Rivian RAD: Neue Performance-Abteilung für Elektro-Abenteuer

Constantin Hoffmann

Constantin Hoffmann

Rivian RAD: Neue Performance-Abteilung für Elektro-Abenteuer

Rivian macht Ernst in Sachen Performance und gründet das Rivian Adventure Department (RAD). Was als geheimes "Skunkworks"-Team begann, wird nun zur offiziellen Tuning- und Erprobungssparte – vergleichbar mit BMW M oder Mercedes-AMG. Das Ziel: Die Grenzen von Elektro-Offroadern durch extreme Belastungstests und tiefe Software-Eingriffe wie den neuen "RAD Tuner" zu verschieben.

Rivian RAD: Das neue Power-Label für die elektrische Wildnis

Rivian transformiert seine interne Ideenschmiede in eine offizielle Marke: Das Rivian Adventure Department (RAD). Was jahrelang im Verborgenen Prototypen durch die Atacama-Wüste prügelte oder Rekorde am Pikes Peak aufstellte, bekommt nun ein eigenes Logo und eine klare Mission. RAD soll die Speerspitze für Enthusiasten werden und Hard- sowie Software für extreme Bedingungen validieren, bevor sie in die Serie einfließen.

Vom geheimen Projekt zur offiziellen Performance-Sparte

Die Wurzeln von RAD reichen zurück bis ins Jahr 2020, als ein kleines Team mit frühen R1T-Prototypen die 13.000 Meilen lange "Long Way Up"-Expedition von Patagonien nach Los Angeles absolvierte. Diese radikale Philosophie der Echtwelt-Tests prägt Rivian bis heute. Ob beim Rebelle Rallye-Einsatz oder dem FAT Ice Race 2026 in Montana – RAD nutzt diese Events als Labor unter freiem Himmel.

Meilenstein RAD-Einfluss & Ergebnis
Pikes Peak 2023/24 Produktionsrekord für Elektro-Trucks
Rebelle Rallye Entwicklung des "Soft Sand"-Modus (per OTA für alle)
FAT Ice Race 2026 Offizielles Debüt der RAD-Liveries für R1 und R2
Quad-Motor R1 Launch von "Kick Turn" und "Desert Rally"-Modus

Der RAD Tuner: Maximale Kontrolle für Quad-Motor-Besitzer

Das erste große Highlight der neuen Sparte ist der RAD Tuner. Dieses Software-Werkzeug gibt Besitzern von Quad-Motor-Modellen eine Kontrolle über das Fahrzeug, die bisher professionellen Rennteams vorbehalten war. Über ein intuitives Menü lassen sich zehn Parameter individuell justieren und als Presets speichern:

  • Drehmomentverteilung: Stufenlose Regelung zwischen Vorder- und Hinterachse.
  • Dämpfung & Lenkgefühl: Anpassung an hartes Gelände oder High-Speed-Etappen.
  • Radschlupf & Brake-Regen: Feinjustierung für maximale Traktion oder maximale Energierückgewinnung im Offroad-Einsatz.
"RAD ist der lebendige Ausdruck der Leidenschaft, die Rivian definiert. Es ist ein Versprechen, die Grenzen des Abenteuers niemals aufzuhören zu verschieben." — Jeff Hammoud, Chief Design Officer bei Rivian

Wird RAD das neue "M" oder "AMG"?

Die Parallelen zu den Performance-Abteilungen deutscher Premiumhersteller sind unverkennbar. Während RAD aktuell primär auf Software-Optimierung und Validierung setzt, spekuliert die Branche bereits über dedizierte RAD-Modelle mit spezifischer Hardware – etwa verstärkten Fahrwerken, Unterbodenschutz ab Werk oder gesteigerter Peak-Leistung. Rivian hält sich hierzu noch bedeckt, doch die Präsenz von RAD-gebrandeten R2-Modellen deutet darauf hin, dass die Performance-Philosophie über die R1-Serie hinauswachsen wird.

Ausblick: Software-Innovationen für die Community

Ein entscheidender Vorteil von RAD ist die Geschwindigkeit, mit der Erkenntnisse aus dem Extremsport beim Endkunden landen. Der "Soft Sand"-Modus, der aus den Erfahrungen der Rebelle Rallye entstand, wurde einfach per Over-the-Air (OTA) Update nachgereicht. Für Rivian-Fahrer bedeutet RAD also nicht nur ein cooles Badge am Heck, sondern stetig neue Funktionen, die das Fahrzeug im Gelände noch fähiger machen.

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