Ladesäulen-Studie 2026: Bezahl-Frust bremst Elektroauto-Hype

Constantin Hoffmann

Constantin Hoffmann

Ladesäulen-Studie 2026: Bezahl-Frust bremst Elektroauto-Hype

Ladedschungel 2026: Warum das Bezahlen an der Säule immer noch nervt. Eine neue Studie von Uscale zeigt das bittere Paradoxon der E-Mobilität: Technisch laden wir mit Highspeed, aber beim Bezahlen hängen wir im digitalen Mittelalter fest. Während Plug & Charge der Traum vieler Fahrer ist, regieren in der Realität immer noch Plastikkarten und App-Chaos den Alltag.

Die Elektromobilität im Jahr 2026 hat ein massives Problem, das nichts mit Reichweite oder Batterietechnik zu tun hat. Die aktuelle „Charging Payment Study“ von Uscale belegt: Der Bezahlvorgang an öffentlichen Ladesäulen ist für viele Nutzer ein einziger Frust-Faktor. Wunsch und Wirklichkeit klaffen so weit auseinander wie die Ladekurve eines Kleinwagens und eines Porsche Taycan.

Der Status Quo: Gefangen im App- und Karten-Chaos

Eigentlich sollte alles einfacher werden, doch die Daten von über 1.500 befragten E-Auto-Fahrern sprechen eine deutliche Sprache. Im Schnitt jongliert jeder Nutzer mit zwei bis drei verschiedenen Bezahlmethoden. Der Wahnsinn dabei: Die Methoden, die am häufigsten genutzt werden, sind bei den Fahrern am unbeliebtesten.

  • Ladekarten (RFID): Werden von 77 % genutzt, aber nur von 13 % bevorzugt.
  • Lade-Apps: Nutzen 70 % regelmäßig, finden aber nur 17 % wirklich gut.

Warum tun wir uns das an? Weil die bevorzugten Lösungen wie Plug & Charge (Wunschlösung von 40 %) in der Praxis oft an mangelnder Verfügbarkeit oder fehlender Tarif-Transparenz scheitern. Oft erkennt die Säule zwar das Auto, bucht dann aber automatisch den teuersten Roaming-Tarif ab.

Ad-hoc-Laden: Die große Hoffnung mit Preis-Haken

Seit der AFIR-Verordnung der EU müssen neue Säulen eigentlich Kartenzahlung (Debit/Kredit) ermöglichen. Doch auch hier hakt es. Das spontane „Ad-hoc-Bezahlen“ ist zwar bei 29 % der Befragten die Nummer zwei der Wunschliste, wird aber in der Realität oft als umständlich, wenig intuitiv und schlicht zu teuer wahrgenommen.

Bezahlmethode Wunsch der Nutzer Tatsächliche Nutzung
Plug & Charge 40 % 20 % (effektiv)
Ad-hoc (Karte/QR) 29 % 55 % (gelegentlich)
Ladekarten / Apps 15 % (Schnitt) 73 % (Schnitt)

„Ladedschungel“ als Umstiegsbremse

Uscale-Geschäftsführer Dr. Axel Sprenger warnt: Dieser Frust trifft nicht nur die „Early Adopter“. Der komplizierte Prozess schreckt vor allem das nächste Käufersegment ab, das einfach nur von A nach B kommen will, ohne ein Informatikstudium für den Bezahlvorgang abzuschließen. Wer am Ende nicht weiß, ob die Kilowattstunde 39 Cent oder 84 Cent kostet, verliert das Vertrauen in die Kostenersparnis der E-Mobilität.

„Es mangelt nicht an Optionen, aber keine einzige Methode erfüllt aktuell alle Anforderungen an Einfachheit, Transparenz und Kostenkontrolle.“

Was muss sich ändern?

Die Studie macht klar: Der reine Ausbau der Ladeinfrastruktur reicht nicht mehr. Die Branche muss liefern:

  1. Einheitliche Standards: Plug & Charge muss herstellerübergreifend mit dem günstigsten Tarif funktionieren.
  2. Preistransparenz: Der Preis muss vor dem Stecken an der Säule klar erkennbar sein – ohne Kleingedrucktes.
  3. Einfaches Ad-hoc: Kartenzahlung darf nicht komplizierter oder teurer sein als ein App-Vertrag.

Fazit von Elektroquatsch

Wir haben 2026 – wir schicken Roboter zum Mars und bauen KI-Chips in unsere Autos, aber wir scheitern daran, Strom so einfach zu bezahlen wie ein Päckchen Kaugummi an der Supermarktkasse. Solange der „Ladedschungel“ besteht, bleibt das öffentliche Laden der größte Nervfaktor für die Community. Liebe Anbieter: Macht es uns endlich einfach!

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