Der Grund ist simpel und unausweichlich: Die immer strengeren Emissionsvorschriften in Europa und Asien lassen einen reinen Benziner für ein globales Performance-Modell nicht mehr zu.
1. Warum kein Elektro-GT-R?
Obwohl das 1.000 kW starke Hyper Force Concept einen elektrischen Ausblick gab, erteilt Nissan dem reinen Akku-Antrieb für die nächste Generation eine klare Absage. Richard Candler betonte:
- Technik-Limit: Heutige Lithium-Chemien seien zu schwer und nicht leistungsfähig genug für das typische GT-R-Profil.
- Emotionen: Die Herausforderung liege nicht darin, ein Elektroauto schnell zu machen, sondern es "GT-R-würdig" zu gestalten – mit dem Fokus auf mechanischem Feedback und Beherrschbarkeit.
- Marktakzeptanz: Nissan beobachtet genau, dass elektrische Sportwagen im High-End-Segment derzeit weltweit eher verhalten angenommen werden.
2. Das Herz des R36: Evolution des V6
Brancheninsider und erste Berichte deuten darauf hin, dass Nissan den legendären 3,8-Liter-Twin-Turbo-V6 (VR38DETT) nicht komplett beerdigt. Stattdessen wird er zum Herzstück eines hochmodernen Hybridsystems:
- Antrieb: Ein elektrifiziertes Allradsystem, das Drehmomentlöcher stopft und für noch brutalere Beschleunigung aus dem Stand sorgt.
- Leistung: Ziel ist es, die Performance des R35 Nismo deutlich zu übertreffen, wobei Systemleistungen von weit über 700 PS im Gespräch sind.
- Gewicht: Die Ingenieure kämpfen darum, das Zusatzgewicht der Hybrid-Komponenten durch Leichtbau (Carbon/Magnesium) zu kompensieren.
"Es ist schlicht gesunder Menschenverstand: Der GT-R muss elektrifiziert werden, um die globalen Abgasnormen zu erfüllen. Aber wir werden niemals einen GT-R bauen, der nur Batterien hat, solange die Technik nicht für Godzilla bereit ist. No way." – Richard Candler, Nissan Global Product Strategy.
Vergleich: R35 vs. Ausblick auf R36 (2028/2030)
| Merkmal | Nissan GT-R R35 (Auslaufmodell) | Nissan GT-R R36 (In Planung) |
|---|---|---|
| Antrieb | 3.8L V6 Twin-Turbo (Reinbenzin) | V6 Hybrid-System |
| Fokus | Analoges Supercar-Feeling | Digital-analoge High-Tech-Performance |
| Plattform | PM-Plattform (alt) | Komplette Neuentwicklung |
| Ankündigung | Produktion beendet 2025 | Konkrete News 2027 / Launch ca. 2028-2030 |
Fazit: Ein Kompromiss für Puristen
Für viele Fans ist die Hybrid-Nachricht eine Erleichterung. Dass der R36 nicht als lautloses Elektro-UFO kommt, bewahrt den Kerncharakter der Marke. Nissan folgt damit dem Vorbild von Ferrari und Lamborghini, die gezeigt haben, dass Elektrifizierung einen Sportwagen nicht verwässern muss, sondern ihn sogar schneller und schärfer machen kann. Godzilla lebt also weiter – mit einem kräftigen elektrischen Punch, aber immer noch mit dem Herzschlag eines Verbrenners.



