Rivian spendiert seinen Kunden mehr Zeit zum Ausprobieren: Die Gratis-Testphase für das neue Fahrerassistenzsystem „Autonomy+“ wurde erneut verlängert. Bis zum 4. April 2026 können Besitzer eines Gen-2-Fahrzeugs das volle Potenzial der neuen KI-Plattform kostenlos testen, bevor das System in ein kostenpflichtiges Abo-Modell übergeht.
Universal Hands-Free: Entspannt durch die USA und Kanada
Das Highlight des Pakets ist das im Dezember vorgestellte Universal Hands-Free. Im Gegensatz zum bisherigen System funktioniert es nicht mehr nur auf vorab kartierten Autobahnen, sondern auf über 3,5 Millionen Meilen (ca. 5,6 Mio. km) markierter Straßen in Nordamerika. Das System nutzt die neue „Large Driving Model“ (LDM) KI, um sich auch auf unbekannten Routen zurechtzufinden – solange die Fahrbahnmarkierungen deutlich sichtbar sind.
Wichtig: Es handelt sich weiterhin um ein Level-2-System. Der Fahrer muss aufmerksam bleiben, da das Fahrzeug nicht automatisch an Ampeln oder Stoppschildern hält.
Preiskampf gegen Tesla: Das kostet Autonomy+
Rivian positioniert sich preislich deutlich unter dem großen Rivalen Tesla. Sobald der Gratis-Zeitraum endet, haben Kunden die Wahl zwischen zwei Modellen:
| Modell | Preis (USD) | Besonderheit |
|---|---|---|
| Monats-Abo | 49,99 $ | Jederzeit kündbar |
| Einmalkauf | 2.500 $ | An die Fahrzeug-VIN gebunden (bleibt beim Wiederverkauf erhalten) |
Zum Vergleich: Tesla verlangt für FSD in den USA aktuell rund 99 $ pro Monat oder 8.000 $ für den Einmalkauf. Rivian erlaubt zudem die Nutzung von „Rivian Reward Points“, um den Kaufpreis zu drücken.
Roadmap 2026: Von Point-to-Point zu Level 4
CEO RJ Scaringe hat ehrgeizige Ziele für das Jahr 2026 formuliert. Dank der neuen RAP1-Chips und einer Rechenleistung von 200 Billionen Operationen pro Sekunde (TOPS) plant Rivian zwei große Sprünge:
- Point-to-Point Driving: Das Fahrzeug soll Ende 2026 in der Lage sein, eine komplette Route von Adresse zu Adresse autonom zu bewältigen (Hands-free, aber Eyes-on).
- Level 4 „Eyes-off“: Für spätere Gen-3-Modelle (und evtl. R2/R3 mit LiDAR) wird ein echtes Level-4-System angestrebt, bei dem der Fahrer auf der Autobahn lesen oder Filme schauen kann.
„Wir stehen an einem Wendepunkt. Autonomie wird der Faktor sein, der die Akzeptanz von Elektroautos massiv vorantreibt, weil wir den Menschen ihre Zeit im Auto zurückgeben.“ – RJ Scaringe, CEO Rivian.
Was bedeutet das für Deutschland?
Aktuell konzentriert sich Rivian primär auf den nordamerikanischen Markt. Da der offizielle Verkaufsstart des kleineren Rivian R2 in Deutschland für 2027 geplant ist, dürften wir erst dann in den Genuss der Autonomy+ Features kommen. Spannend bleibt, wie Rivian die strengen europäischen Regulatorien für autonomes Fahren handhaben wird.
Fazit von Elektroquatsch
Rivian macht Tesla beim autonomen Fahren ordentlich Feuer unterm Hintern. Das Preismodell ist fair und die technologische Basis der zweiten Generation beeindruckend. Wenn Scaringe sein Versprechen einlöst und Ende 2026 echtes Point-to-Point-Fahren liefert, könnte Rivian technologisch am Branchenprimus vorbeiziehen.




