Autonomes Fahren: VW startet Vorserie des ID. Buzz AD in Hannover
Der Traum vom fahrerlosen Bulli wird Realität: Im Volkswagen-Werk Hannover-Stöcken ist offiziell der Hochlauf der Vorserienproduktion des ID. Buzz AD (Autonomous Driving) angelaufen. Damit markiert VW den entscheidenden Schritt von der Testphase zur industriellen Skalierung. Noch im Laufe des Jahres 2026 sollen rund 500 Fahrzeuge produziert werden, die als Speerspitze für Mobilitätsdienste in Europa und Nordamerika dienen.
High-Tech auf Level 4: 27 Sensoren überwachen das Umfeld
Der ID. Buzz AD ist weit mehr als ein Standard-Elektroauto; er ist ein mobiles Rechenzentrum. Während die Karosserie zunächst die regulären Produktionslinien durchläuft, erhält das AD-Modell in einer spezialisierten Fertigungsschleife sein technologisches Herzstück. In Kooperation mit dem israelischen Experten Mobileye wird ein komplexes System integriert, das vollautonomes Fahren nach SAE-Level 4 ermöglicht.
Um eine lückenlose 360-Grad-Erfassung zu garantieren, setzt VW auf Redundanz. Das markante Dachmodul beherbergt eine Kombination aus verschiedenen Sensortechnologien, die selbst bei widrigen Wetterbedingungen präzise Daten liefern:
| Sensortyp | Anzahl | Funktion |
|---|---|---|
| Kameras | 13 | Objekterkennung und Verkehrszeichen |
| LiDAR | 9 | Präzise 3D-Umfeldkartierung (Laser) |
| Radar | 5 | Geschwindigkeitsmessung & Schlechtwetter-Sicht |
Einsatzgebiete: Von Hamburg bis Los Angeles
Die ersten 500 Fahrzeuge sind bereits fest verplant. In Deutschland ist der ID. Buzz AD das Gesicht des ALIKE-Projekts in Hamburg. Dort sollen die autonomen Shuttles nahtlos in den ÖPNV integriert und per App (MOIA oder hvv switch) buchbar sein. In den USA kooperiert VW mit dem Ride-Hailing-Riesen Uber, der plant, mittelfristig tausende Robotaxis in US-Metropolen wie Los Angeles einzusetzen.
Ein besonderes Merkmal des Innenraums: Da das Fahrzeug für den fahrerlosen Betrieb in definierten Gebieten konzipiert ist, wurde das Layout optimiert. Es bietet Platz für vier Passagiere, während der Bereich des ehemaligen Beifahrersitzes nun als Gepäckablage dient.
"Mit dem ID. Buzz AD industrialisieren wir erstmals in Europa ein Roboshuttle in hoher Skalierung. Es ist die Antwort auf den Fahrermangel und der Schlüssel zur Mobilitätswende in den Städten."
Ausblick: Serienstart 2027
Pünktlich zum 70-jährigen Jubiläum des Werks Hannover zeigt VW, dass der Standort fit für die Zukunft ist. Nach der aktuellen Vorserienphase soll 2027 die reguläre Serienproduktion starten. Damit will VW Nutzfahrzeuge als erster Automobilhersteller weltweit ein vollautonomes Flottenfahrzeug in industriellen Stückzahlen für den Weltmarkt anbieten. Die Integration der Sensor-Kalibrierung direkt in den Fertigungsprozess ist dabei der entscheidende Wettbewerbsvorteil gegenüber kleineren Start-ups.



