Warum der neue Mercedes CLA 350 eine echte Konkurrenz für Tesla ist: Ein erster Test
In einem aktuellen Video haben wir uns den neuen Mercedes CLA 350 genauer angesehen. Gemeinsam mit Konstanzin wurde darin auch direkt die neue Folge des Podcasts "Elektroquatsch" aufgenommen. Nebenbei bemerkt bietet unsere Website nun aktualisierte Features wie Zulassungszahlen und einen Vergleichsrechner für die E-Auto-Prämie. Doch der Fokus lag ganz klar auf dem neuen Stern am Elektro-Himmel. Hier sind die detaillierten Eindrücke zum Fahrzeug, das mit bis zu 770 km Reichweite beworben wird.
Exterieur: Lichtspiele und praktische Details
Der erste Rundgang um das Fahrzeug offenbart einige interessante Designentscheidungen und praktische Features:
- Der Frunk: Der CLA besitzt einen vorderen Kofferraum (Frunk). Dieser lässt sich zwar nur mechanisch öffnen (nicht über den Schlüssel), bietet aber erstaunlich viel Platz. Kabel und sogar Einkäufe finden dort problemlos Raum.
- Lichtsignatur: Die Scheinwerfer greifen das Mercedes-Stern-Thema auf. Besonders auffällig ist der beleuchtete, rote Mercedes-Stern an der Front sowie die Animationen der durchgehenden Lichtleiste beim Öffnen des Fahrzeugs.
- Kameras: Ähnlich wie bei Tesla finden sich Repeater-Kameras in den Außenspiegeln, die nach hinten gerichtet sind. Dies deutet auf fortgeschrittene Assistenzsysteme hin. Besonders positiv fällt die Rückfahrkamera auf: Sie ist unter dem hinteren Mercedes-Stern verborgen und bleibt so, anders als bei vielen anderen Herstellern, auch bei schlechtem Wetter sauber.
- Ladeanschluss & Heck: Der Ladeport öffnet sich mechanisch. Das Heckdesign setzt auf unterbrochene Lichtlinien statt eines durchgehenden Balkens, was den Wagen bei Nacht gut erkennbar macht.
Interieur und Bedienung: Fortschritt mit kleinen Schwächen
Im Innenraum zeigt sich ein gemischtes Bild aus High-Tech und gewöhnungsbedürftigen Einsparungen. Man sitzt sehr bequem, doch die Bedienung wirft Fragen auf. Die Fensterheber für die hinteren Scheiben müssen vom Fahrer erst über einen "Rear"-Knopf aktiviert werden, eine Logik, die man bereits aus dem neuen GLC kennt.
Das Infotainment-System hingegen macht einen sehr guten Eindruck:
- Display & Software: Das System reagiert flüssig. Die Karte liegt permanent im Hintergrund, darüber lassen sich Apps und Widgets legen. Selbst Spiele wie Angry Birds laufen absolut ruckelfrei und lassen sich parallel zur Klimasteuerung bedienen.
- Instrumente: Trotz tief eingestelltem Lenkrad bleibt die Geschwindigkeitsanzeige gut sichtbar.
- Knopflosigkeit: Viele physische Tasten wurden gestrichen. Die Einstellung für die Lordosenstütze oder die Massagefunktion erfolgt nun ausschließlich über das Touch-Display.
Reichweite und Ladeplanung im Vergleich
Ein zentrales Thema bei diesem Auto ist die Effizienz. Bei einem Ladestand von 95 Prozent zeigte das Display eine theoretische Reichweite von 699 km an. Aufgrund der kalten Witterung (0,5 Grad) berechnete das System eine realistische Reichweite von 437 km. Wir haben einen virtuellen Vergleich für eine Strecke von Hamburg nach München zwischen dem CLA und einem Tesla Model S Plaid durchgeführt:
| Fahrzeug | Ankunftsprognose | Ladestopps | Besonderheit |
|---|---|---|---|
| Mercedes CLA 350 | 20:58 Uhr | 2 Stopps (27 min + 4 min) | Berechnet eher pessimistisch, lädt fast voll |
| Tesla Model S Plaid | 20:29 Uhr | 5 Stopps (kurze Intervalle) | Optimistischere Berechnung, effiziente Kurzs-Stopps |
Der Mercedes verfügt über ein 800-Volt-System, was Ladezeiten von 10 auf 80 Prozent in rund 22 Minuten ermöglicht. Die Ladeplanung im Test fügte die Stopps nach kurzer Berechnungszeit hinzu, wirkte aber in der Strategie (langes Laden auf fast 100 Prozent) noch nicht ganz optimal für die schnelle Langstrecke.
Platzangebot im Fond
Während man vorne sehr komfortabel sitzt, ist der Platz im Fond für großgewachsene Personen kritisch. Mit 1,95 Meter Körpergröße stößt man mit dem Kopf an das Dach und auch die Beinfreiheit ist begrenzt. Hier fordert das aerodynamische, windschnittige Design seinen Tribut.
Fazit
Der neue Mercedes CLA 350 ist ein technologisch beeindruckendes Auto. Das Infotainment ist schnell und logisch aufgebaut, die mögliche Reichweite im Sommer (ca. 650 km real) ist eine Ansage an die Konkurrenz. Trotz kleinerer ergonomischer Schwächen und dem engen Fond ist der Wagen für einen Preis um die 60.000 Euro ein starkes Paket, das vor allem durch seine Effizienz und das 800-Volt-System punktet.


