Eigentlich wollte Volvo bis 2030 eine reine Elektromarke sein. Doch die Realität des Marktes zwingt die Schweden zum Umdenken. Auf der Weltpremiere des EX60 stellte CEO Håkan Samuelsson klar: Der Verbrenner ist noch lange nicht am Ende – zumindest nicht als Teil eines Hybrid-Systems.
Der neue Stern: Volvo EX60 (2026)
Trotz der Hybrid-News ist der neue Volvo EX60 das technologische Aushängeschild. Er basiert auf der neuen SPA3-Plattform und setzt mit einer 800-Volt-Architektur neue Maßstäbe in der Mittelklasse. Mit einer Ladeleistung von bis zu 370 kW lässt er die deutsche Konkurrenz hinter sich.
| Feature | Volvo EX60 (Elektro) | Volvo XC60 (PHEV Facelift) |
|---|---|---|
| Antrieb | Rein Elektrisch (bis 680 PS) | Plug-in-Hybrid (bis 455 PS) |
| Reichweite | Bis zu 810 km (WLTP) | Ca. 80 km (Elektrisch) / 1000 km (Gesamt) |
| Plattform | SPA3 (High-Efficiency EV) | SPA1 (Optimiertes Facelift) |
| Preis (UPE) | Ab 62.990 € | Ab 57.390 € (B5 Mild-Hybrid) |
Die "Brücke": XC60 Facelift und der neue XC70
Volvo-Fans, die noch nicht bereit für den vollen Umstieg sind, können aufatmen. Der XC60 erhält für das Modelljahr 2026 eine umfassende Modellpflege mit neuem Kühlergrill im "Iron Mark"-Design und einem massiven Infotainment-Upgrade auf Basis von Android Automotive.
Samuelsson kündigte zudem eine "zweite Generation" von Hybriden an. Diese Fahrzeuge – wie der gemeinsam mit Geely entwickelte XC70 – werden primär als Elektroautos konzipiert, besitzen aber einen Verbrennungsmotor als Range Extender oder Reserve. Der XC70, der bereits in China ein Erfolg ist, soll 2027 mit einer elektrischen Reichweite von rund 130 bis 160 Kilometern (WLTP) nach Europa kommen.
Kostenvorteil durch Kooperation mit Geely
Volvo macht keinen Hehl daraus, dass die Entwicklung neuer Verbrenner-Technik allein zu teuer wäre. Hier greift die Partnerschaft mit der Mutter Geely. Durch die Nutzung gemeinsamer Komponenten und Plattformen (wie der SMA-Architektur für den XC70) kann Volvo hochwertige Hybride anbieten, deren Margen laut Samuelsson auf Augenhöhe mit den reinen Stromern liegen.
„Wir lassen uns nicht auf ein fixes Enddatum für Hybride festlegen. Wir bauen, was der Kunde braucht. Solange die Ladeinfrastruktur weltweit lückenhaft ist, bleibt der Plug-in-Hybrid unsere wichtigste Brücke.“ – Håkan Samuelsson.
Fazit von Elektroquatsch
Volvo zeigt Pragmatismus statt Ideologie. Mit dem EX60 liefern sie ein Elektro-SUV ab, das mit 810 km Reichweite die "Reichweitenangst" endgültig killt. Gleichzeitig lassen sie ihre treuen XC60-Kunden nicht im Regen stehen. Die Strategie, PHEVs künftig wie "Elektroautos mit Backup" zu bauen, ist der logische nächste Schritt für alle, die noch nicht überall eine Ladesäule finden. Volvo bleibt 2026 damit eine der flexibelsten Premiummarken im Markt.




