Wasserstoff-Förderung: Fristverlängerung wegen hoher Nachfrage
Das Bundesverkehrsministerium (BMV) hat den „Aufruf zur Antragseinreichung für die Förderung von Wasserstofftankstellen und Nutzfahrzeugen“ bis zum 30. Juni 2026 verlängert. Ursprünglich sollte die Frist bereits Ende Mai enden. Der Grund für diesen Schritt ist nach Ministeriumsangaben nicht etwa mangelndes Interesse, sondern der Wunsch, den potenziellen Konsortien mehr Zeit für die anspruchsvollen Investitionsentscheidungen zu geben.
Die Förder-Eckpunkte im Überblick
Mit der Maßnahme stellt der Bund insgesamt 220 Millionen Euro bereit. Damit sollen bis zu 40 neue oder modernisierte Wasserstofftankstellen sowie rund 400 entsprechende Nutzfahrzeuge auf die Straße gebracht werden. Ziel ist es, ein Initialnetz für den Schwerlastverkehr zu schaffen, das den Markthochlauf beschleunigen und den Betreibern eine Grundauslastung sichern soll.
| Förderbereich | Maximale Förderhöhe | Förderanteil |
|---|---|---|
| Wasserstofftankstellen (HRS) | bis zu 4 Mio. Euro | bis zu 50 Prozent |
| Nutzfahrzeuge (Klasse N2/N3) | bis zu 3 Mio. Euro (pro Paket) | bis zu 80 Prozent (Mehrkosten) |
| Maximales Paket (Kombination) | bis zu 7 Mio. Euro | - |
Skepsis in der Branche: Der Effizienz-Nachteil
Trotz der hohen Subventionen blickt die Transportwirtschaft zurückhaltend auf die Technologie. Im Vergleich zu batterieelektrischen Lkw weist die Wasserstoff-Brennstoffzelle einen deutlich schlechteren Wirkungsgrad auf. Die Umwandlung von Strom in Wasserstoff, dessen Transport und die Rückverstromung kosten viel Energie, die direkt in den Akkus von E-Lkw besser aufgehoben ist.
"Jeder Euro, der in Wasserstofftankstellen fließt, fehlt potenziell beim Ausbau der Ladeinfrastruktur für Elektroautos und E-Lkw."
Fehlende Nachfrage im Massenmarkt
Auch im Pkw-Segment ist die Brennstoffzelle weitgehend ein Nischenprodukt geblieben. Die Modellpalette ist kaum vorhanden und die Anschaffungskosten sind extrem hoch. Experten warnen daher vor einem Lock-in-Effekt: Ist die Infrastruktur einmal aufgebaut, besteht der politische Druck, sie weiter zu finanzieren – selbst wenn der Markt sich in eine andere Richtung entwickelt.



