Toyota & Pony.ai: Start der bZ4X Robotaxi Massenproduktion

Constantin Hoffmann

Constantin Hoffmann

Toyota & Pony.ai: Start der bZ4X Robotaxi Massenproduktion

Toyota und der KI-Spezialist Pony.ai haben die Massenproduktion des bZ4X Robotaxi in China gestartet. Mit der neuesten autonomen Technologie der 7. Generation (Gen-7) und massiv gesenkten Hardwarekosten soll die Flotte bis Ende 2026 auf über 3.000 Fahrzeuge anwachsen. Während der kommerzielle Betrieb in chinesischen Metropolen bereits anläuft, bereitet das Duo hinter den Kulissen bereits den Sprung nach Europa vor.

Die Ära der fahrerlosen Mobilität erreicht die nächste Skalierungsstufe: Toyota und der führende Robotaxi-Entwickler Pony.ai haben in China offiziell die Serienfertigung des bZ4X Robotaxi gestartet. Das Elektro-SUV, das bei uns als Familien-Stromer bekannt ist, wird in Guangzhou für den vollautonomen Einsatz (Level 4) umgerüstet. Allein in diesem Jahr sollen 1.000 Einheiten vom Band rollen, um die Flotte bis Jahresende 2026 auf über 3.000 autonome Fahrzeuge zu verdreifachen.

High-Tech aus Guangzhou: Der bZ4X lernt das autonome Fahren

Die Produktion findet beim Joint Venture GAC Toyota statt. Während der bZ4X für den Weltmarkt normalerweise in Japan vom Band läuft, nutzt Toyota für das Robotaxi-Projekt die spezialisierten Kapazitäten in China. Das Fahrzeug basiert auf dem bZ4X-Update von 2025, das bereits effizientere SiC-Leistungselektronik und optimierte E-Achsen nutzt.

Das Herzstück ist jedoch das Gen-7-System von Pony.ai. Die Ingenieure haben es geschafft, die Materialkosten (BOM) für das autonome Fahrkit im Vergleich zur Vorgängergeneration um beeindruckende 70 % zu senken. Dabei kommen ausschließlich Komponenten zum Einsatz, die volle Automobilstandards erfüllen und auf eine Lebensdauer von 600.000 Kilometern ausgelegt sind.

34 Sensoren für maximale Sicherheit

Um im dichten Verkehr von Metropolen wie Peking oder Shanghai sicher zu navigieren, setzt das bZ4X Robotaxi auf ein massives Sensor-Paket:

  • 9 LiDAR-Einheiten: Für eine präzise 3D-Umfelderfassung.
  • 14 Kameras: Zur Erkennung von Verkehrszeichen und Ampeln.
  • 4 Millimeterwellen-Radare: Für zuverlässige Objekterkennung bei Nebel oder Regen.
  • Reichweite: Das System erkennt Objekte in bis zu 650 Metern Entfernung.

Zusätzlich verfügt das Fahrzeug über ein integriertes Selbstreinigungssystem für die Sensoren, um den 24/7-Betrieb auch bei widrigem Wetter sicherzustellen.

Flotten-Check: Pony.ai Robotaxis 2026

Modell Partner Status
Toyota bZ4X GAC Toyota Massenproduktion gestartet (Feb 2026)
Arcfox Alpha T5 BAIC Im kommerziellen Einsatz
Aion V (Gen 2) GAC Aion Im kommerziellen Einsatz / Didi-Partner

Expansion: Von China nach Dubai und Europa?

Pony.ai hat große Pläne. Nachdem der Dienst PonyPilot+ in den chinesischen Tier-1-Städten (Guangzhou, Peking, Shanghai, Shenzhen) bereits die Profitabilität pro Fahrzeug erreicht hat, steht die globale Expansion an. In Dubai startet der kommerzielle Betrieb ohne Sicherheitsfahrer ebenfalls noch in 2026.

"Wir bewegen uns weg von der bloßen Technologie-Validierung hin zum skalierbaren Geschäftsmodell. Die 1.000er-Marke pro Modell ist der Wendepunkt für die wirtschaftliche Tragfähigkeit." – Wang Haojun, CFO von Pony.ai.

Besonders spannend für uns: Pony.ai arbeitet bereits mit Stellantis und dem Fahrdienst Bolt zusammen. Ein Dreierbündnis könnte schon bald Robotaxi-Dienste nach Europa bringen. Erste Tests in Luxemburg wurden bereits für das laufende Jahr angekündigt.

Fazit: Toyota holt beim autonomen Fahren auf

Lange Zeit galt Toyota beim Thema Software und Autonomie als Nachzügler. Die tiefgreifende Allianz mit Pony.ai (Toyota investierte bereits 400 Mio. USD) trägt nun Früchte. Mit dem bZ4X als robuster Basis und der kosteneffizienten Gen-7-KI von Pony.ai positioniert sich Toyota als ernstzunehmender Konkurrent zu Waymo oder Teslas Cybercab-Plänen.

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