Waymo macht den nächsten entscheidenden Schritt in Richtung Massenmarkt. Mit der Einführung des „Waymo Driver“ der sechsten Generation und Gerüchten über eine gigantische Kooperation mit Hyundai positioniert sich das Unternehmen als unangefochtener Taktgeber für autonomes Fahren. Die neue Technik soll nicht nur sicherer, sondern vor allem deutlich günstiger sein.
Waymo Driver Gen 6: Bereit für Schnee, Eis und tiefe Schatten
Die 2024 vorgestellte und nun im Rollout befindliche sechste Generation der Waymo-Technologie markiert einen Wendepunkt. Während frühere Iterationen vor allem unter kalifornischer Sonne glänzten, wurde das neue System auf über 200 Millionen Meilen in unterschiedlichsten Klimazonen trainiert. Das Ziel: volle Einsatzbereitschaft auch bei extremen Winterbedingungen und widrigem Wetter.
Das Herzstück bildet eine radikal optimierte Sensor-Suite. Durch den Einsatz eines hochmodernen 17-Megapixel-Bildsensors konnte Waymo die Anzahl der benötigten Kameras reduzieren, ohne an Präzision einzubüßen. Das System verarbeitet Daten selbst bei direkter Blendung oder in tiefen Schatten mit einer Genauigkeit, die weit über das menschliche Sehvermögen hinausgeht.
"Die sechste Generation dient als Hauptmotor für unsere nächste Expansionsphase. Wir senken die Hardwarekosten massiv, während wir unsere kompromisslosen Sicherheitsstandards beibehalten."
Technik-Check: Redundanz als Sicherheitsgarant
Im Gegensatz zu Mitbewerbern wie Tesla, die fast ausschließlich auf Kameras ("Vision Only") setzen, hält Waymo an einem Mix aus drei komplementären Technologien fest:
- High-Res Kameras: Gestochen scharfe Umgebungsanalyse mit thermischer Stabilität.
- Lidar-Systeme: Erzeugung eines präzisen 3D-Abbilds der Umgebung für zuverlässige Distanzmessung.
- Radar-Arrays: Messung von Geschwindigkeit und Position, selbst bei starkem Regen oder Schneefall.
Neu hinzugekommen ist das "EAR"-System (External Audio Receivers). Diese externen Audioempfänger ermöglichen es dem Robotaxi, herannahende Einsatzfahrzeuge wie Sirenen oder Warnsignale an Bahnübergängen frühzeitig zu lokalisieren und darauf zu reagieren.
Der 2,5-Milliarden-Dollar-Deal mit Hyundai?
Um die ambitionierten Expansionsziele zu erreichen – Waymo plant den Start in über 20 neuen Städten allein im Jahr 2026 – braucht es Hardware. Berichten zufolge steht Waymo kurz vor einem Mega-Deal mit Hyundai. Bis zu 50.000 Ioniq 5 könnten bis 2028 in die Waymo-Flotte integriert werden.
Für Hyundai käme dieser Auftrag wie gerufen, da der Konzern zuletzt mit Umsatzrückgängen zu kämpfen hatte. Der Ioniq 5 eignet sich dank seiner 800-Volt-Schnellladearchitektur ideal für den intensiven Flottenbetrieb, da Standzeiten an der Ladesäule minimiert werden.
Vergleich: Waymo vs. Tesla Robotaxi (Stand Feb. 2026)
| Merkmal | Waymo (Gen 6) | Tesla Robotaxi |
|---|---|---|
| Sensorik | Kameras, Lidar, Radar, EAR | Nur Kameras (Vision Only) |
| Zulassungsstatus | Level 4 (fahrerlos in US-Metropolen) | Level 2+ (mit Sicherheitsbegleiter) |
| Flotten-Strategie | Spezialisierte OEM-Partner (Zeekr, Hyundai) | Eigene Kundenflotte |
| Wetterfestigkeit | Optimiert für Regen und Schnee | Stark wetterabhängig |
Sicherheit im Fokus: Der Vorfall in Santa Monica
Trotz der technologischen Sprünge bleibt die Sicherheit ein sensibles Thema. Ende Januar 2026 erfasste ein Waymo-Robotaxi in Santa Monica ein Kind, das plötzlich hinter einem geparkten SUV auf die Straße lief. Die Datenanalyse der NHTSA ergab jedoch, dass das System in Sekundenbruchteilen reagierte: Die Geschwindigkeit wurde von 27 km/h auf unter 10 km/h reduziert, wodurch das Kind nur leicht verletzt wurde. Experten sind sich einig, dass ein menschlicher Fahrer in dieser Situation kaum eine Chance zur Reaktion gehabt hätte.
Fazit von Elektroquatsch: Waymo beweist, dass Skalierung im autonomen Fahren kein Traum mehr ist. Mit sinkenden Hardwarekosten und starken Partnern wie Hyundai wird das Robotaxi 2026 vom Nischenprojekt zum ernsthaften Verkehrsmittel – auch international, mit geplanten Starts in London und Tokio.




