Die Elektromobilität scheitert laut Renault-Länderchef Florian Kraft oft nicht am Fahrzeug selbst, sondern an der mangelnden Planbarkeit im Alltag. Im Interview stellt er klar: Wer bis zu 1,20 Euro pro Kilowattstunde an Schnellladern zahlt, wird den Umstieg bereuen. Renault will hier mit dem neuen Twingo und einem attraktiven Lade-Abo gegensteuern.
Der neue Twingo E-Tech: Kult-Retro für unter 20.000 Euro
Ab März 2026 rollt die vierte Generation des Twingo zu den Händlern – und zwar konsequent elektrisch. Kraft betont, dass der Wagen kein „Verzichtsprodukt“ sei. Trotz des Kampfpreises von 19.990 Euro (Ausstattungslinie Evolution) bietet der kleine Franzose moderne Technik auf der AmpR-Small-Plattform, die er sich mit dem Renault 5 teilt.
Um den Preis zu halten, verbaut Renault eine kompakte 27,5-kWh-Batterie (LFP), die eine WLTP-Reichweite von bis zu 263 Kilometern ermöglicht. Für den urbanen Einsatz ist das laut Kraft absolut ausreichend. Ein Highlight im Innenraum: Das OpenR-link-System mit zwei großen Bildschirmen soll Maßstäbe im Kleinstwagen-Segment setzen.
Die größte Sorge: Intransparente Ladepreise
Kraft sieht das Hauptproblem der E-Mobilität in der aktuellen Preisgestaltung an öffentlichen Säulen. „Nicht die Infrastruktur fehlt, sondern die Planbarkeit“, so der Manager. Preise von über einem Euro pro kWh an Schnellladern würden private Vielfahrer abschrecken. Als Lösung forciert Renault den Mobilize Charge Pass.
| Paket | Monatsgebühr | Preis bei IONITY (DC) | Vorteil |
|---|---|---|---|
| BASIC | 0,00 € | 0,77 €/kWh | Keine Fixkosten, Zugang europaweit |
| INTENSE | 4,99 € | 0,39 €/kWh | Ideal für Langstrecke, monatlich kündbar |
Strategie 2026: Elektro-Offensive und Verbrenner-Mut
Trotz des Fokus auf Stromer hält Renault an einem breiten Portfolio fest. Neben den neuen Elektro-Helden Renault 4, 5 und Twingo wird auch der klassische Clio als Verbrenner weitergeführt. Florian Kraft sieht darin keinen Widerspruch, sondern eine notwendige Risikobalance in einem volatilen Markt. Die neue deutsche Elektroauto-Prämie 2026 (wir berichteten über die Auswirkungen auf das Leasing) wertet er als willkommene Unterstützung für den Hochlauf.
„Wir müssen das Laden nicht billig machen, aber wir müssen es planbar machen. Der Kunde will wissen, was ihn die 100 Kilometer kosten, bevor er den Stecker einsteckt.“ – Florian Kraft.
Fazit von Elektroquatsch
Renault schlägt den richtigen Weg ein: Mit dem Twingo liefern sie das lang ersehnte „Volks-E-Auto“ für unter 20.000 Euro, und mit dem Mobilize Pass gehen sie das Problem der Kosten-Anarchie an den Säulen an. Wenn der Twingo im Alltag wirklich die versprochenen 260 km schafft und der Ladepreis stabil bleibt, könnte 2026 das Jahr werden, in dem Renault der Konkurrenz davonfährt.




