Ende einer Ära: Porsche verkauft Anteile an Bugatti Rimac und die Rimac Group
Es ist die Nachricht des Tages in der Automobil-Oberklasse: Porsche steigt vollständig bei Bugatti Rimac und der Rimac Group aus. Am 24. April 2026 wurden die Verträge mit einem Erwerber-Konsortium unter der Führung der New Yorker Investmentfirma HOF Capital und BlueFive Capital unterzeichnet. Damit endet eine der spannendsten Partnerschaften der letzten Jahre, die 2021 mit der Zusammenführung der französischen Traditionsmarke Bugatti und dem kroatischen Elektropionier Rimac begonnen hatte.
1. Die Details des Deals: Kapitalschnitt in Stuttgart
Porsche trennt sich von seinem gesamten Portfolio rund um Mate Rimac:
- Bugatti Rimac: Abgabe der 45-prozentigen Minderheitsbeteiligung.
- Rimac Group: Verkauf des 20,6-prozentigen Anteils am Mutterkonzern.
- Käufer: Ein Konsortium unter HOF Capital (New York) und BlueFive Capital, ergänzt durch institutionelle Anleger aus den USA und der EU.
- Zeitplan: Der Vollzug wird nach regulatorischen Freigaben noch im Laufe des Jahres 2026 erwartet.
2. Strategische Neuausrichtung: Fokus auf das Kerngeschäft
Porsche-CEO Michael Leiters begründet den Schritt mit einer konsequenten Fokussierung auf die eigene Marke. In Zeiten angespannter Märkte und hoher Investitionskosten in neue Produktionsstandorte setzt Porsche auf Liquidität und Konzentration:
- Investoren-Erfolg: Porsche sieht sich als erfolgreicher Frühphaseninvestor, der Rimac Technology zum etablierten Tier-1-Zulieferer aufgebaut hat.
- Kapitalfreisetzung: Der Verkauf setzt erhebliche Mittel frei, die Porsche für die eigene Transformation (z.B. neue Elektro-Plattformen) benötigt.
- Operative Trennung: Da die Führung ohnehin bei Mate Rimac lag, ändert sich für das Tagesgeschäft in Zagreb und Molsheim wenig.
3. Die Zukunft: Mate Rimac und HOF Capital am Steuer
Nach dem Rückzug von Porsche wird die Rimac Group die volle Kontrolle über Bugatti Rimac übernehmen. Mate Rimac bleibt CEO und wird durch HOF Capital als neuem starken Partner unterstützt. HOF-Mitbegründer Hisham Elhaddad sieht in der Marke eine „einzigartige Verbindung von Tradition und Innovation“.
"Mit dem Verkauf zeigen wir, dass wir Porsche auf das Kerngeschäft konzentrieren. Wir haben den Grundstein für Bugattis Zukunft gelegt – jetzt ist es Zeit für das nächste Kapitel." – Michael Leiters, CEO Porsche.
Status-Check: Bugatti Rimac Portfolio 2026
| Projekt / Modell | Status | Technische Daten |
|---|---|---|
| Bugatti Tourbillon | Auslieferungsstart 2026 | V16 Hybrid, 1340 kW (1822 PS) |
| Rimac Nevera | In Produktion | Vollelektrisch, 1.914 PS |
| Rimac Technology | Tier-1 Zulieferer | Batterie- & E-Antriebslösungen für OEM |
Fazit: Ein logischer Schritt zur Unabhängigkeit
Der Ausstieg von Porsche ist kein Zeichen von Scheitern, sondern ein strategischer "Exit" nach einer erfolgreichen Aufbauphase. Mate Rimac erhält durch das US-Konsortium frisches Kapital und mehr operative Freiheit, um Bugatti endgültig in das Hybrid- und Elektrozeitalter zu führen. Der Bugatti Tourbillon mit seinem V16-Hybridantrieb wird das erste Denkmal dieser neuen Ära sein. Porsche hingegen gewinnt den nötigen Spielraum, um die eigene Modelloffensive gegen die erstarkende Konkurrenz abzusichern.



