Nissan R36 GT-R: Hybrid-Power statt Elektro-Schock
Die Gerüchteküche um den Nachfolger des legendären R35 brodelte über Jahre, doch nun herrscht Klarheit: Der nächste Nissan GT-R wird kein reines Elektroauto. Nissan-CEO Ivan Espinosa und Strategie-Chef Richard Candler bestätigten im Mai 2026, dass der kommende "R36" zwar elektrifiziert wird, aber definitiv einen Verbrennungsmotor behalten darf. Damit reagiert Nissan auf die Skepsis der Sportwagen-Fans gegenüber batterieelektrischen Hypercars und die technischen Limitierungen aktueller Akku-Generationen.
Laut Candler sei die aktuelle Lithium-Ionen-Chemie schlichtweg nicht in der Lage, das Gewicht und die thermische Belastung zu bewältigen, die ein GT-R auf der Rennstrecke fordert. Ein "Godzilla" ohne den markanten Sound und die mechanische Rückmeldung scheint für Nissan derzeit undenkbar. Dennoch zwingen die immer strengeren Emissionsvorschriften in Europa und Asien den Hersteller dazu, das neue Modell als Hybrid auszulegen, um die Zulassungsfähigkeit weltweit zu sichern.
Technische Evolution: Der VR38 bekommt elektrische Hilfe
Insiderberichten zufolge wird der R36 auf einer komplett neuen Chassis-Architektur stehen, aber ein bekanntes Herzstück weiternutzen: Eine tiefgreifend überarbeitete Version des 3,8-Liter-V6-Biturbo (VR38DETT). Ingenieure arbeiten an neu konstruierten Zylinderköpfen und Kolben, um den Motor fit für das Zusammenspiel mit einem Elektromotor zu machen. Ob es sich um einen Mild-Hybrid mit elektrischem Verdichter oder ein komplexeres System mit Elektromotoren an den Achsen handelt, bleibt noch ein Geheimnis.
| Feature | Details (Prognose 2026/2027) |
|---|---|
| Antriebsart | V6-Hybrid (Elektrifizierter VR38) |
| Leistung | Erwartet 650 PS bis 720 PS |
| Allradsystem | ATTESA E-TS (mechanisch oder "Through-the-road") |
| Getriebe | Neues Doppelkupplungsgetriebe (DKG) |
| Marktstart | Voraussichtlich 2028/2029 |
Real-World-Impact: Warum der Hybrid-Weg Sinn ergibt
Für die GT-R-Community ist diese Entscheidung ein Sieg der Vernunft. Ein rein elektrischer GT-R hätte zwar mit extremen Beschleunigungswerten gepunktet, aber durch das massive Gewicht der Batterien an Agilität eingebüßt. Durch die Hybridisierung kann Nissan das Drehmomentloch des Turbos elektrisch füllen ("Torque Filling"), ohne den Wagen in einen tonnenschweren Akku-Block zu verwandeln. Zudem bleibt die Werkstatt- und Tuning-Infrastruktur für den VR38-Motor bestehen, was den GT-R seit jeher für die JDM-Szene attraktiv macht.
"Wir werden bei der nächsten Generation keine reinen Batterien verwenden. Auf keinen Fall. Die Chemie ist noch nicht stark genug für die Anforderungen eines GT-R." – Richard Candler, Head of Global Product Strategy.
Die Design-Richtung des R36 könnte sich am 2023 vorgestellten Hyper Force Concept orientieren, das bereits mit massiver Aerodynamik und markanten Vierfach-Rückleuchten spielte. Während die R35-Produktion nach 18 Jahren im August 2025 endgültig auslief, wird der R36 die Lücke im Portfolio vermutlich ab 2028 füllen. Bis dahin bleibt der GT-R das, was er immer war: Ein technologisches Aushängeschild, das nun lernt, mit Strom zu flüstern, aber weiterhin mit Benzin zu brüllen.



