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E-Bus-Radar 2026: Fast jeder zweite neue Stadtbus fährt elektrisch

Constantin Hoffmann

Constantin Hoffmann

13. April 2026·2 Min. Lesezeit
E-Bus-Radar 2026: Fast jeder zweite neue Stadtbus fährt elektrisch

Der "E-Bus-Radar 2026" von PwC zeigt: Elektrobusse haben in Deutschland die Pilotphase verlassen. 2025 war fast jeder zweite neu zugelassene Stadtbus (48 %) emissionsfrei. Während Hamburg als Pionierstadt das Ranking anführt, verliert Wasserstoff als Antriebsoption gegenüber der Batterietechnik zunehmend an Boden. Bis 2030 wird ein Bestand von fast 13.000 Batteriebussen erwartet.

ÖPNV im Wandel: Der Elektrobus wird zum Standard auf deutschen Straßen

Elektromobilität im öffentlichen Nahverkehr ist in Deutschland keine Zukunftsvision mehr, sondern gelebte Realität. Laut dem aktuellen "E-Bus-Radar 2026" von PwC im Auftrag des Wirtschaftsministeriums hat die Elektrifizierung der Busflotten massiv an Tempo gewonnen. Fast jeder zweite Stadtbus (48 %), der im Jahr 2025 neu in Dienst gestellt wurde, fährt rein elektrisch. Insgesamt sind bereits 4.752 emissionsfreie Busse in über 222 Städten und Regionen im Einsatz.

Besonders beeindruckend: Allein im vergangenen Jahr wurden knapp 1.400 neue E-Busse zugelassen – das entspricht fast 30 Prozent des gesamten Bestandes. Die Experten von PwC kommen zu dem Schluss, dass der Elektrobus der Pilotphase entwachsen und nun die etablierte Beschaffungsoption für Verkehrsbetriebe ist. Während die Anschaffungskosten ohne Förderung noch etwa doppelt so hoch liegen wie bei Diesel-Bussen, sorgt die Skalierung der Produktion für sinkende Preise.

Hamburg bleibt die E-Bus-Hauptstadt

Im regionalen Vergleich Nase vorn hat Nordrhein-Westfalen mit insgesamt 1.113 Fahrzeugen. Schaut man jedoch auf einzelne Städte, führt Hamburg das Ranking mit 709 Elektrobussen unangefochten an. Die Hansestadt verfolgt eine konsequente Strategie und plant, ihren Bestand bis 2035 auf fast 1.500 Fahrzeuge mehr als zu verdoppeln. Berlin und Köln folgen auf den Plätzen, wobei Berlin bis 2035 voraussichtlich über 1.300 E-Busse betreiben wird.

"Der Elektrobus ist als Beschaffungsoption erwachsen geworden. Themen wie Standardisierung, Ladeinfrastruktur und wirtschaftliche Betriebskonzepte stehen nun im Vordergrund des ÖPNV-Managements."

Wasserstoff verliert den Anschluss

Ein interessantes Ergebnis der Analyse betrifft den Antriebsmix. Während 85 Prozent der emissionsfreien Flotte auf Batterietechnik setzen, stagniert der Anteil von Wasserstoff-Bussen (Brennstoffzelle). Zwar gab es 2025 noch Zuwächse bei H2-Bussen, diese basieren jedoch meist auf älteren Förderbescheiden. Die Prognose bis 2030 zeigt eine klare Tendenz:

  • Batteriebusse: Erwarteter Bestand von ca. 12.800 Fahrzeugen.
  • Wasserstoff-Busse: Anteil sinkt voraussichtlich auf nur noch 10 Prozent (ca. 1.500 Fahrzeuge).

Die Top-Hersteller am Markt

Der Markt wird aktuell von sechs Herstellern dominiert, die zusammen etwa 90 Prozent der Flotte stellen. An der Spitze steht ein deutsches Traditionsunternehmen:

Hersteller Anzahl E-Busse (inkl. H2) Marktanteil-Position
Mercedes-Benz (Daimler) 1.853 Platz 1
MAN 723 Platz 2
Solaris 735 (davon 348 H2) Platz 3
VDL 405 Platz 4
Ebusco / BYD 312 / 247 Plätze 5 & 6

Fazit: Fokus verschiebt sich auf die Infrastruktur

Die Herausforderung für die Verkehrsbetriebe verlagert sich 2026 von der Fahrzeugbeschaffung hin zur Infrastruktur. Die Sicherstellung der Energieversorgung in den Depots und die Schaffung intelligenter Lademanagement-Systeme sind die neuen Kernaufgaben. Zudem zeigt sich, dass auch Überlandbusse zunehmend elektrifiziert werden – ein deutliches Zeichen dafür, dass die Technologie auch für längere Distanzen und anspruchsvollere Profile marktreif ist.

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