NRW-Finanzminister: Zurück zum Diesel – E-Auto-Frust im Kabinett?

Constantin Hoffmann

Constantin Hoffmann

NRW-Finanzminister: Zurück zum Diesel – E-Auto-Frust im Kabinett?

NRW-Finanzminister Marcus Optendrenk (CDU) tauscht seinen elektrischen BMW i7 gegen einen Audi A8 Diesel ein. Trotz moderner Technik stieß das E-Auto bei engen Terminen im Flächenland an seine Grenzen. Damit ist er nicht allein: Auch andere Minister im Kabinett setzen nach enttäuschenden Erfahrungen wieder auf den Selbstzünder.

Die Verkehrswende im Düsseldorfer Landtag gerät ins Stocken: Finanzminister Marcus Optendrenk hat seinen vollelektrischen Dienstwagen abgegeben und ist nun wieder dieselgetrieben unterwegs. Ein prominenter Rückzug, der die Debatte um die Alltagstauglichkeit der E-Mobilität für Vielfahrer neu entfacht.

Vom BMW i7 zum Audi A8 TDI: Die Gründe für den Wechsel

Zuvor war Optendrenk in einem BMW i7 xDrive 60 unterwegs – einer Luxus-Limousine, die eigentlich für ihre Langstreckenqualitäten bekannt ist. Doch im harten politischen Alltag stieß das Konzept laut Minister an Grenzen. Während das Laden in Düsseldorf problemlos funktionierte, erwies sich die Routenplanung bei eng getakteten Terminen quer durch Nordrhein-Westfalen als zu unpraktisch.

Sobald der Leasingvertrag auslief, erfolgte nun der Wechsel auf einen Audi A8 L 50 TDI Quattro. Damit ist Optendrenk nicht der einzige „Rückkehrer“ im Kabinett von Ministerpräsident Hendrik Wüst.

Die Dienstwagen-Liste: Wer fährt was im NRW-Kabinett?

Der Trend zum Diesel ist unter den CDU-Ministern deutlich erkennbar, während die grünen Kabinettsmitglieder überwiegend an der Elektromobilität festhalten.

Minister / Ressort Antrieb aktuell (Feb. 2026) Status / Besonderheit
Marcus Optendrenk (Finanzen, CDU) Diesel (Audi A8) Wechsel von BMW i7 (Elektro)
Ina Scharrenbach (Bau, CDU) Diesel (Audi A8) Bereits zuvor von Hybrid zurückgewechselt
Hendrik Wüst (MinPräs, CDU) Diesel / Benzin Gepanzertes Sonderschutzfahrzeug
Mona Neubaur (Wirtschaft, Grüne) Elektro / Hybrid Neues E-Auto bereits bestellt
Nathanael Liminski (Europa, CDU) Diesel (Audi A8) Wechsel von Hybrid auf reinen Verbrenner
„Ich habe die Erfahrung gemacht, dass ein Elektrofahrzeug im Alltagsbetrieb in Düsseldorf gut funktioniert, aber in einem Flächenland bei engem Terminkalender an Grenzen stößt.“ — Marcus Optendrenk zur WAZ

Symbolwirkung und Realitätscheck

Kritik kommt unter anderem von der Deutschen Umwelthilfe (DUH), die Politikern eine mangelnde Vorbildfunktion vorwirft. Dennoch argumentieren Minister wie Scharrenbach und Liminski sogar mit dem Klimaschutz: Bei extrem hohen Laufleistungen (bis zu 90.000 km pro Jahr) sei ein moderner Diesel effizienter als ein schwerer Plug-in-Hybrid, der auf Langstrecken primär mit Benzin fährt.

Interessant: Während die CDU-geführten Ressorts teils zum Diesel zurückkehren, haben Ministerinnen wie Neubaur, Schäffer und Gorißen bereits neue Elektro-Dienstwagen für die kommende Leasingperiode geordert. Die Spaltung im Fuhrpark spiegelt somit die allgemeine gesellschaftliche Debatte wider.


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